348 Dritter Zeitraum.
schmücken und für den in Pergamum in Kleinasien ausgegrabenen berühmten
Zeusaltar in Berlin ein besonderes Museum erbauen lassen. Fortwährend
sind Maler und Bildhauer mit der Ausführung kaiserlicher Aufträge be—
schäftigt. Wie viele Denkmäler sind auf seine Veranlassung und mit seiner
Unterstützung geschaffen worden! Am 22. März 1897 wurde das von dem
deutschen Volke in Berlin errichtete Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm den
Großen feierlich enthüllt. Von den neugeschaffenen großartigen Gebäuden
seien nur das Reichstagsgebäude und das Abgeordnetenhaus in Berlin
erwähnt.
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Das neue Abgecordnetenhaus zu Berlin.
Der Kaiser ist ein frommer evangelischer Christ. „Auf dem gläubigen
Festhalten an der evangelischen Wahrheit“, so bekannte er öffentlich bei der
Eimweihung der wiederhergestellten Schloßkirche in Wittenberg, „ruht unsere
Hoffnung im Leben und im Sterben.“ Aber auch die anderen Bekenntnisse
erfreuen sich des kaiserlichen Schutzes. Für den evangelischen Kirchenbau und
die innere Mission hat das Kaiserpaar Großes geleistet. Das deutsche Volk
erlebte in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts einen gewaltigen
wirtschaftlichen Aufschwung. Berlin, das 1860 etwa 500000 Bewohner
zählte, war nach etwa zwanzig Jahren eine Millionenstadt; einzelne
Kirchengemeinden zählten 100000 Seelen. Die Folge war eine große kirchliche
und sittliche Verwahrlosung. Da griff zunächst die innere Mission ein,
und es bildete sich unter dem Vorsitz unserer Kaiserin ein „Evangelisch-Kirchlicher