Lummer 134
sahren. Die beiderseits angesetlen Kräfte halten
einander die Wage. Starke italienische Angrisse
vegen unseren Südflügel murden durch Gegenstöße
wellgemacht. Bei Zhiesanova wars dae.
altbewährte scheesische Jufantelieregiment Nr. 1
durch rasches Zugreifen den in unsere Slellungen
eingedrungenen Italiener wieder hinaus. Zwischen
der Piave und der Brenta setzte der Feind
seine Versuche, die von uus am 15. Juni gewonnenen
Stellungen urückzuerobern, mit Jähigjeit
sort. Sein Hauplsloß richtele sich getern
gegen den Naum des Monte Solarol?. Der bis
an unsere Gräben vorgetragene Angriff führte
zu erbitlerten Nahlämpfen, in denen ein Großteil
des Feindes niedergemach!, der Rest zurück
trieben wurde. Von Vatklerien der Grazer 1. und
Kralauer 53. Feldarlillerie Bligade vortrefslich
unterstützt, haben sich, seil 3 Wochen salt unnnterbrochen
im Kampf siehend, nioder die Schlesier
des Bataillons II 120 und Voeniasen des 4.
Regiments besonders ausgereichnet. Die Verluste
des Gegners sind außerordemlich schwer.
Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden
und an der Tiroler Front lebhafte Artillerietätigleit.
Der Chef des Generalstabs.
—
Mordgelülle cines amerilanischen
Offiriere.
Von der Westfront wird uns geschrieben:
„Daß die weisten und sarbigen Ententebrüder sich
an deutsch en Verwundeten vergrissen haben und
sic in lierischer Weise mißhamellen, im zu wie.
derholten Malen bewiesen und durch Augen:en-Len
erhärtet worden. Kaum am die Front gekommen,
haben jetzt auch Amerikaner, ennächt
Offiiere, lolonial französisch engtische Niedertracht
sich gelehrig en eigen gemacht. Folgender
Fall beweifst, wie wenig man in sittlicher Bezie
hung auch von diesen en erwanten hat.
Ein (Orenadier aus Oberschlesen mar bei einem
erfolgreichen Erlundungre: orürh schmer verwun.
det worden. Neben ihm lag ein durch Vauchschuß
vermundeter Amerikaner. . Als dieser
cine amerilan. Rattrouille, bessehend aus einem
Osfinier und einem Gemeinen, uhen hörte, machte
er sich bemerlber. Der amer#ilanische Offi= ier
geriet beim Anllick des deutshen Soldaten in
maßlose Wut und versuchte imn blindlings mit
seinem Revolver nieder’uschieim, obwmohl er an
den blulülernrömtien Reinen sah, daß es sich um
einen Schwervermundeten und böllig Wehrlosen
Dandelte. Nur den Vilten des verwundelen
Ameritanerr, der selbm ann eigeren Leibe erfahren
und gesehen haite. mie die DHeutschen ihn nach
seiner Verwmundung als Kamraden behandelt
hatten und dem energischen Auftreten des ande
Tren amerilanischen Gemeinen, der deutsch sprach,
ist es zu danten, d.###der O ffi#r den bereits er-Liobenen
Reyolder al wise. -Se lonnien aber nicht
Lindern, daß er kden la ntanfiüöhnenden Grena.
dier mit Furrit ten von seiner Bahre heruniersließ
und ihn bohnlachend seinem Schicsal überließ.
Am Abend murde dann der Grenadier durch
eine deutsche Offitierspatron#e in die eigenen
Linien #urüdgeholl, doch war #eine Verwundung
durch die unme#ichliche und robe Vehandlung so
verschlimmert. dan sein Vein im Feldlar##rel amputiert
werden miutte.“
Die .. Baradlonq“ Mörder und die 2ahlreichen
sramösischen Qnäler mehrloser Deutscher haben
in diesem .. eensennn aur Amceika einen würdigen
(Genossen erhatt
[Munitiane Frrrleien in Grenoble.
