Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1900. (84)

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4.  Die  verschiedenen  Gebiete  eines  der  in  89,  1B  unter  1—13  aufgeführten  Prüfungsfächer
  auf  mehrere  Prüfende  zu  vertheilen,  ist  nicht  gestattet;  dagegen  kann  die  Prüfung  in  nahe
verwandten  Fächern  (vgl.  §  9,  2)  in  eine  Hand  gelegt  werden.

Wird  die  Prüfung  in  den  unter  14  und  15  des  §  9  vereinigten  Prüfungsgegenständen  von
zwei  Examinatoren  abgenommen,  so  haben  diese  doch  jedenfalls  während  dieser  ganzen  Prüfung
beide  zugegen  zu  sein.

5.  Die  Fachprüfung  im  Französischen  und  Englischen  ist  insoweit  in  der  betreffenden
Sprache  selbst  zu  führen,  daß  dadurch  die  Fertigkeit  des  Kandidaten  im  mündlichen  Gebrauche
derselben  ermittelt  wird.

6.  Sowohl  über  die  Allgemeine  Prüfung  als  auch  über  die  Prüfung  in  den  einzelnen
Fächern  ist  während  der  Prüfung  selbst  ein  Protokoll  aufzunehmen,  welches  die  dabei  anwesenden
Mitglieder  des  Prüfungsausschusses  zu  unterzeichnen  haben.  Die  Protokolle  bleiben  bei  den  Akten
der  Kommission.

7.  Das  Ergebniß  der  Allgemeinen  Prüfung  ist  für  jeden  Kandidaten  auf  Grund  der  Hausarbeit
  und  der  mündlichen  Leistungen,  erforderlichen  Falles  durch  Mehrheitsbeschluß  der  bei  dieser
Prüfung  betheiligten  Mitglieder  des  Ausschusses,  festzustellen,  wobei  leichtere  Mängel  in  einem
Theile  der  Prüfung  durch  gute  Leistungen  in  einem  andern  als  ausgeglichen  angesehen  werden
können,  auch  der  Gesammteindruck  der  Leistungsfähigkeit  des  Kandidaten  zu  berücksichtigen  ist;  bei
Stimmengleichheit  giebt  der  Leiter  den  Ausschlag.  Am  Schlusse  des  Protokolls  über  die  Allgemeine
Prüfung  ist  bestimmt  anzugeben,  ob  sie  bestanden  oder  nicht  bestanden  ist.  Gehen  die  Leistungen
eines  Kandidaten  über  die  in  der  Allgemeinen  Prüfung  zu  stellenden  Anforderungen  erheblich
hinaus,  so  ist  der  Prüfungsausschuß  befugt,  ihm  in  dem  betreffenden  Fache  eine  Lehrbefähigung
zuzuerkennen.

Unmittelbar  nach  jeder  einzelnen  Fachprüfung  hat  der  Prüfende  auf  Grund  aller  in  Betracht
kommenden  Leistungen  des  Kandidaten  sein  Urtheil  darüber  zu  Protokoll  zu  geben,  ob  und  für
welche  der  beiden  Stufen  (§  11)  ihm  die  Lehrbefähigung  in  dem  betreffenden  Fache  zuzuerkennen
ist.  Es  steht  dem  Prüfenden  dabei  frei,  sein  Urtheil  näher  zu  begründen,  wie  andererseits  jedes
der  übrigen,  bei  der  Prüfung  anwesenden  Mitglieder  des  Ausschusses  berechtigt  ist,  ein  abweichendes
Urtheil  in  das  Protokoll  aufnehmen  zu  lassen.  Nicht  ausgeschlossen  ist,  dem  Kandidaten  die  Lehrbefähigung
  für  die  erste  Stufe  auch  dann  zuzusprechen,  wenn  er  nach  seiner  Meldung  sie  nur  für
die  zweite  Stufe  nachweisen  wollte.

8.  Tritt  der  Kandidat  während  der  mündlichen  Prüfung  zurück,  so  bleibt  es  dem  Ermessen
des  Ausschusses  überlassen,  ob  die  Prüfung  für  nicht  bestanden  zu  erklären  oder  dem  Kandidaten
ein  neuer  Termin  für  die  mündliche  Prüfung  zu  bestimmen  ist.

§  32.
Gesammtergebniß  der  Prüfnung.
Nach  dem  Abschlusse  der  gesammten  Prüfung  entscheidet  der  Prüfungsausschuß  auf  Grund

der  in  den  Protokollen  über  das  Ergebniß  der  Allgemeinen  Prüfung  und  der  Fachprüfungen
niedergelegten  Urtheile,  ob  der  Kandidat  die  Prüfung  bestanden  oder  nicht  bestanden  hat.