Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1885. (19)

§.  11.
Innezuhaltende  Fehlergrenzen.
Die  im  Mehr  oder  im  Minder  zuzulassenden  Fehler  dürfen  höchstens
betragen:
bei  20  Liter  1/400  des  Soll-  Raumgehalts  oder  50  Kubikcentimeter

10  ¼00   25
5  ¼00  -  12,5
2  -  ¼00  -      5
1 - ¼00  2,5
½  ½00  2,5
¼  ½00  1,25
0,2  ½00  1
0,1  1/100  1
0,05  1/100  0,5
0,02  1/50  0,4
0,01  1/50  0,2
§.  12.
Stempelung.

1.  Die  Stempelung  erfolgt  bei  denjenigen  metallenen  Maaßen,  bei  welchen
der  Flüssigkeitsspiegel  der  richtigen  Füllung  mit  dem  oberen  Rande  in  einer  Ebene
liegt,  durch  Aufdrücken  oder  Aufschlagen  zweier  einander  gegenüber  auf  oder  dicht
unter  dem  Rande  anzubringender  Stempel,  bei  den  metallenen  Maaßen  mit  Ausflußöffnungen
  oder  mit  Stiften  in  entsprechender  Weise  dicht  unter  dem  unteren
Rande  jeder  solchen  Oeffnung  beziehungsweise  auf  dem  außen  für  jeden  Stift
vorhandenen  Zinntropfen.  Wenn  eine  der  obigen  Stempelungen  nicht  unmittelbar
auf  oder  dicht  unter  dem  Rande  oder  auf  den  etwa  vorhandenen  verstärkenden
Ringen  ausführbar  ist,  darf  dieselbe  entweder  auf  dem  Kopfe  eines  Kupfer-  oder
Messingnietes  oder  auf  einem  schwalbenschwanzförmig  eingesetzten  Kupfer-  oder
Messingplättchen  oder  auf  einem  Zinntropfen  oder  auch  auf  einer  mit  Zinn  ausgegossenen
  Höhlung  erfolgen.

2.  Bei  gläsernen  Maaßen  erfolgt  die  Stempelung  ausschließlich  durch
Aufätzen  je  eines  Stempels,  und  zwar  bei  den  Randmaaßen  an  zwei  einander
gegenüberliegenden  Stellen  dicht  unter  dem  Rande,  bei  den  Strichmaaßen  dicht
unter  jeder  der  beiden  Strichmarken.

3.  Bei  Blechmaaßen,  welche  nicht  aus  einem  Stück  getrieben  oder  nicht
mittelst  Hartlöthung  hergestellt  sind,  ist  die  an  der  Wand  herablaufende  Löthfuge
auf  einem  Zinntropfen  an  derjenigen  Stelle  zu  stempeln,  wo  dieselbe  auf  den  die
Wandfläche  außen  umschließenden  oder  sich  innen  anschließenden  umgebogenen
Rand  des  Bodens  trifft.  Bei  einem  mit  dem  umgebogenen  Rande  sich  innerlich
an  die  Wandfläche  anschließenden  Boden  ist  außerdem  an  einer,  letzterem  Stempel

Reichs.  Gesetzbl.  1885.  1.  b