Metadaten : Allgemeines Baugesetz für das Königreich Sachsen vom 1. Juli 1900.

6  Einleitung.

Württemberg  erließ  die  Neue  Allgemeine  Bauordnung
  vom  6.  Okt.  1872;

Baden  die  Landesverordnungen  vom  5.  Mai  1869,
27.  Juni  1874  und  21.  März  1888,  sowie  das
Gesetz,  die  Ergänzung  des  Gesetzes  vom  20.  Febr.
1868  über  die  Anlage  der  Ortsstraßen  und  die  Feststellung
  der  Baufluchten  sowie  das  Bauen  längs
der  Landstraßen  und  Eisenbahnen  betr.  (Gesetz  über
die  Neueinteilung  der  Grundstücke  zu  Bauzwecken),
vom  6.  Juli  1896;

Hessen  die  Allgemeine  Bauordnung  vom  30.April  1881;

Hamburg  ein  Baupolizeigesetz  vom  23.  Juni  1882
mit  mehrfachen  Nachträgen,  das  übrigens  demnächst
  wieder  geändert  werden  soll,  sowie  Gesetze
  vom  30.  Dez.  1892,  9.  Febr.  1894  und
12.  Juli  1895,  betr.  den  Bebauungeplan  für  die
Vororte  auf  dem  rechten  Elbufer.

Auch  in  Sachsen  war  bereits  im  Jahre  1881  ein
Anlauf  zur  Revision  unserer  Baugesetzgebung  genommen
worden.  Der  Entwurf  einer  Allgemeinen  Bauordnung
wurde  im  Ministerium  des  Innern  aufgestellt  und  mit
einer  Kommission  von  Beteiligten  ausführlich  durchberaten.
Doch  gelangte  die  Sache  damals  nicht  zum  Abschluß.

Infolge  von  Petitionen  des  Vereins  Leipziger  Architekten
  und  der  Innung  geprüfter  Maurer=  und  Zimmermeister
  zu  Leipzig  sowie  des  Dresdener  Architektenvereins
und  des  Allgemeinen  Sächsischen  Baugewerkenvereins
und  Bezirksverbandes  Sächsischer  Bauinnungen  wurde
die  Frage  auf  dem  Landtage  1897°.98  von  neuem  angeregt
  und  durch  den  übereinstimmenden  Beschluß  beider
Kammern,  welcher  die  Petition  der  Staatsregierung  zur
Berüchsichtigung  überwies  (vgl.  Ständische  Schrift  Nr.  18),
das  Verlangen  nach  einer  Revision  auedrücklich  ausgesprochen.


Für  eine  solche  Revision  ließen  sich  nach  der  Begrindung
  S.  44  insbesondere  folgende  Gesichtspunkte
geltend  machen: