Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1863. (29)

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Auf  Reklameplakate  an  den  öffentlichen  Anschlagsäulen  findet
diese  Größenbeschränkung  keine  Anwendung.

Den  Inhabern  der  Vergnügungsanstalten  bleibt,  abgesehen
von  den  bezeichneten  Reklameplakaten,  der  Aushang  oder  Anschlag
von  Theaterzetteln  oder  Programmen  in  der  bei  den  Theatern
üblichen  Form  und  Größe  überlassen.

83.

Ankündigungsmittel,  die  Lichtspielvorstellungen  zum  Gegenstand
haben,  dürfen  nicht  auf  Lichispiele  oder  Teile  von  solchen  (Titel
oder  Zusatztitel)  hinweisen,  die  zensurpolizeilich  verboten  sind.

84.

Vor  den  Lichtspieltheatern  anzubringende  Plakate  in  Bildform
oder  auffälliger  Schriftform  dürfen  auf  keine  Lichtspielvorführungen
hinweisen,  deren  Besuch  Kindern  zensurpolizeilich  untersagt  ist.

§  5.

Die  Lichtspielunternehmer  sind  verpflichtet,  der  zuständigen
Ortspolizeibehörde  das  Programm  der  Darbietungen  spätestens
24  Stunden  vor  der  Aufführung  anzuzeigen.  Hierbei  ist  Titel,
Ursprungsfirma,  Datum  der  zensurpolizeilichen  Genehmigung  und
Zenfurnummern  der  einzelnen  Filme  anzugeben.

Es  dürfen  keine  anderen  Filme  vorgeführt  werden,  als  diejenigen,
  welche  in  dem  eingereichten  Programm  bezeichnet  sind.

86.

Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Polizeiverordnung  werden,
sofern  nicht  nach  den  bestehenden  Strafvorschriften  eine  höhere
Strafe  verwirkt  ist,  mit  Geldstrafe  bis  zu  60  Mark  oder  mit  entsprechender
  Haft  bestraft.

Bückeburg,  den  2.  April  1917.
Fürstlich  Schaumburg-Lippisches  Ministerium.
Frhr.  von  Feilitzsch.

Ausgegeben  den  11.  April  1917.