Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

 

 

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Uummer  10

Landes  kann  man  zum  Friedensschluß  gewinnen,
  indem  man  ihn  mit  den  Folgen  der
Fortfsetzung  des  Kriegesschreckt  und  ihm
die  möglichen  Vorteile  seines  Landes  im  Vertrag
zugesteht.  Aber  wenn  ein  Bevollmächtigter
wie  Trotzki  nichts  darnach  fragt,  wenn  wir  in
Aussicht  stellen,  Petereburg  zu  beschicken,  und
anderseits  gar  keinen  Wert  darauf  legt,  ob  wir
einzelne  eroberte  Gebiele  scines  Nußlands  wieder
  zurückgeben  „dann  sehll  jede  Mögleichleit,  ihn
zum  Frieden  31  bestimmen  und  menn  das,  wie
jetzt  erkannt  wird,  dann  bleibt  nichis  übrig,  al
die  Besprechung  aufzugeben.  Die  Aitenmap  de  zu
schließen  und  abzureisen,  wie  das  unsere  Abgesandten
  getan  havden.

Mchten  doch  unsere  verführten  „unabhängigen“
  Sozialdematraten  ans  diesem  Trohli'schen
Schulbesspiel  enlnehmen,  nie  es  um  solche  anternationale
  Pläne  eigenil  *!  beitellt  il.  Nicht  das
Heil  des  Volles,  nicht  das  Wohl  der  Arbeiter
liegt  den  Führern  ilrer  Sache  am  Herzen,  sondern
ihr  nächstes  Ziel  ist  der  allgemeine,  mit  dem
Elend  Aller,  auch  der  Arbeiter,  unzertremlich  verbundene
  Untergang.  dam:t  nur  dem  nie  zu  erreichenden
  Wahn--  und  Truggebilde  il  rer  eigenen,
sicherlich  ucht  sanften  Weltherrschaft  über  Verlust
  und  Greuel,  Verbrechen.  Not  und  Tod  hinweg
  rücksichlslos  nachgejagt  werden  lönne.

So  wollen  ees  die  intern  #tionulen  Sozialdemokraten
  alie,  nich:  nur  die  Herren  Itonl.  und  Genossen.
  Denen  aber,  die  im  deutschen  Lande  sich
unter  dem  Namen  der,,  Unabhängigen“  zu  solchen
Mbsichten  bekennen,  die  treube  serzte  Mahnung:
Kehrt  um  zurr  Valerlandel:  ede!  Sie  alle'n  urt  zn
Glück  und  Segen,  auch  für  Euch!  P.  1

##e  gage  in  Kplund.

Kundgebungen  in  Petersbutg.

%  Basel,  11.  2.  Ole  Londoner  „  Daily  Chronicle“
  meld  #:  Die  Beendigung  des  Kiiegezusiandes
  habe  *r  .  clerrburg  zu  Kundgelungen
gesührl.  Sie  sei  von  den  Bolschew##den  Botschaftern
  in  Pli###lun#z  mitgelellt  worden.  Der
Kongreß  der  So###t:  beries  eine  Feusitzung  ein.
in  der  Trosii  eine  dreiflündige  Rede  hielt.

Genzu  bie  Mazgimalisten.

 
 
  

 

  

**  Bern,  11.  2.  Wie  der  „Bund“  meld  et,  sind
in  Jelaterinl#  Unt#he  ndiunden  g;  aue  rt.  worden,
  um  enntn  iurrussisetzen  erband
zur  Verleir  runegendiec  se
listen  zu  (#hr.  sien.  Dien  Verhandlungen  sind
nun  mit  Eisriz  ½  Cn:  Führt  wo  orden.  Alle
südrussischen  Nounhliten  nerden  gememsam  gegen
  die  Belschewiint  vergeh.  n.

Neue  Unrubenin  Odessa.

s  Stoch  olm.  14.  2.  Der  r  Bez  rksvorsteher
von  Ode:t  s  ls  der  Miewe  r  Jentralrada  m.t,
daß  in  der  diz:  Unsahen.  Plinderungen

 

thaiten.  Alle  Versuche,
er  zucchüten,  haiten  bisund

  Raub  züde  ch  eri.

Hab  und  Gert  d.r  ürge

her  wen:g  **
Bluitbad  in  Lammersfors.

