Der Kalser in Jerusalem. 17
Text er selbst bestimmt hatte: „Im Anfang war das Wort.
Und das Wort war bei Gott. Und Gott war das Wort-Und
das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und
wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen
vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“. Diese
geheimnisvollen Worte am Eingang des Johannesevangeliums
sind wohl selten an einem so bedeutungsvollen Ort vor einer
Gemeinde erklungen wie hier in der Stadt, wo einst in der
heiligen Nacht das Wort Fleisch ward, um unter uns zu
wohnen. Wohl besichtigte das Kaiserpaar nachher die Sehenswürdigkeiten
von Bethlehem in der Geburtskirche und die
schöne Aussicht auf das Hirtenfeld hinab. Aber am tiefsten
haftete im Gedächtnis des Kaisers der Eindruck dieses ersten
Gottesdienstes im Heiligen Lande, in der auf höchster Höhe
der Stadt stehenden evangelischen Kirche.
Seine ersten Eindrücke im Lande aber sprach er nachher
in einer Ansprache aus, die er auf der Dachterrasse vor der
Kirche an die versammelten Geistlichen aus Palästina und
Deutschland richtete. In den geitungen erhob sich bald ein
Streit um ihren Wortlaut. Ich habe sie aber unbemerkt in
Kurzschrift festgehalten. Er sagte auf die Streitigkeiten der
alten christlichen Konfessionen in der Grabeskirche anspielend:
„Ec# ist doch eine gewaltige Tatsache, an deren Schauplatz
wir stehen, die Emanation der Liebe des Schöpfers. Und wie
wenig entspricht dem das, was wir in Jerusalem gesehen
haben, wie es da an den heiligen Stätten zugeht. Ich bin
darum doppelt froh, hier in Bethlehem den ersten erhebenden
Eindruck im Heiligen Lande durch die Feier in Ihrer Mitte
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