Blätter
für
Rechtsanwendung
zunächst in Bayern.
Nr. 22. Samstag, den 29. Okt. 1842.
Mittheilung der Gerukung zur Uebenverantwortung.
Die bayer. GO. Kap. 15, §S. 7, Nr. 7 hatte
angeordnet, daß die Verantwortung des appellatischen
Theils unter Anberaumung eines peremtorischen
30 tägigen Termins und zwar sub porna
praeclusionis abgefordert werden soll. Diese
Bestimmung wurde im Prozeßgesetze v. J. 1819,
§ 25 dahin abgeändert, daß ein Tag zur Akteninrotulation
anzuberaumen, hiezu die Partheien vorzuladen
und der Appellat bis zu diesem Termine oder
in demselben eine Nebenverantwortung übergeben,
auch der Appellation adhäriren könne. Es war
demnach gemäß jener Prozeßnovelle die Nebenverantwortung
nicht mehr abzufordern, sondern es
stand dem Appellaten nur frei, ob er solche in der
gesetzlichen Frist übergeben wolle. Der Landtagsabschied
vom J. 1831, Abschn. 3, §. 9 nahm die
Vorschrift der Prozeßnovelle vom J. 1819, 8. 25
wegen Vornahme der Akteninrotulation zurück,
und beließ es in soweit bei der GO. Kap. 14,
Da nun Kap. 14, §. 3 nur von der Inrotulation
allein handelt, welche vor dem Urtheil,
namentlich vor jenem erster Instanz, auf Begehren
einzutreten hat, so war die im Proz. Ges.