**  Stodho  l  U.  11.  2.  Aus  Haparanda  wird
gemeldet:  Öie  uier  der  Indurrieichule  in
Tammerefereu  ur-—  eit  durch  de  it:  Garde
ausgesorder:.  die  Slad!t  .  e  rlä'ien.  um  einem
Blutbad  aur  uchen.  Dierer  Auflorderunz  lei-#sreten
  undefähr  12;  Sdule  fzr  Jo’ge.  Als  sie  die
Stadt  verla#n  wWollt.  M.  wurken  soe  von  der  Roten
  Garde  ur  rall  und  eymorde!.  Ihre
Flucht  war  drch  *  Telerhni##n  verraten  worden.
  Nur  dier  Sch.  jnd  schwer  verwundet
dem  Vlülbnd  .

die  nöte  der  Enlenle.

Hestige  Minlklange  der  Verfailler
Konseren;.

**  Berlin.  1  1.  2.  Die  Sch  wWedialeiten  der
englischen  Regierung  menren  iich.  Cbwobl  Llond
George  lurglich  kun  eutschieden  d-  *r*ç  eingetreten
wor,  daß  über  d  e  Ergeb  niije  det.  Bersailler
Konferenz"  n  chtstIIchJI  nllschkct  In..-qe,fokdcmo1c»-.n.z«l»dascxeqcnp

lichteit  die  volie  Wahrhrit  erstine  *!lr  5  daß  das
Parlament  krssichteloz  über  die  br  treffen—
den  Punkte  #e#stentlich  verhendl
3Z.  um  Mitiag'  1½  Christioma  gemeldet  wird,
soll  nämlich  die  Versailler  Kanferenz  mit  hef#
tigen  Mi#.  aien  geschlossen  haben.

Nervose  Slimmun  zin  England.

Es  ilt,  w.  ahr  o  schreiblidie  .  Zundav  Times!
vom  3.  dah  die  Regierung  mehr  Männer
nötig  tar-  sorie.  dai  sie  gesunden  werden  müssen.
Aber  rian  urrd  fie  ncht  dadurch  bekommen,  daß
man  die  Artciler  b.  l#eidint  ede  r  bewaffnete  Aufstände
  in  Il#and  her  deout.  Des  sicherile  Mütel,
die  benötiyl:  u  Männer  zu  Uelommen,  ist  das,  daß
man  mit  der  Dei#lichtuerei  ein  Ende  macht.  Im
Lande  herrch'en  Sorgen  wegen  des  Nakrungsmittelmangels,
  das  Volk  isl  durchaus  nicht  gewilll,
  die  Versch-rungen  der  Regierung,  daß  binsichtlich
  doo  Sch  fisraumrreblems  alles  in  Ordnung
  sei.  hinzunehmen.  und  es  sähe  seine  Iweisel,
  br#alich  der  mil  tarischen  Lage  gern  sbcseitigt.
  Der  gauze  Wunich  des  Molkes  geht  dahin,

dab  ihm  das  Schlimmite,  das  ihm  noch  passieren
kann,  mitgcteill  wird.  Es  ist  bercil,  die  Fehler
der  Vergargenhe't  31  vergeben,  sofern  ihm  nur
alles  gesagt  werden  uird,  w  es  in  der  Zukunft
noch  durchzumachen  hat.  Die  Walrheit  muß  dem
Voike  gesagt  werden,  und  zwar  jetzt.  Diese  Wahr-—
  länaahast  lein,  aber  wie  um- 



 

 

  
 

    

 

Rosenheimer  Anzelger

schmachaft  sie  auch  immer  sein  mag,  sie  ist  immer
die  einzige  Würz-.,  die  uns  helfen  wird,
unsor.  lnappen  Nationen  mit  Genuß  zu  verdauen.
Auflösung  des  britischen
Parlaments

s  Basel,  14.  2.  Wie  der  englische  Aenitene
dent  der  „Neuen  Zürcher  Zeitung“  berichtet,
mehren  sich  gegemvärtig  die  Anzeichen  für  eine
Auflölung  des  brit.  Parlaments.

