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narren. Er bemühte sich um den Philosophen Wolf, um den Mathematiker
Euler. Sie kamen. Andere zeigten geringere Neigung.
Der neue König wagte sogar gegen den Rath der Minister die
Presse frei zu geben.) Obwohl die Bedeutung eines solchen
Schrittes in damaliger Zeit auch nicht entfernt in Vergleich zu
bringen ist mit der Wichtigkeit, welche derselbe in unseren Tagen
haben würde: so erregte er doch sicher allgemeine Ueberraschung.
Friedrich verkündete ferner, daß in seinen Staaten ein Jeder nach
seiner Fagcon selig werden könne. Und nun gar die Erwartung des
Anti-Machiavelli? Denn obwohl der Name vor dem Buche nicht
genannt werden sollte: so war es doch ein öffentliches Geheimnis,
daß es erscheinen werde.
Freilich blieb sowohl für die eigenen Unterthanen, wie für
alle Deutsche der ungeheure Druck des Militärwesens von diesem
Staate aus. Wenn auch das Jagen nach den Riesen für die
Potsdamer Garde aufhörte: so waren doch gesunde junge Männer
ihrer persönlichen Freiheit daheim und auf den öffentlichen Heerstraßen
eben so wenig sicher, wie zuvor. Sie waren nur noch
#unsicherer. Der neue König bedurfte fünfzehn neue Bataillone,
und die entsprechende Zahl von Reiterei. Woher sollte er sie
nehmen? Seine Schwäger von Braunschweig, von Baireuth, von
Ansbach mußten werben und ausheben, und erhielten für den Kopf
10 Rthl. Allein das reichte nicht. Es mußten mehr geschafft werden.
Woher die Obersten, die Hauptleute die neue Mannschaft nahmen:
das war ihre Sache.
Bangend mochten sich die Nachbaren im Reiche fragen, was
von dem neuen Könige zu erwarten sei. An die Kriegsmacht des
Vaters hatte man sich gewöhnt. Man wußte, daß es das höchste
Ziel seines Ehrgeizes sei, daß beim Feuern keines seiner blauen
Kinder flackere. Hatte er ja doch für sein Leichenbegängnis diesen
1) Preuß III. 251.
Klopp, der König Friedrich U. 7