Inhaltsverzeichnis : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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leicht  schon  damals  aber  noch  mehr  durch  seinen  innigen
lieben  trauten,  den  Prinzen  Marimilian.

Im  ganzen  Leben  Christophs,  so  voll  der  schoͤnsten  Begebenheiten
  dasselbe  ist,  zeichnet  sich  kein  Theil  so  lieblich
und  gerade  im  Leben  eines  Fuͤrsten  so  unerwartet  aus,  als
seine  recht  bruͤderliche  Freundschaft  mit  Maximilian.  Ich
habe  die  Geschichte  ihrer  Emstehung  nicht  auffinden  können,
und  auch  der  ununterbrochene  Fortgang  derselben  läßt  sich
nicht  ganz  verfolgen,  so  lang  die  große  Sammlung  von
Briefen  des  Herzog  Christoph,  welche  vor  einigen  Jahren
zu  Stuttgart  zufällig  in  einer  alten  Registratur  entdeckt
worden  ist,  ein  leider  verschlossener  Schatz  bleibt:  aber  auch
nur  die  Fragmente  von  Nachrichten,  welche  bei  Fischlin,
Sattler  und  andern  stehen,  lassen  in  das  wechselsweise
Anziehen  zweier  Seelen  hineinsehen,  die  bei  ihrer  gleichgestimmten
  Art  zu  denken  und  zu  empfinden  unter  jedem  Stande
einander  gefunden  haben  würden.  Mit  dem  Eifer  eines
Verfolgten  hatte  Marimilian  die  Wahrheit  der  neuen  Lehre
zu  erforschen  gesucht,  und  sein  Hofprediger  Pfauser  ),
den  man  ihm  ohne  besondere  genaue  Prüfung  gelassen  hatre,
war  theils  selbst  sein  Lehrer  in  derselben  geworden,  theils  auch
sein  geheimer  Correspondent  gewesen,  durch  welchen  er  sich
Bücher  und  Nachrichten  zu  verschaffen  wußte.  An  Herzog
Christoph  fand  er  unter  allen  protesiantischen  Fürsten  dieses
Zeitalters  den  redlichsten  und  aufgeklärtesten,  der  sich  nicht
von  seinen  Theologen  zum  blinden  Eiferer  machen  ließ,  und
doch  mit  unbestechlicher  Wahrheitsliebe  über  dem  hielt,  was
er  als  Hauptsache  erkannte.  Glaubte  also  der  treffliche  Prinz

*)  S.  von  ihm  Raupachs  ebangelisches  Oesterreich  an  mehreren
Orten.