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Drep und sechzigsle Sihung
den oten März 1821.
Gegemwärtig 95. Abgearunete, indem 3. Stellen,
und zwar in jedem Stande eine, durch zufaͤllige,
nicht zu beseitigende Umstände, gar nicht besetzt
stnd, demnächst aber heute 2. Abgcordnete durch
andere Geschäáste, und 1. durch Krankheit
abgehalten waren.
Der Entwurf allgemeiner Innungs-Artikel
wurde weiter und bis zu
Ende, vom F. 108. bis zum 8. 204. einzeln
durchgegangen, womit die ganze Sihungözeit
verlief, indem noch hier und da Bemerkungen
gemacht wurden, welche eine nähere Berathung
erforderten. Von denjenigen Bestimmungen,
welche zunächst nur die Innungen
selbst angehen, glaubte man die meisten, auch
wenn sie strengere Verbole enthielten, z. B.
daß die Fever des sogenannten blauen Montags
nirgends mehr zugelassen seyn solle,
um so unbedenklicher annehmen zu könmn,
als sie schon jetzt an einzelnen Orten deo
Großherzogthums und wenigstens von einigen
Innungen ohne Schwierigbkeit und zu
ihrem eigenen Vortheile befolgt worden sind;
nur einige glaubte man den Special= Artikeln
der einzelnen Innungen, um deren unschädliche
Gebräuche so wenig als möglich
zu beschränken, überlassen zu müössen; und
das Nähere hiervon wird demnächst die Erklärungsschrift
ergeben. Noch einzelne zweifelhaft
gebliebene Fragen, welche nicht bloß
die Innungen, sondern die Gesammtheit aller
Staatsbürger im Großherzogthume betreffen,
wi die schon in der vorgestrigen Situng
ausgesetzten, wurden zur weiteren Berathung
und Schlußfassung der morgenden
Sitzung vorbehalten.
S
Vier und sechzigste Sitzung
den r1o. März 1821.
Gegenwärtig 26. Abgeordneke.
Ehe in der gestern abgebrochenen Malterie
fortgesahren wurde, kam das Directorium
zurück auf die in der sechzigsten Sihung
für heute ausgesetzte Frage: ob das
Verbot desb Heyrathens vor dem
2 Asten Jahre auf das ganze Großherzogtyum
zu erstrecken, oder ob darauf anzutragen
sey, daß das Heprathen vom zuruckgeleglen
a##sten Jahre an gestattet werde?
Um die bepden früheren Mepnungen zu
vereinigen, geschah der Vorschlag: daß der
Ablauf des 24 sten Jahres ferner und im
gesammten Großherzogthume als der Zeitpunkt
angenommen werde, vor dessen Eintritt
kein Mann sich verheprathen durfe, daß
jedoch einem jeden, sobald er nur die Volljährigkeit
und das Burger= oder Nachbarrecht
erlangt habe, von der Ortsobrigkeit
und der Commun, Falls beyde kein Bedenken
hätten, und von der competenten ÖOberbehörde,
Falls jene beyden verschiedener
Meynung wären, die Erlaubnis, zu heprathen,
welche dann Kostenfrey (ohne Dispensations-Quantum)
erfolge, ertheilt werden
konne. — Obgleich biergegen angeführt
wurde, daß eine Dispensation nicht süglich
der Ortsobrigkeit und der Commun zu überlassen
sey, wurde doch der Vorschlag durch
o. Stimmen gegen 6. angenommen. Man
fuhr hierauf fort in der Berathung über
den Euntwurf allgemeiner Innungs-Artikel,
und es wurden folgende Punkte,
als bisher noch zweifelhaft geblleben, ausgestellt:
1) durch die Bemerkung, dah in der
Stadt Buttstädt am ersten Tage der Viehund
Jahrmärkte den auswäxtigen Kaufleuten
nicht gestattet sey, mit solchen Waaren,
welche die Professionisten der Stadt selbst