Während  der  gestrigen  Unterhaussizung  griff
Namsay  Macdonald  die  Negierung  wegen  ihres
Verbälinisses  gegenüber  Rußland  an  und  wegen
ihres  Mangels  an  politischer  Offenlive.  Ob#ne
das  Ungeschick  der  englischen  Diplomatie,  (n
sagte  er,  würden  wir  längst  die  Mitarbeit  der
deutschen  Sozialdemokratie  erreicht  und  somit
den  Grundstein  für  einen  gerechten  demokratüchen
Frieden  gelegt  haben.

Ne  Krlegslage.

Abendbericht.
WTB.  Berlin,  14.  2.,  abends.  Amtlich.
In  der  Champagne  war  die  Feuertätigkeit
  in  den  Abschnikten  nö#rdlich  von  Pruney  und
südöstlich  von  Tahure  vielsach  gesteigert.

der  Krieg  zur  Hee.

Torpedierung  des  Truppen#-transportdampfers
  „Tuscania"
schreibt  leiner  Kabelmeldung  der  „Victotre“
vom  8.  Febr.  zusel##e)  die  Neuyorker  FZeilung
„Sun“:  Die  Nation  in  durch  die  Torpedierung
der  „Turcalktat  so  erschüttert,  wie  sie  es  seit  der
gen  tania“-Katastrorhe  nicht  meht  gewesen  ist.
Endlich  begreifen  wir,  was  di  eser  Krieg  -edentet.
Wir  rüsten  uns  für  den  größten  Kampf,  den  die
Welt  je  gekannt  hat.  Das  amerikani  che  Volk

nimmt  mit  Leib  und  Eesie  am  Kriege  Anteil.

Aualand.

Czerninus  aus  Brest-=Litowok.


Wien.  13.  2.  Graf  Czernin  wurde  gestern
bei  seiner  Rücklehr  von  Prest-Litowol  auf  dem
Nord-Bahnhof  ron  Bür  zermeister  Weißlirchner,
  dem  gesamten  Gemeinde-  und  Stadtrat,
den  deutichen  parlameniatischen  Klub-Obmännern
  Waloner  und  Fink  ar  ifs  herzlichste  begrüßt.
Graf  Czernin  daniie  in  einer  Nede  Auf  dem
VBallhausplatze  erwaitele  eine  Bertretung  der
Wiener  Frauen  den  Minister,  der  vom  Balion
aus  für  die  Ovationen  dankte  und  zum  Durchhalten
  bis  zu  einem  baldigen.  allgemeinenend  ehrenvollen
  Frieden  aufferderte.  Dem  Grafen  Czrrnu#n
  wurden  von  der  Vevolkerung  jubelude  Huldigungen
  dargebracht.

Folikische  Nunsschau.

Der  Wiederzusammentkritt  des
Reichstages.
Verlin.  13.  2.  Der  Reichetag  wird  am
lommenden  Dienstag  seine  Arbcilen  wieder  aufnehmen.
  Aber  schon  morgen  sollen  die  2  edr
chungen  zwischen  der  Regierung  und  den  Frallionoführern
  beginnen.  durch  die,  wie  übli  lich,
die  parlamentarische  Arb  bent  einecleite  et  wird.  Der
ct  lio  erireler  des  Reichanz  kictr=  ron  Payer  wird
diese  Besprechungen  liiten.  Dem  Reichstag  wer-“
  außer  dem  Reichehauchalt  bald  nach  Wiederaufna
  zhnie  der  Sitzung  auch  die  Vorlage  küher
das  Arbeitslammer  geiez  und  über  die  Aushebunz
  zw.  Aenderung  de;  §  123  der  Gewerbeordnung
  zugehen.

Baperischer  Landlag.

Etat  des  Innern.  Anträge  über
landwirtschaftliche  Fragen  und  die
Volloernährung.

Die  Vexatung  des  Hauchaltes  des  Ministeriums
  des  Innern  wurde  in  der  heutigen  Sitzung
zu  Ende  gebracht.  Im  Laufe  der  Debatte  über
die  Restkapitel  wurde  Tie  Frage  angeschnitten,
ob  die  gemeindlichen  Darl:  chenziasien  berechtigt
seien,  für  ihre  Lehrer,  die  Rechner  sind,  die  Miitaliedschaft
  beim  Verforgungsverband  zu  erwerlen.
  Auch  wurde  gellagt,  daß  der  Vollzug  des
(emeindebeamtengesezes  oft  dem  Geiste  s  Gcsn
  F  widersprech-.

