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schützt. Aus dem in die Erde gesickerten Wasser bilden sich dann zahlreiche Quellen, die nach
allen Seiten hin ins Land hinabeilen. Durch den Waldreichtum tragen die Gebirge aber auch
zur Bildung neuer Wolken bei. Denn nicht alle Niederschläge verwandeln sich in Quellen.
Fast die Hälfte des Niederschlags wird aus dem Erdboden durch die Bäume mit ihren Wurzeln
aufgesogen; der leinere Teil davon dient als Nahrung, der größere Teil aber steigt als Wasserdampf
aus den Blättern in die Luft empor. Es ist somit leicht erklärlich, daß die Umwohner
eines Gebirgswaldes mehr Regen haben als die weit entfernt Wohnenden. Welche Veränderungen
würde die Ausrottung der Wälder hervorbringen?
VIII. Das Sächlische Bergland.
.Der Hauptkamm des Sächsischen Berglandes, um den sich alle übrigen Abschnitte
des Gebietes gruppieren, ist das Sächsische Erzgebirge. Ihm schließt sich im
Westen das Vogtland, im Osten das Elbsandsteingebirge an, während es
sich nach Nordwesten hin ganz allmählich bis zur Ebene hin abdacht und seine Quellflüsse
durch Mulde und Saale zur Elbe hin entsendet.
Die hier zu betrachtenden Gebiete bilden in ihrer Gesamtheit das Königreich
Sachsen (15.000 qkm; fast 5 M. E.; auf 1 qkm 320).
a) Daß Erzgebirge gehört zu den höchsten deutschen Gebirgen. Sein Kamm
bildet die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen. Nach Böhmen hin fällt es steil
ab. Hier finden wir seine höchsten Erhebungen, den Keilberg (1240 m) und Fichtelberg.
Das Erzgebirge ist verhältnismäßig arm an Wald. Ackerbau wird selbst in den
höheren Teilen getrieben; allein wegen des steinigen Bodens, des rauhen und kalten
Klimas wollen selbst Kartoffeln und Hafer nicht recht gedeihen. Dennoch finden wir
hier eine so dichte Bevölkerung wie in keinem anderen gleichhohen deutschen Gebirge.
In früheren Zeiten lockte der Erzreichtum die Bewohner zur Ansiedlung.
Nach seinem Erlöschen mußten sich die Bewohner anderen Erwerbszweigen zuwenden.
Wie im Thüringer Wald blüht hier die Spielwarenfabrikation. Marknenkirchen
versendet für viele Millionen Mark Musikinstrumente aller Art. An anderen Orten
werden Strümpfe und Bänder gewebt, Löffel geschnitzt, kostbare Uhren hergestellt,
Bürsten, Pinsel und andere Sachen verfertigt. Von Annaberg und Umgebung
werden all die kleinen Sachen, die zum Schmuck von Kleidern dienen, bis nach Amerika
versandt. Die durch Barbara Uttmann eingeführte Spitzenklöppelei ist zurückgegangen,
vielfach ist an ihre Stelle die Herstellung von feinen Stickereien getreten.
In dem Berg- und Hügelland, das sich dem Gebirge nach Nordwesten hin unmittelbar
angliedert und das man als „unteres Erzgebirge“ zu bezeichnen pflegt,
reiht sich Dorf an Dorf, Stadt an Stadt. Da rauchen die Schornsteine, rasseln die
Maschinen. Der fruchtbare Boden birgt in seinem Innern reiche Schätze: Silber,
Blei und Kohlen. Im Plauenschen Grunde bei Dresden und in der Nähe von
Zwickau schaffen fleißige Bergleute aus über hundert Gruben die „schwarzen
Diamanten“ zutage, die nicht nur für die zahlreichen Hüttenwerke, in denen aus
heimischen und fremden Erzen die verschiedenen Metalle gewonnen werden, das
Brennmaterial liefern, sondern auch die Grundlage für eine rege Eisen- und Textilindustrie
geworden sind. Die Textilindustrie ist der Haupterwerbszweig. Da werden
Flanelle, Teppiche, Wachstuche, Buckskins, Kleiderstoffe, Handschuhe, Strümpfe
und tausend andere Dinge verfertigt, die bis nach Brasilien und Australien hin versandt
werden. Der Hauptort dieser großartigen Gewerbtätigkeit ist Chemnit (290 T.),
das „sächsische Manchester“. Daneben sind aber auch Glanchau, Neichenbach und