59
desto sicherer wirken, je weniger man diesen Zweck erreichen
zu wollen schien.
Ein koͤnigliches Edict ergieng, niemand in Granada sollte
gewisse beschriebene Maurische Kleidungen tragen, niemand gewisse
Maurische Gewohnheiten beobachten, niemand Arabisch
sprechen oder Kinder Arabisch lehren; dies alles wurde bei
Todesstrafe verboten.
Sogleich brach nun in Granadoa eine grosse Insurrection
aus. Johann von Austria führte zwei Jahre lang mit
einer beträchtlichen Armee einen harknäckigen Krieg gegen die
Insurgenten, und der Ueberrest, den der Krieg nicht aufgerieben,
wurde aus Granada hinweggebracht, und in die inneren
Provinzen des Castilischen Reichs versetz.
Ilistoria de BRebelion y Castico de los Bloriscos del Reyno do
Granada, por Luys del MARMOL. CARVAIAL. en Malaga
1600. fol.
Guerra de Granada hecha por el Rey de Espanna Don Felipe
II. contra los Moriscos de aduel Heyno sus Hebelles, por
D. Drego de MIENDOZA. publicada por Tribaldo de Tole--do.
Lisboa 1627. 4. Valencia 1730. 8. Valencia 1776. 4.
Geddes miscellan. Tracts. T. I. u. 1.
5. Diese Geschichten alle fielen gerad in die unglückliche
Zeit, da Philipp seinem einzigen Infanten Don Carlos, einem
Prinzen von 24. Jahren, nach langen vielfachen Entzweiungen
mit demselben, wo sich vielleicht oft die Schuld
zwischen Vater und Sohn theilte, heimlich den Proceß machen
und den Unglücklichen enthaupren ließ. Drei Monate nach- 1568
her starb auch die schwangere Königinn sehr schnell; Gai.
mit dem ungläcklichen Don Carlos von ganz gleichem Alter.
Die Nachrichten von Enthauptung des Prinzen beruhen nicht blos
auf der Erzählung von S. Real, sondern auch auf einer im
Deutsch. Mus. befindlichen Nachricht eines Augenleugen, der dabei
war, wie der Sarg des Prinzen auf Verlangen der jetzigen
1568