von den Deutschen begraben worden, damit sie nicht die Luft verpesten
und Seuchen hervorrufen. Doch an die Heimsuchungen
des Krieges erinnert noch genug. Längs einer Hecke eine Reihe
Strohhütten, weiterhin umgeworfene Wagen, mit denen die Franzosen
versuchten, die vortreffliche, zu beiden Seiten mit Bäumen
bepflanzte Chaussee zu sperren. Nebenher läuft die Telegraphenlinie,
die von den Verteidigern zerstört, dann aber wieder von
deutschen Telegraphenarbeitern instand gesetzt wurde. —
In Mardille wird der Verkehr lebhafter. Gleich neben der
Straße auf einem Felde hat eine Proviantkolonme ihre mit bogenförmigen
Zeltdächern versehenen Wagen im Viereck aufgestellt.
Sie rasten, und die Leute haben ihre Lagerfeuer für die Nacht
angezündet. Um die Wagenburg stehen Wachtposten.
Eine Strecke weiter hat wieder eine Proviantkolonne von
einfacheren Wagen haltgemacht. Sie dürfen des Verkehrs wegen
nicht auf der Straße halten; auch ist es leichter, eine gesammelte
Kolonne zu bewachen und wenn ubtig zu verteidigen. Hier überholen
wir einen Motoromnibus mit Feldpost für die fünfte Armee;
er donnert mit gewaltigem Lärm auf der harten Chaussee einher.
Nun wird die Straße wieder von einer Proviantkolonne eingeengt,
die noch in Bewegung ist. Da müssen wir langsamer
fahren, damit die Pferde der eskortierenden Reiter nicht schen
werden und mit dem Auto zusammenstoßen. —
Schon haben wir Montmedy erreicht, dessen kleine Festung
sich ergeben hat, ehe sie beschossen wurde. Bevor aber die Besatzung
abzog, sprengte sie den Eisenbahntunnel, der durch den
Berg führt. Die Deutschen gingen deshalb sofort daran, eine
neue Eisenbahn um den Berg herum zu legen; mit diesem Bau
waren französische Gefangene noch beschäftigt. Ein wunderlicher
Anblick, diese Soldaten in ihren blauen und roten Uniformen
arbeiten zu sehen, bewacht von deutschen Soldaten in feldgrauer
Uniform und mit geschultertem Gewehr.
Gegen Abend klärt sich das Wetter auf, und die Sonne geht
rot unter wie eine glühende Kugel. Ihre letzten Strahlen treffen
36