Henf. 5. v. (Tel. Union). Das Lyoner
Blall „„Progres“ meldet die Explosien eines
Munitionsdepot in Grenohle. Da der enlilandene
Brand bieher nichl gelöset werden konnte.
stehen weitere Eiplosionen an#rennender Lager
bevor.
De Broksamanon bes neuen
Snttans.
* Konstantinopel „4. 7. Mit großer
Feierlichleit fand heute Vormiltag die Prollamierung
der Sulians Mohammed: VI. im Palast
Top Karu att. Um 1.) Uhr 50 Minuten
trat der Sulian in den Thronfnal ein, in dem
bereits der Thronfolger, Prin; Abdul Medjid--Effendi,
die laiserlichen Prin'en, der Großmefir,
der Scheich ül Fslam, die Minister, das Parlament
und der Knedive versommelt waren. Nach.
dem der Sullan einen Angenbück auf einem Ses.
sel neben dem Threue Platz genommen hatle. be-Kann
die Jerenie onic, wobei die Anwesenden das
Satschk, da eine Hand des Padischah darilellt,
küssen. Nach dieser Zeremonie nahm der Sullan
auf dem Throne Platz. Abgeardnete aus dem
Vordkaulasus und Aserbaidscan wohnten der
Feier bei.
Auf die Feier solgte die Beisetzung der Leiche
Mohammeds V., die zu den Waschungen nach
dem Palast Top Kapn gebracht worden war.
Der Sultan folgte dem mit bunten Decken reich
behangten Zarge bis an das Tor des Palastes.
Dann begab er sich auf seiner Yacht nach Ejub,
wohin die Leiche auf einem Motorboott geschafft
wurde. Dort fand die Beisetzung in dem von
Mohammed V. errichteten Grabmal statt.
Wose# u#t
Maudsch#s
Ein Börsenstreik!
* Verlin, 5. Juli.
Man schreibt und: In dieser schweren Zeil.
in welcher das deutsche Voll mit einer Steuerlast
von über vier Milliarden Mark bepackt
wird sollte man so viel Gemeinsinn von allen
Gruppen unseres Volles erwarten, dahz sie mit
u ihrem Teile beitragen helfen, um dem Reiche
die dringend nöligen Mittel bereilinflellen. Man
sollte dan um so mehr von den Kreisen erwarten,
welche gerade die Kriegs-„Konjunktur“
benutzen lonnten, um nicht gerade unbedentende
Gewinne an ihre Seile zu bringen. Das Schauspiel,
melches aber in diesen Tagen die Börse
bielel, ist erbärmlich. Der Zentrumsabgeordneie
(Cröber halle im Reichetagsausschuß einen Antrag
geslellt, welcher den Börsenstempel beraufsellte.
Die Annahme dieses Antrages hat in
Vörsenkreise# chl nur zu den schärfften Proleĩten
geführt. einige Börsen haben es sogar serlig
gebracht, ihren Verlehr völlig ein ustellen.
alio zu Nreilen. Es merden jetzt in allen
Teilen des Reiches enlrüstete Proteilversammlungen
abgehalten, und der Prolest, der gegen
diesen Reich' tagsbeschluß in S#ne geietzt wird.
crinnert an die trübsten Zeiten der steuerlichen
Interessenlämpsfe. In einer Zeit, da jeder einelne
im Volle, und gerade die mitlleren Schichten,
sehr flarle Opfer auf sich zu nehmen haben
und in Würdigung der vaterländischen Not auch
verständnisvoll auf sich nehmen, miniet es doch
eigenartig an, daß die Vörse für ihre Spekulationen
eine besonders bevoruugte Siellung beansprucht.
Was soll man aber erst darn sagen.
nenn gerade diese Kreise mit einer Maßnahme
drohen und sie durchsetzen, welche gerade im
Kriege zu den verpöntesten Drudmitteln gehören.
