Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1903. (37)

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4.  Soweit  die  vorhandenen  Verkehrsmittel  es  ermöglichen,  sind  Dienstreisen
  ohne  andere  als  die  zur  Erledigung  der  Dienstgeschäfte  erforderlichen  Unterbrechungen
  zurückzulegen.

Wird  eine  Unterbrechung  durch  Krankheit  oder  andere  besondere  Umstände
notwvendig,  so  werden  für  die  dadurch  bedingten  Liegetage  Tagegelder  gezahlt.
Eine  derartige  Unterbrechung  ist  dem  nächsten  Dienstvorgesetzten  ungesäumt  zu
melden  sowie  in  dem  Forderungsnachweis  ersichtlich  zu  machen  und  zu  begründen.

Zum  Zwecke  des  Übernachtens  sind  Unterbrechungen  nur  bei  Reisen,  deren
Zweck  eine  außergewöhnliche  Beschleunigung  nicht  bedingt,  gestattet,  und  zwar:

a)  bei  Benutzung  von  Eisenbahnen  oder  Schiffen,  wenn  trotz  vorschriftsmäßigen

  Antritts  der  Reise  (Ziffer  1)  nach  Lage  der  bestehenden
Verbindungen  das  Reiseziel  erst  nach  einer  zwölfstündigen  Reisezeit  erreicht
  werden  kann,  bei  Benutzung  von  Schiffen  außerdem  nur  unter
der  ferneren  Voraussetzung,  daß  an  Bord  keine  Schlafeinrichtungen
für  Reisende  vorhanden  sind  und  durch  eine  Ausschiffung  die  Reisedauer
infolge  ungünstiger  weiterer  Beförderungsgelegenheit  nicht  wesentlich  vergrößert
  wird;

b)  bei  Benutzung  des  Landwegs  nach  Zurücklegung  einer  Strecke  von

75  Kilometer.

Notwendig  gewordene  Abweichungen  von  den  zu  a  und  b  gegebenen  Regeln
sind  in  dem  Forderungsnachweise  zu  erläutern.

Durch  Unterbrechungen  der  Dienstreisen  aus  privaten  Rücksichten  dürfen
der  Reichskasse  keinerlei  Mehrkosten  erwachsen.

5.  Zur  Reise  sind,  wenn  dadurch  Mehrkosten  vermieden  werden  können,
auch  Sonn=  und  Feiertage  zu  benutzen.

Wird  die  dienstliche  Tätigkeit  während  einer  Dienstreise  durch  Sonn=  und
Feiertage  oder  durch  besondere  dienstliche  Umstände  unterbrochen,  so  hat  der  Beamte
  auf  die  Tagegelder  für  die  Aufenthaltstage  oder  auf  die  Reisekosten  für  die
Rückkehr  zum  Wohnort  und  die  nochmalige  Reise  zum  Bestimmungsort  Anspruch,
je  nachdem  die  Berechnung  sich  für  die  Reichskasse  vorteilhafter  gestaltet.

Das  gleiche  gilt,  wenn  bei  einer  mehrere  Tage  erfordernden  dienstlichen
Verrichtung  die  tägliche  Rückkehr  an  den  Wohnort  durch  dienstliche  Gründe  oder
nach  Lage  der  bestehenden  Verbindungen  nicht  ausgeschlossen  ist.

6.  Ein  Beamter,  welcher  für  die  auf  der  Eisenbahn  zurückzulegende
Dienstreise  an  Fuhrkosten  im  Inlande  7  Pfennig  oder  mehr  für  das  Kilometer
zu  beanspruchen  hat,  ist  zur  Benutzung  von  Schnell=  und  Durchgangs-(D)zügen
verpflichtet,  wenn  dadurch  eine  im  dienstlichen  Interesse  liegende  Abkürzung  der
gesamten  Dauer  der  Dienstreise  ermöglicht  oder  eine  Unterbrechung  der  Reise  ver—
mieden  wird.

Die  gleiche  Verpflichtung  haben  auch  die  übrigen  Beamten,  sofern  jene
Züge  die  dritte  Wagenklasse  führen.

7.  Die  Weiter=  oder  Rückreise,  namentlich  bei  kürzeren  Reisewegen,  ist
nach  beendetem  Dienstgeschäfte  möglichst  noch  an  demselben  Tage  anzutreten,  und

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