c) Der Kaufpreis.
296 Verhältniß des Kausalgeschäfts zum Leistungsgeschäft. & 54.
I) Der Käufer ist zur Zahlung des Kaufpreises und Entgegennahme
der Auflassung nur Zug um Zug gegen Uebergabe und Auflassung
des vertragsmäßig beschaffenen Grundstücks verpflichtet. Wie
bei allen gegenseitigen Verträgen kann sowohl Käufer wie Verkänfer
bis zur Bewirkung der Gegenleistung seine eigene Leistung verweigern
und kein Theilkann die Ausübung deshierdurch gegebenen Zurückbehaltungsrechts
durch Sicherheitsleistung abwenden, weil die Gegenseitigkeit in
der sofortigen Erfüllung der Gegenleistung besteht (58 320 Abs. 1
S. 3, 273 Abl. 3 B. G. B)). Verweigert Verkäufer die Auflassung,
so kann Käufer auch die Besitzübernahme verweigern, weil er theilweise
d) Substantiirung
der
Kaufgelderklage.
e) Vollstreckung
des Urtheils
auf
Zahlung des
Kaufpreises.
Erfüllung nicht entgegennehmen braucht, und ihm die Einrede des nicht
erfüllten Vertrages zur Seite steht (§ 320 Abs. 1 B. G.B).
d) Zur Substantiirung der Klage auf Zahlung des Kaufpreises
ist nicht, wie im Preußischen Recht, die Behauptung erforderlich, daß
Kläger seinerseits schon erfüllt habe oder zur Erfüllung bereit sei bezw.
daß Beklagter zur Zahlung gegen Uebernahme und Auflassung des
Grundstücks zu verurtheilen sei. Der Klageantrag braucht nur auf
Zahlung des Kaufpreises gerichtet sein. Erhebt Beklagter die Einrede
des nicht erfüllten Vertrages, so hat dies die Wirkung, daß von
Amtswegen der Urtheilstenor nur Zahlung Zug um Zug,
d. h. in diesem Falle, gegen Uebergabe und Auflassung des im Grundbuch
ꝛc. eingetragenen Grundstücks aussprechen darf. Die Einrede
des nicht oder nicht gehörig erfüllten Vertrages kann niemals
zur Abweisung der Klage führen (vgl. 88 274 Abf. 1,
322 B. G. B.).
e) Die Vollstreckung des Urtheils geschieht nach 8§ 726, 756,
765 C. P. O. Die Vollstreckungsklausel ist demnach ohne Weiteres zu
ertheilen, nur hat der Gerichtsvollzieher dafür Sorge zu tragen, daß
dem verurtheilten Schuldner die Auflassung und Uebergabe des Grundstücks
derart vorher angeboten worden ist, daß der Beklagte in
Verzug mit seiner Vertragspflicht der Uebernahme des Grundstücks
und Entgegennahme der Auflassung gekommen ist (8 433 Abs. 1
B. G.). Praktisch wird der Gerichtsvollzieher im Auftrage des
Klägers einen Termin zur Entgegennahme der Auflassung und Grundstücksübernahme
bestimmen. Er wird dann mit dem Kläger zur Terminsstunde
vor dem Grundbuchamt erscheinen und das Ausbleiben des
Beklagten im Pfändungsprotokoll feststellen, da diese Handlung zur
Zwangsvollstreckungsthätigkeit des Gerichtsvollziehers gehört bezw. den
Beginn derselben bildet (88 756, 765 S. 2 C.P.O.).