Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1889. (23)

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haben  neue  Mitglieder  ihre  Unterschrift  vor  dem  Gerichte  zu  zeichnen  oder  die
Zeichnung  in  beglaubigter  Form  einzureichen.  Eine  Abschrift  der  Urkunden  über
ihre  Bestellung  oder  über  die  Beendigung  ihrer  Vollmacht  ist  der  Anmeldung
beizufügen  und  bleibt  in  der  Verwahrung  des  Gerichts.  Soweit  eine  Wiederwahl
von  Vorstandsmitgliedern  erfolgt  ist,  unterbleibt  die  Veröffentlichung  der  Eintragung.

§.  29.

Die  Aenderung  in  dem  Vorstande  oder  Beendigung  der  Vollmacht  eines
Mitgliedes  und  eine  Aenderung  des  Statuts  rücksichtlich  der  Form  für  Willenserklärungen
  des  Vorstandes  kann,  solange  sie  nicht  in  das  Genossenschaftsregister
eingetragen  und  öffentlich  bekannt  gemacht  ist,  einem  Dritten  von  der  Genossenschaft
  nur  entgegengesetzt  werden,  wenn  letztere  beweist,  daß  derselbe  beim  Abschlusse
  des  Geschäfts  von  der  Aenderung  oder  Beendigung  Kenntniß  hatte.

Nach  geschehener  Eintragung  und  Bekanntmachung  muß  der  Dritte,  sofern
nicht  durch  die  Umstände  die  Annahme  begründet  wird,  daß  er  beim  Abschlusse
des  Geschäfts  die  Aenderung  oder  Beendigung  weder  gekannt  habe  noch  habe
kennen  müssen,  dieselbe  gegen  sich  gelten  lassen.

§.  30.

Der  Vorstand  hat  ein  Verzeichniß  der  Genossen  zu  führen  und  dasselbe
mit  der  Liste  in  Uebereinstimmung  zu  halten.

§.  31.

Der  Vorstand  ist  verpflichtet,  Sorge  zu  tragen,  daß  die  erforderlichen
Bücher  der  Genossenschaft  geführt  werden.

Er  muß  binnen  sechs  Monaten  nach  Ablauf  jedes  Geschäftsjahres  die
Bilanz  desselben,  die  Zahl  der  im  Laufe  des  Jahres  eingetretenen  oder  ausgeschiedenen,
  sowie  die  Zahl  der  am  Jahresschlusse  der  Genossenschaft  angehörigen

Genossen  veröffentlichen.  Die  Bekanntmachung  ist  zu  dem  Genossenschaftsregister
einzureichen.

§. 32.

Die  Mitglieder  des  Vorstandes  haben  die  Sorgfalt  eines  ordentlichen  Geschäftsmannes
  anzuwenden.

Mitglieder,  welche  ihre  Obliegenheiten  verletzen,  haften  der  Genossenschaft
persönlich  und  solidarisch  für  den  dadurch  entstandenen  Schaden.

Insbesondere  sind  sie  zum  Ersatze  der  Zahlung  verpflichtet,  wenn  entgegen
den  Vorschriften  in  §§.  19,  22  der  Gewinn  oder  das  Geschäftsguthaben  ausgezahlt
  wird.

Die  Ansprüche  auf  Grund  der  vorstehenden  Bestimmungen  verjähren  in
fünf  Jahren.

Reichs-Gesetzbl.  1889.  16