Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1898. (32)

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§.  974.
Zur  Erhebung  der  Anfechtungsklage  ist  Jeder  berechtigt,  der  an  der  Auf—
hebung  der  Todeserklärung  oder  an  der  Berichtigung  des  Zeitpunkts  des  Todes  ein

rechtliches  Interesse  hat.

Die  Anfechtungsklage  ist  gegen  denjenigen  zu  richten,  welcher  die  Todeserklärung
erwirkt  hat,  falls  aber  dieser  die  Klage  erhebt  oder  falls  er  verstorben  oder  sein
Aufenthalt  unbekannt  oder  im  Ausland  ist,  gegen  den  Staatsanwalt.

§.  975.

Auf  das  Verfahren  über  die  Anfechtungsklage  finden  die  Vorschriften  der
§§.  667,  669,  670,  des  §.  673  Abs.  1  und  des  §.  956  entsprechende  Anwendung.

§.  976.

Die  Anfechtungsklage  ist,  sofern  sie  nicht  auf  einen  der  im  §.  957  Abs.  2
bezeichneten  Gründe  gestützt  wird,  nur  innerhalb  der  Frist  von  einem  Monate  zulässig.
Die  Frist  beginnt  mit  der  Erlassung  des  die  Todeserklärung  aussprechenden  Urtheils.
Die  mündliche  Verhandlung  erfolgt  nicht  vor  Ablauf  dieser  Frist.

Mehrere  Anfechtungsprozesse  sind  zum  Zwecke  gleichzeitiger  Verhandlung  und
Entscheidung  zu  verbinden.  Die  Vorschrift  des  §.  62  findet  Anwendung.

Wird  in  Folge  einer  Anfechtungsklage  die  Todeserklärung  aufgehoben  oder  eine
andere  Todeszeit  festgestellt,  so  wirkt  das  Urtheil  für  und  gegen  Alle.

§.  977.

Für  das  Aufgebotsverfahren  zum  Zwecke  der  Ausschließung  des  Eigenthümers
eines  Grundstücks  nach  §.  927  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  gelten  die  nachfolgenden
besonderen  Bestimmungen.

§.  978.
Zuständig  ist  das  Gericht,  in  dessen  Bezirke  das  Grundstück  belegen  ist.

§.  979.

Antragsberechtigt  ist  derjenige,  welcher  das  Grundstück  seit  der  im  §.  927  des
Bürgerlichen  Gesetzbuchs  bestimmten  Zeit  im  Eigenbesitze  hat.

§.  980.

Der  Antragsteller  hat  die  zur  Begründung  des  Antrags  erforderlichen  That.
sachen  vor  der  Einleitung  des  Verfahrens  glaubhaft  zu  machen.

§.  981.
In  dem  Aufgebot  ist  der  bisherige  Eigenthümer  aufzufordern,  sein  Recht
spätestens  im  Aufgebotstermin  anzumelden,  widrigenfalls  seine  Ausschließung  er—
folgen  werde.