Man lann nur die Hosfnung aussprechen,
daß der Reichstag sich von den in
die Wege geleileten Manövern nich! beeinslus—
sen läßt und seine Entscheidungen nach PFflichtmäßigem
Ermessen und vor allem nach dem
überragenden Grundsatz der ausgleichenden Gerechtiglein
trifftl.
Die Beurlaubungen für die Landwirtschaft.
Abg. Diernreilter (gtr.) hat in der Kammer
der Abgeordneten solgende kurze Aufrage
ein (gebracht: Mit Kriegoministerialerlaß vom
15. Jannar 1918. die Regelung des Urlaubsrsens
betressend, wurde befliumt, daß der
Landwirkschaft für die zeit der wichtigen Arbeiten
jeder Art jeder beim Feld- und Besazungeheere
nicht unbedingt benötigte, zu diesen
Arbeiten brauchbare Mann zur Verilgung
gesellt werden uß. In Abschnitt 1 Jiff. 3
isi bierm solgendes ausgeführt: „Wahrend beim
Veloheere für die Möglichleit und den Um
sang der Beurlaubungen nur laktische u. Transportrucksichten
aurschlaggebend sein sollen, müse
sen beim VBesatzung: heer alle Rücssichten ausgenommen
auf Sicherung der Ausbildung und
des Nachschubes hinter die Forderung zurücktreien,
die Ernie vormbereiten und sicherzusiellen.“
Jit der lgl. Staatsregierung belannt,
daß ins bosondere leim Besatzungoheer in der
Urlanb- rerleilung nicht überall das Eunlgegenkommen
gereigt wird, das zur Sicherung der Ernte
im ZInteresse“ der Volls= und Heeresernährung
nolwe: ldig ist und daß vielfach Gesuche um Beurlaubungen
selbit von g. v. Mannschaften trotz
Befürwortung der Wirtschaftssiellen der itell—
verlretenden Generallommandos aus Gründen,
die mitl der Ausrbileung und Sicherung des Nachschuber
nilht im uusammenhange siehen, unberücssichtig!
gel. n werden? Jil die lgl. Staatsregierung
bereil, Anordnungen in treffen, welche
den allgem-inen Volling des Kriegeministerialcrlasser
###a 15. Janar 1918 gewährleisten?
—
heusscher —
* Berlin, 5. Juli.
Nach Eröffnung der Sitzung werden zunächst
eine Reihe lleiner Anfragen erledigt.
Das Haux trilt hierauf in die dritte Lesung
des Etats.
Zunäch't mird der Antrag Dr. Arendt D.
. durch Hammelsprung angenommen. Der Anltrag
verlangt, daß bei der Beschlagnahme von
Lurllinlen zuerst bei den öfsentlichen Gebäuden
der Aufeng gemacht werde.
Sodaunn wird der Antrag des Rcichsheeres beralen.
Vor Beginn der Debatte ermahnt Präsident
Fehrenbach die Redner zur möglichsten
Küree in ihren Aneführungen.
Abg. Dr. Wirth Gtr. ĩordert für die einge-#ogenen
jüngsten Jahrgänge genügend Schlasen#reit.
und eine Mittagserholungspause.
Abn. Slücklen (Sor erhebt gegen das neue
Arbeit« dienstgesetz schwere Bedenien. Dieses Gesetz
wurde ein reine- Polieigesct. Seine Parlei
lehne das Gesetz ab. Der Nedner wendet sich gegen
den Buchenlaubtabak, den doch der Herr
Kriegeminister, aber außerhalb des Neichotages
einmal rauchen möge. Zum Aufklärungodicust
sollten auch ae saldemolraten herangczogen werden.
„Jeder Soldat sollte mit der Erreichung des
48. Lebendjahres automatisch entlassen werden.
Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fr. Fp.).
Bei einer Aenderung des Militärstrafrechtes muß
auch das militärische Strafoerfahren im Felde reformiert
werden. Die im Felde Verurleilten
müssen das Recht zur Berufung und Redvision
erhalten.
