Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1878. (12)

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Wird  nachgewiesen,  daß  das  Vergehen  ohne  ihr  Wissen  verübt  worden,
so  haften  sie  nur  für  die  Spielkartenabgabe.

§.  19.

Hinschtlich  des  administrativen  und  gerichtlichen  Strafverfahrens  wegen
der  Zuwiderhandlungen  gegen  dieses  Gesetz,  hinsichtlich  der  Strafmilderung  und
des  Erlasses  der  Strafe  im  Gnadenwege  kommen  die  Vorschriften,  nach  welchen
sich  das  Verfahren  wegen  Zuwiderhandlungen  gegen  die  Zollgesetze,  wo  solche
nicht  in  Kraft  bestehen,  gegen  die  Gesetze  über  die  indirekten  Abgaben  richtet,
zur  Anwendung.

Alle  auf  Grund  dieses  Gesetzes  erkannten  Geldstrafen  und  eingezogenen
Gegenstände  fallen  dem  Fiskus  desjenigen  Staats  zu,  von  dessen  Behörden  die
Strafentscheidung  erlassen  ist.

§.  20.

Die  Strafverfolgung  von  Zuwiderhandlungen  gegen  die  Vorschriften  über
den  Spielkartenstempel,  sowie  der  Anspruch  auf  Nachzahlung  der  hinterzogenen
Abgaben  verjährt  in  drei  Jahren.

§.  21.

Die  Erhebung  und  Verwaltung  des  Spielkartenstempels  erfolgt  durch  die
Zoll-  und  Steuerbehörden  und  -Beamten  nach  näherer  Vorschrift  des  Bundesraths.
  Außer  diesen  haben  alle  diejenigen  Staats-  oder  Kommunalbehörden,
Beamten  und  Bediensteten,  denen  eine  Polizeigewalt  anvertraut  ist,  die  Verpflichtung,
  die  Verfolgung  der  zu  ihrer  Kenntniß  gelangenden  Zuwiderhandlungen
gegen  dieses  Gesetz  zu  veranlassen.

Bezüglich  der  Vollstreckbarkeit  und  des  Vollstreckungsverfahrens  werden  die
Spielkartenstempelabgaben  den  Landesabgaben  gleich  geachtet.

§.  22.

Die  Reichsbevollmächtigten  und  Stationskontrolöre  üben  in  Bezug  auf
die  Ausführung  dieses  Gesetzes  dieselben  Rechte  und  Pflichten,  welche  sie  bezüglich
der  Erhebung  und  Verwaltung  der  Zölle  und  der  gemeinschaftlichen  Verbrauchssteuern
  zu  üben  haben.

§.  23.

An  Erhebungs-  und  Verwaltungskosten  werden  jedem  Bundesstaate  fünf
Prozent  der  in  seinem  Gebiete  zur  Erhebung  gelangenden  Stempelabgaben  von
Spielkarten  vergütet.