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Reiche einen Tag Poͤnitenz bei Wasser. und Brod mit drei
Denarien, der Arme mit einem Denarius abkaufen. So
waren Tage und Wochen und Jahre von Fasten auf gewisse
Summen von Almosen reducirt, und es hieng vom Beichtpriester
ab, ob er diese Verwechselung der Poͤnitenzarten in
jedem einzelnen Fall gestatten wollte. Das Poenitentiale
war ohnedieß nur ein Buch für ihn, nicht für den Laien,
und der Eigennutz des Priesters konnte sich auch bei diesen
Verwechslungen noch nicht in's Sniel mischen, denn das Geld
kam nicht der Kirche und ihm zu statten, sondern den
Armen.
g. 6.
Diese neue Methode der Sünden-Taration war noch
kein halbes Jahrhundert alt, so zeigte sich schon ein verderblicher
Mißbrauch. Die Beichtkinder maaßten es sich selbst
an, zwischen Fasten und Almosengeben zu wählen, oder
glaubten, es sey wohl das nehmliche, ob sie selbst die Pfalmen
beteten, oder ob sie von andern in ihrem Namen gebetet
wuͤrden. Schon im Jahr 74) eifert eine englische Nationalsynode
gegen diesen Mißbrauch, aber der Mißbrauch
war für den Beutel des Klerus und der Mönche zu vortheilhaft,
daß er hätte sollen so leicht gehoben werden. Denn
gewöhnlich waren die Mönche die Vikarien, welche zum Beten
und Pfalmsingen besiellt wurden 7).
" Conon zy. Conc. Cloveshov. (Mansi Tom. XII. peg. 496.)
Weil das Ganze zu weitläufgg wäre, so setze ich hier bloß die
wichtigsten Worte des Kanons:
De hoc prolikins ideo disputandum est, quia nuper duidam
dives secundum hoc vaeculum, petens reconcilistionem
Pro magno quodam fsacinore suo citius sibi deri: afflirmens
in zuis literis idem nelas jurta muliorum promissa in tantum