WMidbg. Held (Natlb.), tritt mächst daf#r ein,
daß 27 die im Felde Ausgezeichneten unbedingt
ein besonderes Kampff#eichen zum Eisernen Kreuze
verliehen werden müsse. In Bezug auf die
Landsturmärzte müsse auf die Zioilbevölkerung
Rücksicht genommen werden. Erntebeurlaubungen
müssen rechteitig und in größtmöglichem Umfange
erfolgen.
Kriegeminister v. Stein: Die aus Rußland
Hurückkehrenden Kriegegefangenen sind natürlich
mieder an der Front zu verwenden. Mit Rußland
haben wir Frieden und keine weiteren Verpflichlungen.
Anders ist es England und Frankreich
gegenüber der Fall bei den ausgetauschten Gefangenen.
Abg. Korfanty (Pole): Bei dem Bergarbeiterstreik
in Oberschlesien ist nicht nur soforlige
Mitarssierma der Betriebe erfolgt, die Arbeiter
wurden sogar durch Hunger zur Arbeit
getrieben. Sie werden ausgesaugt und ausgeplündert.
(Präsident Fehrenbach biltet den
Nedner, sich en mähigen. Abg. Ledebour (U.
Sor ) ruft: Sachlicher Eingriff in die Debatte!
Präsident Fehrenbach ruft den Abg.
Lodeboal. auf einen abermaligen Zwischenruf zur
Ordnung.) In Polen ist alles verwüstel; die
Maschinen sind ruiniert und der Viehstand ist
vernichtet. Wir enthalten uns der Abstimmung
über den Etat.
General v. Scheüuch: Ich habe jetzt Unterredungen
mit Vertretern der oberschlesischen
Bergarbeiterschaft. Dabei wird mehr herauskommen,
als menn ich auf den Vorredner eingehend
antworte. Uns leitet dabei nur der deuische
Standpuult.
Abg. Dr. Haas (F. VBp.): In England werden
deutsche Kriege gesangene abscheulich behandelt.
Hoffentlich schreitet die englische Regierung
energisch gegen die Schuldigen ein; sonst
muß von unserer Heeresleitung das Erforderliche
geschehen.
Oberstleutnant v. Fransecki: Auf Englano
mird der nötige Druck ausgeübt. Genügl unser
Prolest gegen die Behandlung der Kriegegesangenen
in den sraglichen Gesangenenlagern
nicht, so wird mit aller Strenge vorgegangen
werden
Rach weiteren kenerlungen wird der Heeresclat
bewilli
Die beiden Grihnnese werden in 2. und
soforliger 3. Lesung angenommen.
Beim Marineetat
ergreift Slaatssekretär v. Capelle das Wort und
erllärt, daß der Plan, ein besonderes Deck-Offiier-Korpo
zu bilden, ermogen wird. Der U-Bootskrieg
gehe weiler und werde vollen Erfolg
haben (Beifall). Unwahr sei die englische Behauptung,
daß mehr Ul. Boote verloren gehen,
als gebaut würden.
Ohne Auosprache werden weitere Einzel-Etats
bewilligt.
Beim Postetat
beichwert sich Abg. Emmel (Soz.) darüber,
daß für Mühlhausen jeder Privatpaketverkehr
eingestellt sei. Irgend einen Zweck habe die Maßnahme
nicht; sie werde als Schilane empfunden.
Staatsselretär Rüdlin: Die Maßnahme
trifft gan; Oberelsaß und ist eine militärische
Anorduung.
Vis auf den Etat der Rei
der allgemeinen Finanwerwalt
in 3. Lesung genehmigt.
Sschener Kenisteiten.
* #ünchen. 6. Juli.
Aus dem Theatervorhang des
Künsilertheaters wurde der größere Teil
des Vorhanges herausgeschnitten und geslohlen.
Der Wert des gestohlenen Teiles ist 3000 Mk.
