Full text : Gesetzsammlung für das Fürstentum Reuß älterer Linie. 1912. (61)

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oder  tot  aus  dem  Gehöft,  aus  der  Weide  oder  über  die  Grenzen  der  Feldmark
ausgeführt  oder,  abgesehen  von  Notfällen,  geschlachtet  werden  darf.

(a)  Wird  die  Erlaubnis  zur  Ueberführung  von  Tieren  in  einen  anderen
Polizeibezirk  erteilt,  so  ist  die  Polzeibehörde  des  Bestimmungsorts  von  dem  bevorstehenden
  Eintreffen  der  Tiere  rechtzeitig  zu  benachrichtigen.

l  103.

Die  Benutzung  verseuchter  Weideflächen,  ferner  die  gemeinschaftliche  Benutzung
versenchter  Brunnen,  Tränken  und  Schwemmen  durch  Tiere,  die  für  Milzbrand
empfänglich  sind,  kann  verboten  werden.

II.  Impfung.
8  104.

C)Nach  näherer  Anordnung  der  Landesregierung  kann  die  Impfung  der  für
Milzbrand  empfänglichen  Tiere,  für  die  einc  besondere  Senchengefahr  vorliegt,  polizeilich
angeordnet  werden.  Solche  Impfungen  sind  vom  beamteten  Tierarzt  auszuführen.

()  Schutzimpfungen,  die  nicht  auf  polizeiliche  Anordnung  erfolgen,  dürfen  nur
von  Tierärzten  vorgenonnnen  werden  und  sind  von  diesen  alsbald  der  Polizeibehörde
anzuzeigen.

(□)Mit  ansteckungssähigen  Erregern  des  Milzbrandes  geimpfte  Tiere  dürfen
während  einer  Woche  nach  der  Impfung  nur  mit  polizeilicher  Genehmigung  ausgeführt
  oder,  abgesehen  von  Notfällen,  geschlachtet  werden.

II.  Desinfektion.
§  105.

C)  Die  von  milzbrandkranken  oder  der  Seuche  verdächtigen  Tieren  benutzten
Standplätze,  bei  gehäuftem  Auftreten  der  Seuche  nach  dem  Ermessen  des  beamteten
Tierarztes  auch  die  Ställe  oder  Stallabteilungen,  sind  zu  desinfizieren,  die  Austllstungs-,
  Gebrauchs=  sowie  sonstige  Gegenstände,  von  denen  anzunehmen  ist,  dah  sie
den  Ansteckungsstoff  des  Milzbrandes  enthalten  —  8  15  Abs.  2  der  Anweisung
für  das  Deeinfektionsverfahren  —,  sind  zu  desinfizieren  oder  unschädlich  zu  beseitigen,
soweit  nicht  eine  Verwendung  nach  §  15  Abs.  4  dieser  Anweisung  gestattet  wird.
Der  beamtele  Tierarzt  hat  die  Desinfektion  abzunehmen.

C)  Auch  Personen,  die  mit  milzbrandkranken  oder  der  Seuche  verdächtigen  Tieren
oder  mit  deren  Kadavern  oder  Kadaverteilen  in  Berührung  gekommen  sind  (vgl.  §  15
Abs.  1  der  Anweisung  für  das  Desinfektionsverfahren),  haben  sich  zu  desinfizieren.

W.  Aufhebung  der  Schutzmaßregeln.
106.

)  Der  Milzbrand  gilt  als  erloschen,  und  die  angcordneten  Schutzmaßregeln
sind  aufzuheben,  wenn
a)  sämtliche  für  Milzbrand  empfänglichen  Tiere  des  Bestandes  gefallen,
gelötet  oder  entfernt  worden  sind,