Der  Minister  des  Innern  Dr.  v.  Brettreich
crlläre.  daß  der  Beitritt  der  Lehrer  zum  Versergungsvetband
  ern:  Frage  des  d  Dienstaussichtsrechtes
  sei.  Schwerpunkt  liege  beim  Kultunministerinm.
  in  der  Beilritt  allgemein  freigegeben,
  so  wiürden  sich  doch  Bedenken  ergeben.

Dann  wandte  sich  das  Haus  der  Erörlerung
eines  gunzen  Bündels  von  Anträgen  über  landwi
  frtschaftliche=  Fragen  und  die  Vollsernährung
zu.  Zu  der  ersten  Gruppe  dieser  Anträge  betr.
Viehzucht  und  Fleischversorgung  beam  v-e  der
Ausschuß,  die  Nedierung  3#1  ersuchen,  dafür  61
sorgen,  daß  die  Nachhaltigkeit  der  NRinderzucht
gewährleistet  und  der  Schweinestapel  nicht  weiter
  vermindert  merd,  als  unbedingt  nötig  ist,
ferner  daß  im  Interesse  der  Fleischversorgung
der  ländlichen  Bevölkcrung  die  Bewilligung  von
Laeschlachtungen.  enigegenkommend  gehandhabt
werde,  und  daß  schliehlich  eine  unterschledliche  Behandlung
  der  Verlorgrngeberechsgien  bei  Zumessung
  der  wöchentlichen  Fleischrate  unterbleibt.

Minister  des  Innern  Dr.  von  Brettreich  belonte,

  daß  lich  die  Verhältnille  der  Miehbelläude

Zur

die  Adfehr

 

 

gefahr  ausgesent  ist.  nächstens  umgebaut  wird.

in  der  nächsten  Jeil  nicht  so  günstig  gestalten
würden.  Schwierigkeiten  würden  sich  ergeben,
weil  die  Hceresverwaltung  einen  überaus  großen
Bedarf  an  Nauhfutter  habe.  Auberdem  sind  mwir
mit  unseren  Lieferungen  für  das  Heer  sehr  slark
im  Rückstand.  Beim  Nindrieh  llein  handle  cs
sich  hier  um  122  000  Stück.  Vonder  Reichel  öfleischstelle
  erhaiten  w#r  tänlich  Mahnungen,  den  Li#-serungen
  n  Gzulemnien.  Auch  ver  einer  Ueberschätzung
  der  Kartoffelbestände  muß  ich  warnen.
  Die  Brrthetreidevorrate  sind  evenfalls  nicht
so,  daß  wir  absolut  damit  rechnen  können.  daß
leine  Ermätigung  der  Nationen  eintritt.  Bezüglich
  der  Sch  weinerreise  habe  man  die  Konsequenz
  vermissen  müssen.  Im  übrigen  versficherte
  der  Minister,  daß  die  Regierung  das  Möglichste
  te,  um  die  Viehbestände  wieder  in  die
Höhe  zu  hringen.  Es  lann  keine  Rede  davon  sein,
daß  dias  Durchhallen  nicht  möglich  ist.  Ich  glaube
  auch,  daß  wir  sogar  um  #eine  Ermähihun  der
Fleischration  herumkommen.

Darauf  sanden  die  Anträge  des  Ausschusses
Annahme.

Ueberlassung  von  Werebo  en  an
(Gemeinden.

Zu  Beginn  der  te  des  Kriegswirtschaftsausschusses
  des  Landtags,  die  sich  mit  dem
Wohnungswesen  besckäftigt,  teille  Intendanturrat
  Dr.  Kreb  mit,  daß  die  [Heeresverwaltung  bei
der  Demobilmachung  die  freiwerdenden  militärischen
  Leichtbauten  und  Vaurchstofsen  den  Gemeinden
  zu  gemeinnützigen  Kleinwohnungebauten
  überlassen  wird.  Die  Alg.
Gersteneker  und  Kroher  (.3.),  Abg.  Löweneck
(Lib.),  verlangt  slärlere  Heranziehung  der  Industriellen
  zur  Beschaffung  billiger  Arbeiteranartierc.
  Oberregierungeret  Sneider  teilt  mit,  daß
in  Landshut  der  Stadtieil,  welcher  Hochwassersodaß

