Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1916 (3)

Nr.  160.  1916  921

oder  auf  andere  Weise  für  eine  ausreichende  Überwachung  der  Verwendung
Sorge  zu  tragen.  ,  .

Döie  Jngehaltung  der  Vorschrift,  wonach  die  Betriebe  Fleisch  und  Fleischwaren
  nur  gegen  Fleischmarke  ausgeben  dürfen,  ist  zu  überwachen.  Die  Heranziehung
  der  Preisprüfungsstellen  hierbei  wird  empfohlen.  Die  Betriebsinhaber
  haben  die  von  ihnen  vereinnahmten  Fleischmarken  an  die  Ortsobrigkeit
bezw.  den  Gemeindevorstand  zurückzuliefern.  Die  Ortsobrigkeit  bezw.  der  Gemeindevorstand
  hat  nach  näherer  Bestimmung  der  Kreisbehörde  für  Volksernährung
  zu  prüfen,  ob  die  von  den  Betriebsinhabern  abgelieferten  Markenmengen
der  ihnen  zugewiesenen  Fleischmenge  entsprechen  und  ob  die  durch  Fleischmarken
nicht  nachgewiesene  Menge  als  Vorrat  noch  vorhanden  ist.

Fleischmengen,  die  gegen  Marken  nicht  abgesetzt  sind,  sind  —  am  besten
durch  Abgabe  an  Anstalten,  Volksküchen  oder  andere  gemeinnützige  Einrichtungen
  —  zu  verwerten.  Ein  Verderben  nicht  abgesetzter  Fleischmengen  ist  unter
Ellen  Umständen  zu  verhüten.  Die  Kreisbehörden  für  Volksernährung  haben  gegebenenfalls
  die  erforderlichen  Anordnungen  zu  treffen.

Für  Wildhandlungen  haben  die  Kreisbehörden  für  Volksernährung  die
weiter  erforderlichen  Bestimmungen  zur  Regelung  des  Verbrauchs  zu  treffen.
Sie  können  Anzeigen  über  Stückzahl  und  Gewicht  des  eingehenden  Wildbrets
vorschreiben.

11.

Die  Höchstmenge  von  Fleisch  und  Fleischwaren,  die  auf  die  Fleischkarte
wöchentlich  entnommen  werden  darf,  ist  durch  die  Bekanntmachung  des  Kriegsernährungsamtes
  vom  21.  August  1916  bis  auf  weiteres  auf  250  g  Schlachtviehfleisch
  mit  eingewachsenen  Knochen  festgesetzt.  Die  ebenda  angegebenen  Vorschriften
  über  die  Anrechnung  von  Fleisch  ohne  Knochen,  von  Wildbret  und  von
Fleischwaren,  sowie  über  die  Anrechnung  eines  Durchschnittsgewichts  für  Hühner
sind  besonders  zu  beachten.  Auf  die  einzelnen  Abschnitte  entfällt  hiernach  eine
Höchstmenge  an  Fleisch  mit  eingewachsenen  Knochen  von  25  g,  an  Fleisch  ohne
Knochen,  Schinken,  Dauerwurst,  Zunge,  Speck,  Rohfett  von  20  g,  an  Wildbret,
Frischwurst,  Eingeweide,  Fleischkonserven  (einschließlich  des  Dosengewichts)
von  50  g.

Die  die  Bezirke  der  Kommunalverbände  verwaltenden  Ortsobrigkeiten  und
Kommissare  bezw.  die  Gemeindevorstände  haben  zu  prüfen,  ob  sie  nach  der
Menge  und  dem  Gewichte  des  ihnen  zugeteilten  Schlachtviehs  und  der  ihnen
sonst  etwa  zur  Verfügung  stehenden  Vorräte  in  der  Lage  sind,  an  ihre  Versorgungsberechtigten
  den  vollen  Betrag  von  250  g  verteilen  zu  lassen.  Erscheint