Eine Lebenemüdr. Die 22 jährige Tochter
der Gutobesitzerin Fanni Frank in Torf
Eisenstein bei Zwiesel hat aus bis jetzt unbekannten
Gründen ihrem jungen Leben freiwillig
ein Ende bereitet.
Brwerisches bertunt.
Hfaffenhofen a. Inn, 5. Juli. Stiftung
einer Mission. Obwohl der H. H. Jubilar,
Kammerer und Pfarrer Allmer gebeten hatte,
man moge von jeder Ehrung seiner Person durch
Geschenke absehen, stellten ihm doch die beiden
Bürgermeister von Westerndorf und Marienberg
einen durch Sammlung aufgebrachten namhaften
Geldbetrag zur freien Verfügung. Der
H. H. Jubilar nahm die Spende dankend an
und bedauerte nur, daß ein großer Teil seiner
Pfarrangehörigen infolge des Krieges nicht anwesend
sein konnte. Um auch ihnen einen Nutgen
und eine Freude vom Jubilämm zukommen zu
lassen, erklärte H. Kammerer, die überreichte
Geldspende zur Abhaltun einer Vollsmission
mit Nachmission nach Rückkehr der Krieger vom
Felde verwenden zu wollen. Damit ist auch ein
längst gehegter Wunsch der Pfarrei seiner Erfüllung
nähergebracht.
Kiefersfelden, 5.7. Tas herrliche Sommerfrischleridyll
dexitalien. Kriegsgefang
enen in heiligen Land Tirol wird nun
ein jähes Ende nehmen müssen, denn die Bezirksbauptmannschost
Kufstein hat das freie Herumaufen
der Katzelacher abgestellt, ihnen den
Besuch der Gasthäuser verbolen und die Wirte
schulden= und den
ung wird der Etat
Sonntag, 7. Juli 10918
perständigt, daß sie den Herren Neellanss weder
Speise noch Trank verabreichen dürfen.
Frauenchiemsee, 5. 7. Einkleidung.
Am Nachmittag, des 28. Juni nahm der HH.
Abt von Metten, Willibald Adam O. S. B.,
nach der feierlichen monastischen Vesper in der all“
ehrwürdigen Kiche von Frauenwörth die Ein
kleidung eweier Chorkandidatinnen vor.
Traunstein, 5 5.7. Todesfall. Aus München
kommt die Nachricht, daß Herr Magistratsrat
und Krankenhausverwaller Guido Schnepf
nach einer Halsoperation verschieden ist. Seine
Verdienste um das Wohl der Stadt sichern ihm
ein dauerndes Andemken.
Traunstein, 5. 7. Zur Behebung der
Brenumaterialnot wurde von den städt.
Kollegien der Stadt Traunstein das sog. Preisingmoos
Lei Knappenfeld mit einem Flachenansmaß
von rund 100 Tagwerk (bisher im Besitz
der Gewerklschaft Achtal) läuflich erworben.
(Die Ausbeutung hat bereits begonnen und verspricht
bei der vorzüglichen Güte des Torses schon
für heuriges Jahr sich ein recht guler Erfolg.
Trostberg, 5. 7. Ein Skandal. Im hiesigen
Wochenblatt läßt der französische Zivilgefangene
Rene Dupont gegen „einige Hrauen von
1. Trostberg“, die das Gerücht verbreitelen, er halmit
seiner früheren Hausfrau die Flucht ergriffe.
eine geharnischte Erllärung los. Der Schluß
der sehr dentlichen Erklärung lautet also: „Ich
warne diese Weiber, ihre Lästerrungen besset im
Zaume iu halten, da ich sonst gezwungen wäre,
gegen sie Sachen ans Tageslicht zu bringen,
welche nur reine Wahrheit enthalten und über
welche die Einwohner von Trostberg sehr über
rascht sein werden“. In Trostberg scheinen ja
saubere Sachen vorgekommen zu sein, da man sich
von einem gesangenen Fram'osen eine derarlige
Sprache gefallen lassen muß!
ustting, 5. 7. Einbruch. Vom Samslag
auf Somtag wurde in das Mühlgebände
des Josef Berger in Brandmühle eingebrochen
und dort Mehl und zwei wertvolle Treibriemen
geüohlen. Für dessen Ermittlung sind 300 Mark
VBelohnung ausgesetzt. Im vorigen Jahre wurde
dem Besitzer im Sägewerk ein Niemen! im Werte
von 900 Mark gestohlen. «
LIka
* Rosenheim, 6. Juli.
