Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1884. (18)

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gelangt  sind,  offenbaren,  oder  geheim  gehaltene  Betriebseinrichtungen  oder  Be—
triebsweisen,  welche  kraft  ihres  Amtes  oder  Auftrages  zu  ihrer  Kenntniß  gelangt
sind,  solange  als  diese  Betriebsgeheimnisse  sind,  nachahmen.

Thun  sie  dies,  um  sich  oder  einem  Anderen  einen  Vermögensvortheil  zu
verschaffen,  so  kann  neben  der  Gefängnißstrafe  auf  Geldstrafe  bis  zu  dreitausend
Mark  erkannt  werden.

Zuständige  Landesbehörden.  Verwaltungsexekution.

§.  109.

Die  Zentralbehörden  der  Bundesstaaten  bestimmen,  von  welchen  Staatsoder
  Gemeindebehörden  die  in  diesem  Gesetze  den  höheren  Verwaltungsbehörden,
den  unteren  Verwaltungsbehörden  und  den  Ortspolizeibehörden  zugewiesenen  Verrichtungen
  wahrzunehmen  sind  und  zu  welchen  Kassen  die  in  §§.  11  Absatz  3,
35  Absatz  2,  82  Absatz  2  und  85  Absatz  2  bezeichneten  Strafen  fließen.  Diese,
sowie  die  auf  Grund  der  §§.  49  Absatz  3,  103  bis  105  erkannten  Strafen,  desgleichen
  die  von  den  Vorständen  der  Betriebs-(Fabrik-)  Krankenkassen  verhängten
Strafen  (§.  80  Abs.  1)  werden  in  derselben  Weise  beigetrieben,  wie  Gemeindeabgaben.


Die  von  den  Zentralbehörden  der  Bundesstaaten  in  Gemäßheit  vorstehender
Vorschrift  erlassenen  Bestimmungen  sind  durch  den  Deutschen  Reichsanzeiger  bekannt
zu  machen.

Zustellungen.
§.  110.

Zustellungen,  welche  den  Lauf  von  Fristen  bedingen,  erfolgen  durch  die  Post

mittelst  eingeschriebenen  Briefes  gegen  Empfangsschein.
Gesetzeskraft.
§.  111.

Die  Bestimmungen  der  Abschnitte  II,  III,  IV,  V  und  VIII,  die  auf  diese
Abschnitte  bezüglichen  Strafbestimmungen,  sowie  diejenigen  Vorschriften,  welche
zur  Durchführung  der  in  diesen  Abschnitten  getroffenen  Anordnungen  dienen,
treten  mit  dem  Tage  der  Verkündung  dieses  Gesetzes  in  Kraft.

Im  übrigen  wird  der  Zeitpunkt,  mit  welchem  das  Gesetz  in  Kraft  tritt,
mit  Zustimmung  des  Bundesraths  durch  Kaiserliche  Verordnung  bestimmt.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Coblenz,  den  6.  Juli  1884.

L.  S.)  Wilhelm.

Fürst  von  Bismarck.

 

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