  Kleinu.  eohnun-  nabauten  in  Landehut  errichtet
  merden  lönnen.  Angenommen  wird  ein  Anrag
  der  ialkertekraten.  aus  Einbringung  eines

Wohnunsgesetzes  in  diesem  oder  dem  nächsten

landtag,  betre  V  die  Errichtun  g  von  Kriegerheimt
  ärten  und  Schaffun;  eines  billigen  Verlehre-
  ac  u  Stadtinnern  zu  den  Boritadtsiedelun-Gen.
  Dabei  erllart  sich  Abg.  Kroher  Cegen  jeden
W  schen  Zmang  gegenüber  den  Gemeinden
zur  Bereitstellun  von  Beugelände.  Der  Regierungsverircer
  erilärt,  ein  gwarag  sei  seiiens  her
K.  Staa  atsregi  erung  nicht  a#lant.  Nächste
Siung  2  De#neretag  7  Ublr.

sürchliche  nachrichten.

Landeskirchensammlun?..  Zum  Zwed
der  Aufl=  fringung  der  Mitlel  zim  Bauoe  einer
kathalischen  Kirche  in  Plös  ber3.  B.  A.  Tirschenreuth
  nurde  eine  Lunderticch=  m#ammlung  ge
nehmigt.  Vor  sechs  Jahren  iwurde  nämlich'  sin
Plõß;  berg  durch  einen  Vertrag  zurischen  Katholilen
  und  Proteilanten  das  Simultancum,  d.  i.
die  Benühung  ein  und  derselben  Kirchrwon  seiten
beider  Konfessionen,  ge  els  l.  Darnach  sollten  die
Katholilen  bis  zum  1.  Dez'imber  1917  ühre  neue
Kirch:  beziehen  und  die  alte  den  Protestanten
allein  überlassen.  So  siel  der  Vau  der  Kirche
in  die  schwerste  und  unzünftig'te  Zeit,  die  sich
denken  läßt.  Ohwohl  alles  nur  in  einfachen  Formen
  gehalten,  ließ  sich  eine  bedeutend:  Ueberichreitunz
  des  Kolicnanschlages  nich!  verme  eiden,
weil  Materialien  und  Löhn:  um  da  2  Doppelle.
ja  Drei-  und  Viersach:  T  iegen  sind.  Die  Katho
lilen  taten  alles,  was  in  ihren  Kräften  stand,  sie
leisteten  troz  der  schweren  Kriegsztit  sämiliche
Spann-  und  viele  Handdienste  unentacltich,  nur
finanziell  lönnen  si:  wenig  helsen,  da  sie  selbst
nur  gering  bemittelt  F##0.  Die  neue  Kirche  stehi
vor  ihrer  Vollendung.  Möchten  sich  bei  der
kommenden  Sammlung  recht  viele  mildtätige
Herzen  finden,  welche  die  urch  den  Krieg  entstandenen
  auhberordentlichen  Geldschwierigkeiten
mit  überwinden  helfen.  i

Hai-nadyeriouaMrtchte-.

München,  14.  Februar.
Kronprinzessin  Celilic,  die  heute
nachmitlagz  hier  eingetroffen  war,  folgte  einer
Einladunz  zum  Tee  beim  Königspaare  und  weilte
den  Abend  über  bei  der  Herzogin  Karl.  Um  0
Uhr  15  setzte  die  Kronprinzessin  die  Reise  nach
Berlin  fort.

Mnchener  A##nigkeiten.

*  München,  14.  Febr.
Verurteille  Schleichhändler.  Wegen
umfangreichen  Schleichhandels  namenth  in  Butter,
  Zucker,  Eiern  usw.  wurde  der  Kondiloreiund
  Kaficehauebesiter  Karl  Glonner  von  hier
zu  17000  Mk.  Geldstrafe,  die  Mitangeliagten,
Kassierin  Rofsa  Müller  zu  9000  Mk.,  die  Butterhändlerin
  Schlemmer:  zu  16000  Mk.  der  Kaufmann
  Anton  Reither  zu  4500  Mk.  lmd  der  Kaufmann
  Hermam  Kröner  zu  600  Mk.  Geldstrafe
verurtellt.

