Full text : Hand- und Lehrbuch der Staatswissenschaften. Erste Abteilung VII. Band. Das Verkehrswesen (1_7)

4.  Kapitel.  Die  Aufgaben  d.  öffentl.  Gewalt  gegenüber  den  Eisenbahnen.  277

Die  Beanspruchung  des  Eisenbahnnetzes  für  den  Güterverkehr  ist
biernacb  sehr  verschieden,  was  mit  den  wirtschaftlichen  Verhältnissen
zusammenhängt.  Deutschland  gehört  zu  den  Ländern  mit  besonders
dichtem  Eisenbahngüterverkehr.

Im  Personenverkehr  liegen  die  einzelnen  deutschen  Gebiete  weniger

weit  auseinander.

1908  1695
1000  Personenkilometer

auf  den  preußisch-hess.  Staatsbahınen  627,4  357,8
”„   »  badischen  „  619,1  334,3
»  „Sächsischen  n  589,5  390,7
%  _„  württemberg.  n  71,1  277,7
»  „   Reichseisenbahnen  544,3  267,8
»„  »  bayerischen  Staatsbahnen  365,3  206,9
»  „n  deutschen  Privatbahnen  241,0  202,9

Preußen  steht  hier  obenan.

Auf  1  km  Betriebslänge  kamen

An  Belgiens  Personenverkehrsdichte

reicht  es  freilich  nicht  heran.  Auf  1  km  Betriebslänge  entfielen

1908

1895

1000  Personenkilometer

auf  den  belgischen  Staatsbahnen  925,1  498,9
»  „»  deutschen  Bahnen  948,8  315,4
n  »  Schweizer  „  451,1  249,4
»   »  hiederländ.  Staatsbahnen  131,2  242.9
“  „  französischen  Hauptbahnen  399,0  294,0
»„   „  dänischen  Staatsbahnen  388,1  212,0
»“  „Österreich.  „  360,0  219,3
„9  Ungar.  „  312,7  216,5
„»   „  russischen  „  300,4  214,6
»   »  schwedischen  „  171,2  76,5
»   »  Bahnen  der  Ver.  St.  von  Am.  130,1  68,6
»  „  norwegischen  Bahnen  110,2  91,6

Auch  hier  nimmt  Deutschland  eine  hohe  Stellung  ein.  Das  kleine,
gewerblich  so  sehr  betriebsame  und  überdies  durch  seine  Seebäder
starken  Personenverkehr  anziehende  Belgien  ist  aber  selbst  der  hohen
deutschen  Personenverkehrsdichte  voraus.

4.  Kapitel.  Die  Aufgaben  der  Öffentlichen  Gewalt

gegenüber  den  Eisenbahnen.
$  1.  Die  Betätigung  der  öffentlichen  Gewult  beim  Eisenbuhnwesen.
Bereits  im  I.  Abschnitt,  Kapitel  4,  ist  des  näheren  dargelegt,  wie

mannigfach  der  Anlaß  zum  Eingreifen  der  Öffentlichen  Gewalt  in  das
Verkehrswesen  ist.  Für  die  Einzelheiten  kann  auf  das  dort  angeführte