Metadata: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

490 Bismarck wünscht belsische Auffassung deutschen Sriedensprogramms mu erfabren. 
*1296. Erlaß an den Gesandten in Darmstadt 
von Wentzel. 
[Konzept von der Hand des Vortragenden Aats Abesen.)] 
NReims, den 12. September 1870. 
Aus Ew. pp. gefälligem Bericht Ar. 46 vom 4. d. M., der mir über Berlin bier 
mgekommen ist, babe ich mit Befriedigung die erfreuliche Haltung der Bevölkerung bei dem 
Kundwerden der neuesten Ereignisse ersehen. 
Es würde mir erwünscht sein, daneben etwas Näheres über die Stellung und Haltung 
der Großberzoglichen Regierung namentlich über ihre Auffassung von dem eventuellen 
FSriedensprogramm Deutschlands sowohl, als von der künftigen Entwicklung der deutschen 
Verhältnisse m erfahren. Hat die Großberzogliche Regierung sich schon eine bestimmtere 
Ansicht über die von den deutschen Verbündeten bei etwaigen Griedensverhandlungen an 
Frankreich zu stellenden Bedingungen gebildet, und wie denkt man sich gerade in Darmstadt, 
welches Nord- und Süddeutschland angehört, die künftigen Beziehungen der süddeutschen 
Staaten? 
öch wünsche nicht, daß Ew. pp. darüber in irgendeiner amtlichen Weise eine Anfrage 
an die Großberjogliche Regierung richten; aber bei der Kleinheit und Bequembeit der 
dortigen Verhältnisse sollte ich meinen, daß Sw. pp. doch öfter Gelegenheit zu ungesuchten 
persönlichen Besprechungen mit Herrn von Dalwigk haben müssen, bei denen es Shnen leicht 
werden muß, die Konversation auf diese Gegenstände zu lenken, um sich über die Ansichten 
und Bestrebungen der Grohherzoglichen Regierung vertraulich zu unterrichtent. 
*1297. Schreiben an den Chef des Generalstabes der Armee 
General d. J. von Moltke. 
[Kon#2ept.] 
Man weiß, wie bitter Bismarck in den „Gedanken und Erinnerungen“ (II. 94 f.) Über 
die höberen milstärischen Kreise, insbesondere die sogenannten „Halbgötter" geklagt hat, die ihn 
von Anfang an von allen militärischen Veratungen aus#uschliehen Selucht. ihn ale mitseische. 
achrichten über militäri 
den b deten Kanqjl ben, würde dieser eine förmliche Verschwörung der 
kr, eat enernpdegegeben hneh- Aus der ersten Zeit des Krieges, wo bei dem 
d ilitäri begründet bat, wie es scheint, über das Maß leiner 
ln Einpichr Reueer aliensch Wn5 zn von milltärischen Nachrichten hat Bismarch 
in der ersten Seit des Sepe noch mit dem Drang der Aktionen (ogl. Rr. 1733) entschuldigt. 
Auf die Dauer frellich konnte bei der naben Berlbrung der Mllitäroerwaltung mit der 
2 Vgl. dazu Ar. 1819.