Bneriche  lechrichtn.

Eisonbahnunfälle.  Am  12.  ds.  vormittags
  wurde  bei  Schnellzug  D  lossro
Nürnberg  zwischen  den  Stationen  Laufach  un

 

 

 

 

:  tipe  erheblich

Heinenench  infolge  plötzlichen  Bremsens  der
Zuglokomotive  der  am  S.  h  laufende  Perso-Samstag,

  16.  Februar  7918

sonen  verletzt.  Am  Mittwoch  wurde  gegen  6½
Uhr  vormittags  Zwischen  dem  Vor-  und  Einsahrtesignal
  der  Station  Kitzingen  von  Richtung
Würzburg  der  M.litärbrems.  usuppee.  stationrert.
in  Nürnber)  Hl  ..,  tot  enent  v)

Ertrunsen.  Der  Filcher  S
Forchheim,  der  sich  auf  Urlaub  efand,  stieh
mit  seinem  Kahn  an  einen  Pfeiler  der  Regnilbrücke.
  Dabei  stürzte  Schneider  ins  Wasser  und
wurde  von  den  Wellen  feitgerissen.  Die  Lechhe
ist  noch  nicht  gefunden.  Sein  Sohn,  der  schaleich
falls  in  den  Kahn  befand  und  ebenfalls  ins
Wasser  fiel,  konnte  sich  noch  auf  eine  unterhalb
der  Brücke  gelegene  Insel  retlen.

Verb  rannt.  Das  sechsjährige  Töchterchen
der  Tagnereleute  Klauer  in  Altrip  a.  Rh.  machte
sich  in  Abwesenheit  der  Mutter  am  Kochherd
zu  schafsen,  mobei  die  Kleider  des  Kindes  en
Hingen.  Das  Kind  erlitt  sossch  r—nise  Brandwunde

aß  es  aß  es  auf!  dem  Weg  ins  ranlenhaus  E  b-Vsiierlitlies

  Oberland.

Prien,  14.  2..  Vom  Chiemsee·  Am
Chiemsec-Ontuser  zwischen  Grabenstätt  und  Chieming
  brachte  ein  Südsturm  eine  Eiepressung
zustande,  deren  höchste  Höhe  elwa  5  Meler  bet
trägt  und  die  ein  Areal  von  mehreren  hundert
Tagwerk  bedeate.  Das  Bild  der  wirr  übereinander
  getürmten  Eioblöcke  im  Mltlagssonnenglang
war  von  einzigartiger  Wirkung  durch  die  millionenfachen
  priematischen  Strahlenreflexe  in  den
tief  grünblau  schimmernden  Blöcen.  Las  seltene
Naturschauspiel  war  bei  geftorenem  See  (heute
ist  das  Betreten  lebenegesahrlich  !)  vom  Landungesteg
  Chieming  aus  in  30  Minuten  zu  erreichen
  und  bis  Chiemenz  deutlich  wahrnebmbar.

Traunstein,  13.  2.  Eisenbahnunfall.
Kurz  vor  der  großen  Eisenbahnbrücke  frürzte  von
einem  Güterzug  ein  entgleister,  m.  Gefriersleisch
beladener  Wagen  die  sleile  Böschung,  etwa  20
Mcter  tief,  hinab  und  wurde  vollflendig  zertrümmert.
  Vierzehn  Personen  erlitten  Verletzungen.
Die  Strecke  war  lurze  Zeit  gesperrt.

Hictling,  143.  2.  Brand.  Vorige  Woche
brannte  das  Anwesen  des  Gerrg  Schuster,  Lenz
in  Berg,  fast  vollständig  nieder.  Viele  Wäsch:
und  Kleider  fiel  dem  Feuer  zum  Opfer.  Wassermangel
  erschwerte  die  Rettungsarbeitlen.

