Contents : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Dritter Band. (3)

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Abnahme  und  Aufbewahrung  des  Impfstoffes.

In  Königsberg  i.  Pr.  wurde  der  Impfstoff  in  derselben  Weise  wie  bisher  abgenommen
  und  verarbeitet.  Meist  kamen  die  Erträge  von  je  3  Kälbern  gleichzeitig  in
die  Döring'sche  Lymphemühle.

In  Berlin  wurde  der  Impfstoff  3  mal  wegen  Erkrankung  des  Thieres  gar  nicht
abgenommen;  einmal  geschah  die  Abnahme  an  2  verschiedenen  Tagen,  in  der  Mehrzahl
der  Fälle  nach  4,  im  Uebrigen  spätestens  nach  5½  Tagen.  Bei  einzelnen  Thieren  verband  man
mit  der  vorgeschriebenen  Reinigung  durch  Wasser  und  Seife  eine  Reinigung  mittelst  1%
Lysollöfsung.  Der  Rohstoff  wurde  mit  je  2  Theilen  Wasser  und  Glycerin  auf  der
Döring'schen  Mühle  verrieben  und  in  sterilisirte  Flaschen  gefüllt.  Mischungen,  zu
welchen  2  bis  8  Ernten  vereinigt  wurden,  fanden  erst  nach  Feststellung  der  Wirksamkeit
jeder  einzelnen  Lomphe  durch  Probeimpfungen  statt.  Versuche  mit  verschiedenen  Aufbewahrungsarten
  sind  im  Abschnitt  7  erwähnt.

In  Stettin  wurden  die  Ernten  nach  114  bis  142  Stunden  abgenommen  und
gesondert  mittelst  der  Döring'schen  Lymphemühle  verarbeitet.  Gemischt  wurden  nur
1  mal  die  Erträge  zweier  Kälber.

In  Oppeln  nahm  man  die  Abimpfung  außer  in  den  Fällen,  in  welchen  Kuhpocken
  verimpft  waren,  84  bis  90  Stunden  nach  der  Impfung  mit  dem  scharfen  Löffel
vor.  Die  Fläche  wurde  sorgfältig  mit  Seife  und  Pinsel  gereinigt.

In  Halle  a.  S.  kam  stets  das  vorhandene  älteste  Präparat  zum  Versandt,  sofern
nicht  die  Umstände  die  Verwendung  eines  besonders  kräftigen  Impfstoffes  erforderten.
Die  schon  im  Vorjahre  begonnenen  Versuche,  die  Lymphe  durch  Zusatz  von  Sachharin
weniger  empfindlich  gegen  die  Einwirkung  der  Sommerwärme  zu  machen,  haben  einen
nennenswerthen  Erfolg  nicht  ergeben.

In  Hannover  wurde  die  Abnahme  bei  77  Thieren  nach  80  bis  96  Stunden
und  nur  bei  einem  Thiere,  welchem  vor  der  Impfung  Blutserum  eingespritzt  war,  nach
144  Stunden  vorgenommen.  Eine  Ernte  wurde  mit  5,  die  übrigen  Erträge  mit
4  Theilen  GElycerinwasser  verdnnt.  In  einem  Falle  war  die  Zubereitung  versehentlich
nur  unter  Wasserzusatz  (ohne  Glycerin)  erfolgt;  gleichwohl  blieb  dieser  Impfstoff,  in
Kapillaren  als  Emulsion  aufbewahrt,  unverändert  und  monatelang  wirksam;  in  den