Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Achter Band. (8)

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Auf  je  10000  Lebende  der  betr.  Altersklasse  starben  darnach:

i.  J.  19000  ((.  J.  1899)  (I.  J.  1898.)

Kinder  des  ersten  Lebensjahres  2755,6  (2°10,)  (2564,1)
„  von  1—15  Jahten  94,6  (97,)  (93,8)
Personen  von  15—60  Jahren  89,7  (88,7)  (84,5)
"„  „  60  und  mehr  Jahren  74504  (7226)  (670,#)
Im  ganzen  219,6  (215,0)  (205.6)

Wie  der  Vergleich  mit  den  in  Klammern  beigefügten  Verhältnisziffern  der  Vorjahre
zeigt,  ist  die  Sterbensgefahr  im  Berichtsjahre  1900  sowohl  für  Säuglinge,  wie  auch  für
Erwachsene  erheblich  größer  als  in  den  beiden  Vorjahren  gewesen,  und  die  Annahme
liegt  nahe,  daß  vielleicht  gewisse  Witterungsverhältnisse  des  Jahres  1900  ungünstig
  auf  die  Gesundheitsverhältnisse,  somit  fördernd  auf  das  Absterben  eines  Teiles
der  Bevölkerung  gewirkt  haben.  Nach  den  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte  zugegangenen
Monatsausweisen  aus  den  287  größten  Ortschaften  des  Deutschen  Reiches#)  zeichneten  sich
besonders  die  Monate  Februar,  Juli  und  Oktober  des  Jahres  1900  durch  eine  gegenüber
dem  Vorjahre  sehr  erhöhte  Zahl  von  Sterbefällen  aus,  denn  während  der  genannten  drei
Monate  starben  in  jenen  Ortschaften  13916  Personen  mehr,  d.  i.  um  17,1%  mehr  als
zur  gleichen  Zeit  des  Vorjahres,  während  der  anderen  neun  Monate  starben  10  422  Personen
mehr,  d.  i.  nur  um  4%  mehr.  Nach  den  aus  37  Beobachtungsstationen  des  Reiches  veröffentlichten
  meteorologischen  Nachweisen  der  Jahre  1899  und  1900  haben  sich  nun
dementsprechend  gerade  die  drei  Monate  Februar,  Juni  und  Oktober  des  Jahres  1900
durch  erheblich  mehr  Niederschläge  vor  den  gleichen  Monaten  des  Vorjahres  1899
ausgezeichnet.  An  den  37  Stationen  betrug  die  Höhe  der  Niederschläge  im  Durchschnitt

1899  1900
im  Februar  24,6  mm,  49,,  mm
„  Juni  44%  „  76,  „
„  Oktober  32,  ,  711  „

Es  scheint  also,  als  ob  die  auffällig  gesteigerte  Niederschlagsmenge  während  dieser
drei  Monate  des  Berichtsjahres  die  Zahl  der  Erkrankungen  erheblich  vermehrt  und  das
Absterben  der  am  wenigsten  widerstandsfähigen  Angehörigen  der  jüngsten  und  ältesten  Altersklasse
  wesentlich  gefördert  hat.  Daß  dabei  der  ungewöhnlich  feuchte  Juni  seinen  ungünstigen
Einfluß  auf  die  Sterb  eziffer  erst  während  des  Juli  geltend  gemacht  hat,  darf  nicht  befremden,
  denn  wenn  die  Erkrankungsziffer  am  Ende  des  einen  Monats  ansteigt,  wird
sehr  oft  die  Sterbeziffer  erst  zu  Beginn  des  nächsten  Monats  ansteigen.

Die  Angaben  über  das  von  den  Verstorbenen  des  Jahres  1900  erreichte  Lebensalter
gewähren  übrigens  insofern  ein  nicht  ungünstiges  Bild,  als  sie  zeigen,  daß  die  höchste
in  den  Ausweisen  bezeichnete  Altersstufe  während  des  Berichtsjahres  häufiger
als  während  des  Vorjahres  beim  Tode  erreicht  worden  ist.  Es  hatten  nämlich
von  je  1000  nach  zurückgelegtem  fünfzehnten  Lebensjahre  Gestorbenen

im  Berichtsjahre  529,
im  Vorjahre  nur  526

1)  Bgl.  Veröff.  d.  Kaiserl.  Gesundheitsamtes  1901,  S.  368  u.  369.
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