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Mauerwerk, begünstigte den Ausfallkrieg
und wurde hiermit der Schöpfer der
neuen niederländischen Befestigungsmanier,
in welche er im allemeinen
das Bastionär-, Tenaillen= und
aponniersystem rationell verschmolzen
hat. — In Frankreich wurde dann das.
Vaubansche Bastionärtracé in seinen Einzelheiten
weiter entwickelt und in seinen
Vrundzügen so viel variiert, daß man zu
Anfang dieses Jahrhunderts bereits mehr
als 180 neue Bearbeitungen desselben
zählte. Von Einfluß waren Cormontaigne
(1696—1752) durch Vergrößerung
der Bastione und Raveline sowie
Deckung des Mauerwerks; Bousmard
(1747—1807) durch Traversicrung gepen
Rikoschettfeuer; Carnot (1753— 1817)
durch Begünstigung der Ausfälle durch
das Glacis en contrepente und Aulage
von kasemattierten Mörserbatterien in der
Spitze der Werke; Chasseloup (1755—
1833) durch reiche Kasemattierung, Verbesserung
des gedeckten Wegs und Begünstigung
der Ausfälle von der Kehle
detachierter Bastione.
Während sich die Franzosen ausschließlich
in dem Kreis Vaubanscher Ideen bewegten,
nahm der Festungsbau in Preußen,
besonders unter Friedrich d. Gr., welcher
eigenhändig Entwürfe aufstellte, einen
selbständigen Entwickelungsgang, wozu
die Befestigungen in Schlesien und Wes-=preußen
Gelegenheit boten. Wallrawe
(1692 — 1748) befestigte Stettin und
Magdeburg nach originalen Ideen, wobei
die Enveloppe als wichtige Außenposition
zur Anwendung kam; 1763 wurde das
Bastionärsystem aufgegeben und das Tenaillensystem
angenommen und geschickt
entwickelt; Schweidnitz erhielt einen
Hauptwall nach dem Polygonaltracé
mit Kaponnieren, 5 isolierte Forts und
andre vorgeschobene kasemattierte Werke,
wodurch eine Offensivverteidigung ermöglicht
wurde, wie sic bis dahin keine F. gestattete,
und der Ubergang zu der neuen
preußischen Befestigung sich unmittelbar
anbahnte. — Indes auch in Frankreich
trat ein Franzose, und zwar ein Nichtingenieur,
Montalembert (1714—
1802), gegen das dort herrschende Befesti-Festung
(Entwickelung der verschiedenen Sysleme).
gungssystem mit seinem Polygonaltracés
auf, welches bei einfachem Grundriß mit
Flankierungen im Graben zahlreiche Kasematten
und Defensionskasernen zur Geschütz=
und Abschnittsverteidigung hatte.
Die Kaponnieren vor der Mitte der Front
zu deren Flankierung gestatteten, jener
eine bedeutende Länge zu geben, also große
Räume einzuschließen, deren Umsaste#n
sehr schwierig war.
Nachden Befreiungskriegen von 1813—
1815 trat an die meisten größern Staaten
die Aufgabe heran, teils ältere Festungen
umzubauen oder zu erweitern, teils neue zu
bauen. In Frankreich wurde so die Befestigung
von Paris und Lyon, in Preußen
von Köln und Keoblenz, in Deutschland von
Germersheim, Rastatt, Landau und Ulm
als Bundesfestungen in Aussicht genommen.
Es lag nahe, eine gründliche Untersuchung
des bis dahin herrschenden Befestigungswesens
vorzunehmen, bevor
man sich zur Aufwendung so bedeutender
Bausummen entschloß, und man stellte
nun unter anderm folgende Bedingungen
auf: Schutz der offenen Walllinien gegen
Rikoschettfeuer; zweckmäßige, gut gedeckte
Geschützaufstellungen; bombensichere Unterkunft
für Besatzung und Material;
Ermöglichung einer starken Infanterieoffensive
und Festhaltung des weitern
Vorterrains durch Anlage vorgeschobener
Werke; Erschwerung des Breschierens
durch entsprechende Anordnung des
Mauerwerks 2c. In Frankreich hielt
man am Bastionärtracé fest, zu welchem
wichtige Verbesserungsvorschläge von
Choumara ausgingen, der durch eine
Kapitaltraverse im Bastion dieses gegen
Flanken= und Rückenfeuer sichern wollte
und auf innere Verteidigung großen Wert
legte; General Haxo wollte eine einfache
bastionierte Enceinte, Rogniatdetachierte
Forts haben; man verband daun beides,
baute dauach Paris und Lyon und versah
die Wälle mit Hohltraversen und Geschützständen
à la Haxo. — In Preußen ging
man auf den unter Friedrich d. Gr. eingeschlagenen
Wegen weiter, band sich prinzipiell
an keins der berrschenden Sysleme,
sondern stellte folgende Grundsätze für die
Nenbefestigungen auf: Es werden nur