Verstummen
des e in
der Verbindung
ie.
Verstummen
des h im
Inlaut.
Konsonanten-
noch vielfach anders gesprochen wie heute, auch
waren noch manche ältere Schreibungen beibehalten
worden, die schon zu jener Zeit nicht mehr betechtigt
waren. So kommt es, dass unsere
Orthographie mit einer Menge heute überflüssiger
Zeichen wirtschaftet, von denen zwar manche durch
die Neugestaltungen der letzten Jahrzehnte abgestossen
würden, wie das ganz unnötige h nach t,
aber die Mehrzahl ist doch geblieben. In Zef,
schlief wurde das e früher gesprochen; die
Schreibung hält es noch heute fest, obwohl es nicht
mehr hörbar ist und das i genau so lautet, wie in
mir, Igel u. a. Das h in Ohm -. Oheim lautet
nicht mehr, ebensowenig wie das h in Bühl =
mhd. bühel oder seken = mhd. sehen, wo es
früher gesprochen wurde. Da aber in diesen
beiden Fällen imfolge des Verstummens von e oder
h Längung des vorhergehenden Vokals erfolgt, so
haben die Zeichen e nach i und h nach Vokalen
den Charakter einer Längebezeichnung angenommen
und werden nunmehr in Wörtern geschrieben, wo
sie etmymologisch keine Berechtigung haben: ze,
schrieb, sieh (mit doppelter Längebezeichnung!),
mahlen, fahren, wählen, wohnen, ehren, Sühne u. S. Ww.
Daneben aber unterlassen wir die Bezeichnung der
Länge in Abend, lesen, dir, lot, Hut u. a.
Eine weitere Quelle für die Verderbnis unserer
Rechtschreibung ist die im ı5. Jahrhundert auftretende
Sucht, die Konsonanten durch Verdoppelung
zu häufen. Doppelte Konsonanten finden wir schon
im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen, wie
im $ 25, S. 186 folg. ausgeführt wurde, wo auch
die Entstehung zahlreicher nhd. Doppelkonsonanten
zur Bezeichnung der Vokalkürze erläutert wurde: