größeren Gefahren gegen kleinere . . Ist aber dies, so muß
der Krieg den nächsten Zeiten mehr wahre Männer zugebildet
und zurückgelassen haben und dem Vesuve gleich geworden
sein, nach dessen Aschenwürfen der anfangs durch sie er—
stickte Pflanzenwuchs üppig emporschießt. — Und was begehren
wir mehr für die Sukunft als Männer?
(Zean Haul, Friedenspredigt. 1808.)
Schleiermacher.
Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher, geb. 21. Uovembe
1768 zu Breslau als Sohn eines reformierten Feldpredigers. Er erhielt
seine erste Erziehung und Bildung in der herrnhuter Brüdergemeinde
zu Niesty und im theologischen Seminar zu Barby. 1787
bezog er die Universität Halle, wo er im Jahr 1804 nach wechselndem
Kufenthalt als GEeistlicher in Landsberg a. d. Warthe, an der
Tharité in Berlin, in Stolpe, profelsor wurde. 1806 wurde die
Universität Halle aufgelöst. Schleiermacher ging nach Berlin. Hier
arbeitete er durch Hredigt und Schrift an der sittlichen Erneuerung
und an der Erweckung nationaler Gesinnung im Dolke. 1809
wurde er Prediger an der Dreifaltigkeitskirche, 1810 Professor
an der Universität Berlin, an deren Gründung er mit Wilhelm
von Humboldt den hauptanteil hat. Uach einem überaus segensreichen,
der Religion, der Wissenschaft und dem öffentlichen Leben
gewidmeten Wirken starb er am 12. Februar 1834 zu Berlin. —
Schleiermacher reiht sich den großen Idealisten der Seit ebenbürtig
an. Die Reinheit und Schönheit seines Wesens war verbunden
mit seltener Derstandeskraft und schöpferischem religiösen Willen.
Immer auf den inwendigen Uenschen gerichtet, deutete er der
Seit ebenso unerschrocken die Ursachen ihres Falles, wie er ihr das
tiefste Bedürfnis zu stillen strebte: „Einen ewigen Dertrag zu
stiften zwischen dem lebendigen christlichen Glauben und der nach
allen Seiten freigelassenen, unabhängig für sich arbeitenden wissen-Stlichen
Horschung, so daß jener diese nicht hindere und diese
enen nicht ausschließe.“
Über die Religion.
Die Betrachtung des Frommen ist nur das unmittelbare
Bewußtsein von dem allgemeinen Sein alles Endlichen
im Unendlichen und durch das Unendliche, alles Seitlichen
im Ewigen und durch das Ewige. Dieses suchen und finden
in allem was lebt und sich regt, in allem Werden und
Wechsel, in allem Tun und Teiden, und das Leben selbst im
unmittelbaren Gefühl nur haben und kennen als dieses Sein,
das ist Religion. Ihre Befriedigung ist, wo sie dieses findet;
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