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6.
Aus dem in Abschrift beygefuͤgten Berichte
des Großherzogl. Landschaffts- Collegium
wird der getr. Landtag ohne Zweifel
die Ueberzeugung gewinnen, daß die Gemeinde
Rödigen den unverhältnißmäßig hohen
Aufwand auf die Vermessung ihrer Flur sich
größtentheils selbst zugezogen hat. Uebrigens
ist, zu künftiger möglichster Vermeidung
unnöthiger Kosten bey dem Vermessungsgeschäft,
das Vermessungs = Büreau
bedacht igewesen, eine belehrende Bekanntmachung
an die Gemeinden, deren Flur gegenwärtig
die Vermessung bevorsteht, zu erlassen.
Hierdurch aber dürfte dem Zten
Punkt der unterthänigsten Intercessional-Schrift
überall Genüge geschehen seyn.
7.
Ueber die von dem getr. Landtag in Antrag
gebrachte Ablöôsbarkeit der Zwangs-Gesindedienste,
über welche von mehrern
Gemeinden des Neustädter Kreises Klagen
erhoben worden (FIntercessional = Schrift
Punkt 6.) ist, auf S. K. H. höchsten Befehl,,
von der hiesigen Großherzogl. Regierung
ein Gesetzesentwurf gefertigt und
eingereicht worden, der sich zum wesentlichsten
Theil seiner Bestimmungen auf die bey
mehrern Kammergütern, durch freye Uebereinkunft,
bereits bewirkte Ablôsung solcher
Zwangsdienste gründet. Dieser Gesetzesentwurf
wird, nebst dem erläuternden Bericht
Großherzogl. Regierung und zwey Akten-Heften
hier mitgetheilt, und gewärtigen
Se. K. Hoheit darüber, nach vernommener
Erwägung der Sache, einer weitern.
Erklérung.
8.
Die Großherzogl. Kammer geht noch einen
Schritt weiter, indem sie, mittelst des
in Abschrift anliegenden Berichts, und Bezugnehmend
auf die mitfolgenden Akten,
Vorschläáge thut,
wie auch die sämmtlichen.
Hand= und Spannfrohnen im Großherzog-=thum,
gesetzlich ablösbar zu erklären seyn
möchten.
Der getr. Landtag wird auch diesem
Gegenstande seine Aufmerksamkeit gewiß gern
widmen und sich einsichksvoll darüber erklären,
ob auf diese oder irgend auf eine bessere
Weise die Ablösbarkeit sämmtlicher auf
der Patrimonial= oder Gutspflicht begründeten
Frohnen zu. bestimmen seyn mochte.
9.
Der Besorgniß, daß die der Wittwe
Rothschild zu Eisenach gestattete Aufnahme
eines Schwiegersohns in ihre Handlung eine
neue jüdische Niederlassung und weitere
Vermehrung der Judenfamilion daselbst zur
Folge haben möchte, ist durch die höchste
Verfügung, Bl. 26. der beyliegenden Geheimen-Kanzleyakten
begegnet, und somit die
Beschwerde der Stadt Eisenach (Intercessional-Schrift
Punkt 7.) erledigt; wie denn
auch die an diesen Punkt sich anreihenden
allgemeineren Bemerkungen in der gedachten
Intercessional-Schrift nicht unberücksichtigt
geblieben sind.
Da sich aber die Zahl der Jéraelitischen
Glaubensgenossen im Großherzogthume, nach
der Tabelle Bl. 14. der Akten, bereits auf
nahe an 22c0 beläuft, so ist die Gesetzgebung
über den jüdischen Verkehr sowohl,
als über die moralische und bürgerliche Verbesserung
der Juden ein Gegenstand der besondern
landesfürstlichen Fürsorge geworden.
Es wird dies der getr. Landtag aus dem
der Großberzogl. Regierung zu Eisenach,
Bl. 22. 48. und 40 ertheilten Auftrag,
wegen Entwerfung einer umfassenden Juden-Ordnung,
und aus der Instruction der
Bundestags-Gesandschaft über diesen Gegenstand
erseyen können.
10.
Nach dem bepliegenden Bericht der Groß-