Beförderung. Der Gefr. Alois Göhinger,
Sohn des Schneidermeisters Al. Götzinger v.
Schloßberg, seit Januar 1917 im Folde stehend,
wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde
eum Unteroffsizier besördert. Das Eiserne Kr.
2. Kl. wurde ihm schon früher verliehen.
Jäher Tod. Oekonom Karl Mair von
Schloßberg besuchte seinen Sohn in einer Kaserne
in München. In dem Augenblick, als er ihm die
Hand zum Gruße reichte, wurde er vom Schlage
gerührt und war sofort eine Leiche. Der im 51.
Lebensjahre siehende Mann bintenlaht eine Wiiwe
an zahlreicher Familie. K. 1.
ochwasser. Während Auen vormittag
de Inn mit 3,50 Meier seinen höchsten Sland
aufwies und nachmittags rasch siel, stieg die
Mangfall bis nachmiltags 4 Uhr in bedrohlicher
Weise. Infolge Zurückstauung krat der Kalten.
bach über die Ufer, sämtliche Gärten und Wiesen
bis zu 1: Meter und mehr unter Wasser setzend.
Die ganze Gegend der K#ingertanosrafe glich
einem See. Fur die Jugend war diese Ueberschwemmung
ein „Ereignis“, denn alle möglichen
Gegenitände wurden hervorgeholt, um damit auf
dem „See“ zu gondeln. Bei der Bahnunterführung
an der Kufiteiner straße muhßte ein Notsteg
gemacht werden, da ein anal, weil überfülkt
die Unterführung in einen 20 entimeter tiefen
See verwandelte.
Eine Besserung der Wetterlage in
mumehr hier und in der Jungegend, wo man
tagelang von ununterbrochenem Regenwetter
heimgesucht war, eingetreten. Seit gestern Mittag
hat der Regen aufgehört und die Sonne komm
wenn auch nur leicht, zum Durchbruch. Nach denl
der Landeswetterwarie eingelaufenen Nachrich,
ten wird in Bälde ein vorübergehender Witlterungeumschiag
eintreten. JIn der Pfalz ist auch
bereits ein Umschwung eingetreten. Auch in
Nordbayern und im Maingebiet sind Lücken in
der Bewölkung zu verzeichnen; die Niederschlägch
haben teilweise nachgelassen, teilweise ganz ausgesetzt.
Ob die Besserung anhält wird sich erst noch
zeigen müssen.
Abschluß der Ludendorffspende.
Nachdem das Ergebnis der Ludendorff-Samm
lung bis zum 8. Juli abgeschlossen sein muß, ergeht
an die Sammelstellen das höfliche Ersuchen
die eingegangenen Beträge sofort an den Kassier
Herrn Apotheker Rieder hier, abliefern zu wol
leu. Aus dem gleichen Grunde wollen auch etaa
dem Zweck noch zugedachte Spenden sofort 3
den genannten Herrn oder Postscheckkont? Nr.
6653 einbezahlt werden.
Kartoffelversorgung der Stadt
In letzter Zeit wurde das Gerücht verbreitct, dem
Kommunal-Verband stünden nicht mehr genü
gend Kartoffeln zur Verfügung, um bis zum Ein
treffen der ersten Frühkartoffeln ausmreichen
Dieses Gerede entbehrt jeder Begründung, han
jedoch leider zur Folge, daß an der Verkaufs
stelle ein außerordentlicher Andrang herrschte
Um diesem zu 3 begegnen und das Anstehen zu
vermelden, findet die Abgabe bis auf meiteres