Full text : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1821. (5)

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6.
Aus  dem  in  Abschrift  beygefuͤgten  Berichte

  des  Großherzogl.  Landschaffts-  Collegium
  wird  der  getr.  Landtag  ohne  Zweifel
die  Ueberzeugung  gewinnen,  daß  die  Gemeinde
  Rödigen  den  unverhältnißmäßig  hohen
Aufwand  auf  die  Vermessung  ihrer  Flur  sich
größtentheils  selbst  zugezogen  hat.  Uebrigens
  ist,  zu  künftiger  möglichster  Vermeidung
  unnöthiger  Kosten  bey  dem  Vermessungsgeschäft,
  das  Vermessungs  =  Büreau
bedacht  igewesen,  eine  belehrende  Bekanntmachung
  an  die  Gemeinden,  deren  Flur  gegenwärtig
  die  Vermessung  bevorsteht,  zu  erlassen.
  Hierdurch  aber  dürfte  dem  Zten
Punkt  der  unterthänigsten  Intercessional-Schrift
  überall  Genüge  geschehen  seyn.

7.

Ueber  die  von  dem  getr.  Landtag  in  Antrag
  gebrachte  Ablöôsbarkeit  der  Zwangs-Gesindedienste,
  über  welche  von  mehrern
Gemeinden  des  Neustädter  Kreises  Klagen
erhoben  worden  (FIntercessional  =  Schrift
Punkt  6.)  ist,  auf  S.  K.  H.  höchsten  Befehl,,
  von  der  hiesigen  Großherzogl.  Regierung
  ein  Gesetzesentwurf  gefertigt  und
eingereicht  worden,  der  sich  zum  wesentlichsten
  Theil  seiner  Bestimmungen  auf  die  bey
mehrern  Kammergütern,  durch  freye  Uebereinkunft,
  bereits  bewirkte  Ablôsung  solcher
Zwangsdienste  gründet.  Dieser  Gesetzesentwurf
  wird,  nebst  dem  erläuternden  Bericht
  Großherzogl.  Regierung  und  zwey  Akten-Heften
  hier  mitgetheilt,  und  gewärtigen
  Se.  K.  Hoheit  darüber,  nach  vernommener

  Erwägung  der  Sache,  einer  weitern.

Erklérung.

8.
Die  Großherzogl.  Kammer  geht  noch  einen

  Schritt  weiter,  indem  sie,  mittelst  des
in  Abschrift  anliegenden  Berichts,  und  Bezugnehmend
  auf  die  mitfolgenden  Akten,
Vorschläáge  thut,

wie  auch  die  sämmtlichen.

Hand=  und  Spannfrohnen  im  Großherzog-=thum,
  gesetzlich  ablösbar  zu  erklären  seyn
möchten.

Der  getr.  Landtag  wird  auch  diesem
Gegenstande  seine  Aufmerksamkeit  gewiß  gern
widmen  und  sich  einsichksvoll  darüber  erklären,
  ob  auf  diese  oder  irgend  auf  eine  bessere
  Weise  die  Ablösbarkeit  sämmtlicher  auf
der  Patrimonial=  oder  Gutspflicht  begründeten
  Frohnen  zu.  bestimmen  seyn  mochte.

9.

Der  Besorgniß,  daß  die  der  Wittwe
Rothschild  zu  Eisenach  gestattete  Aufnahme
eines  Schwiegersohns  in  ihre  Handlung  eine
  neue  jüdische  Niederlassung  und  weitere
Vermehrung  der  Judenfamilion  daselbst  zur
Folge  haben  möchte,  ist  durch  die  höchste
Verfügung,  Bl.  26.  der  beyliegenden  Geheimen-Kanzleyakten
  begegnet,  und  somit  die
Beschwerde  der  Stadt  Eisenach  (Intercessional-Schrift
  Punkt  7.)  erledigt;  wie  denn
auch  die  an  diesen  Punkt  sich  anreihenden
allgemeineren  Bemerkungen  in  der  gedachten
Intercessional-Schrift  nicht  unberücksichtigt
geblieben  sind.

Da  sich  aber  die  Zahl  der  Jéraelitischen
Glaubensgenossen  im  Großherzogthume,  nach
der  Tabelle  Bl.  14.  der  Akten,  bereits  auf
nahe  an  22c0  beläuft,  so  ist  die  Gesetzgebung
  über  den  jüdischen  Verkehr  sowohl,
als  über  die  moralische  und  bürgerliche  Verbesserung
  der  Juden  ein  Gegenstand  der  besondern
  landesfürstlichen  Fürsorge  geworden.
Es  wird  dies  der  getr.  Landtag  aus  dem
der  Großberzogl.  Regierung  zu  Eisenach,
Bl.  22.  48.  und  40  ertheilten  Auftrag,
wegen  Entwerfung  einer  umfassenden  Juden-Ordnung,
  und  aus  der  Instruction  der
Bundestags-Gesandschaft  über  diesen  Gegenstand
  erseyen  können.

10.
Nach  dem  bepliegenden  Bericht  der  Groß-