ühlborf,  14.  2.  Störungeiner  Leichenfeier.
  Gelegentiich  der  am  11.  Jehruar
statigehobten  feierlichen  Bestattung  des  Herrn
Nudolf  Meingassner,  eines  verdienten  Feldzugteilnehmer
  5  von  1366  und  1870,  ereignete  sich
im  Leichenzuge  von  Ampsfing  nach  Salmannelirchen
  ein  ärgerniverregend.  zr  Zwischenfall.  Der
auf  dem  Wagen  ruhende  Sarg  wurde  vor  dem
Eingang  des  Dorfes  Salmanns  tirchr  n  plötlich
von  einem  Knecht  vom  Wagen  gerissen  und  wäre
beinahe  zur  Erde,  gesallen,  wenn  nicht  schnell
einige  Männer  beigesprungen  wären,  die  dann
den  Sarg  das  lange  Stück  Weges  noch  auf  den
Schultern  bis  in  den  Kirchhof  in  Salmannskirchen

trugen.

Canzing,  14.  2.  Frecher  Diebstahl.
Letzte  Woche  rersuchten  drei  Männer  bei  hellem
Tage  einen  frechen  Diebstahl  im  Florlan  Salzeder'schen
  Wohnhaus  in  Lanzin?.  Ein  Individuum
  schlich  sich,  während  de'sen  zvei  Stomrl.  zen
bei  der  Frau  des  Mällers  im  Wot  mzimmer  Mehl
zu  kanfen  wünschten,  ins  Slastemim  r.  öffnete
dort  die  Kästen  und  versuchte'  u  sehlen  was
brauchbar  ersch  en.  Als  Frau  Salzeder  Verdacht
schöpfte  und  die  beiden  Unbekannien  #lüdlich  aus
dem  Zimmer  hatte,  holle  sie  Hilfe  und  fand  das
Schlafzimmer  von  innen  versperrt.  Als  der  Sohn
und  ein  Müllexbursche  dort  Nachschan  bielten.
entdeckten  sie  einen  Einbrecher  in  einem  Betie
versteckt  und  nahmen  ihn  sofert  sest.  #I  er  sich
gewaltsam  befreien  wollte  und  schlieblich  rin  auf
dem  Tisch  liegendes  Messer  ergreifen  wollte,  am
es  zum  Geräufe,  in  dessen  Verlauf  ihm  cine
Trech:  Prügel  vcralreicht  wurde.  Schlieb  ich  w.  #
de  er  der  inzwischen  verständigten  Gendmere:.
übergeben.

Bas  Reichenhall,  11.  2.  Den  Finaer
verloren.  Beim  Arbeiten  geriet  der  bei  Wieninger
  keschäfiigte  Zimmermann  Verzhammer
in  die  Bandsä  .  wodurch  ihm  der  linke  Mittelfinger
  nahez#  abgetrennt  wurde.

Lolalnachrichten.

Rosenheim,  15.  Februar.

Auszeichnung  im  Felde.  Das  eilerue
Kreuz  2.  Klasse  wurde  dem  Infanteristen  Joh.
Huber  für  Auszeichnung  vor  dem  Feinde  in  der
Schlacht  in  Flandern  verliehen.  Er  steht  seit  23
Monaten  unter  den  Waffen  und  ist  der  Sohn
des  pens.  Salinarbeiters  Ambros  Huber.  Vor  seiner
  Einberufung  war  Huber  Küfer  imscheinhaus
Fortner  in  Nosenheim.

Befördert  zum  Unteroffizier  wurde  der
Gefreite  Venedilt  Mayer,  welcher  seit  Krieqsbeginn
  ununterbrochen  an  der  Front  steht.  Mi
ihm  stehen  noch  vier  Brüder  im  SKriege.  4

Todesfall.  Von  den  weniasten  der  heutigen

  Generat'on  gekannt  und  beachtel  wurde  zcter
Tge  ein  Mann'  zu  Grabe  getragen.  dessen  Ve
dienste  um  das  Rosenheimer  Gemeinwesen  es  e.
radezu  zur  Pslicht  machen,  seiner  mit  einigen
Worten  zu  gedenken.  Herr  Privatier  Stadler,
  eehemaliger  Kausmann  und  beiter
starb  im  Alter  von  86  Jahren.  Jahrelang  veneider

  von

 

 

nenwagen  vurch  die  aufdrückende  Schiebclokomoöchädigt.

  Hiebei  wurden  à  Per-:

hoͤrte  er  den  n  n  als  2
Mitglied  an.  desn  genkc  der  dama.