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Eine gleiche Förmlichkeit ist zu beobachten, wenn ein Mitglied der Landesherrlichen
Familie ein bereits schriftlich verfasstes Testament übergicbt.
Art. 17. Von einem dazu abgeordneten Staatsrathe und dem Staatsraths-Secretair,
im Beisein des Staatsraths-Auditors, der dabei das Ministere public ausübt,
sollen auch alle Versiegelungen und Inventarisirungen geschehen, die in Absicht
des Landesherrn selbst oder der Landesherrlichen Familie vorfallen. Von
ihm wird auch die Theilung der Verlassenschaft besorgt, und werden alle Beschwerden
über Verletzung bei dieser Theilung bei ihm angebracht, darüber auch
mit Vorbehalt des Rechtsinittels der Actenversendung gegen das Erkenntniss entschieden.
Art. 18. Alle Urkunden, welche eine letztwillige Disposition des Landesherrn
oder einer zu seiner Familie gehörigen Person betreffen, so wie alle übrige
Art. 13. gedachte Urkunden, werden in das Archiv des Staatsraths, in einem dazu
besonders bestinımten wohlverwahrten Schranke niedergelegt, welcher mit so vielen
verschiedenen Schlössern versehen ist, als Staatsräthe, einschliesslich des Staatsraths-Secretairs,
vorhanden sind.
Art. 19. Unser Staatsrath ist auch der Vollzieher der letztwilligen Disposition
des Landesherrn und der Glieder seiner Familie, und besorgt gleichergestalt
die Eröffnung und Publication des Testaments.
Da Wir mit diesem Haus- und Familiengesetze die Beförderung der Würde
Unsers Herzoglichen Hauses und des Wohls der Mitglieder desselben bezwecken,
so wollen Wir auch, dass denselben überall nachgegangen werde.
Zu mehrerer Bekräftigung haben Wir diese Urkunde eigenhändig unterschrieben
und mit Unserm Insiegel bedrucken lassen.
So geschehen, in Unserer Residenzstadt Köthen, am 24. Juli 1811.
August Ch. F., H. z. Anhalt.
Da aus diesem Haus- und Familiengesetze erhellet, dass Sr. Königl. Hoheit,
dem Herrn Grossherzoge zu Hessen - Darmstadt die IRegierungsvormundschaft über
den Regierungsnachfolger, den Durchlauchtigsten minorennen Herzog, Herrn Ludwig
von Anhalt-Köthen, übertragen worden, so wird den Unterthanen dieses Herzogthums
in dieser Hinsicht eröffnet, dass allerhöchstgedachte Seine Königl. Hoheit
bereits im verwichenen Jahre, als der unterzeichnete Geheine Staatsrath von Dabelow
nach Darmstadt abgesandt worden, die eventuelle Annahme jener Regierungs-
Vormundschaft in einer Urkunde zu erklären, allergnädigst geruhet haben.
Köthen, den 6. Mai 1812.
Herzogl. Anhalt. Staatsrath daselbst.
Dabelow. L. L. Vierthaler. J. F. Rindfleisch.
J. W. E. Kohl.