Tecklenburg — Teutoburger Wald.
Tecklenburg, ehemalige Grafschaft
im westfäl. Kreis, etwas größer als das
Fürstentum Reuß ältere Linie, war im
Mittelalter meist im Besitz der Grafen
von Bentheim und wurde 1707 von
dem damaligen Besitzer, dem Grafen von
Solms-Braunfels, an Preußen verkauft,
* es jetzt zum Regierungsbezirk Münster
ehört
Tejas, letzter König der Ostgoten,
wurde 552 nach dem Tode des tapfern
Totilas in Pavia erwählt, sammelte sosort
in Oberitalien ein Heer und eilte nach
Kampanien, um seinen Bruder Aligera,
welchen der byzantinische Feldherr Narses
in Cum velagerte, zuentsetzen. Am Flusse
Sarnus bei Neapel stieß er auf das Heer
des Narses und wurde hier, nachdem er
60 Tage lang diesem heldenmütigen Widerstand
geleistet, in einem Entscheidungskampf
getötet (552). Viele feiner Volksenossen
folgten begeistert dem tapfern
Kyerr in den Tod. Durch diesen Sieg
des Narses war Italien für Justinian gewonnen,
wenn auch einzelne Städte noch
bis 555 Widerstand leisteten (f. Goten).
Teukterer (Tenchterer), german.
Völkerschaft, die auf dem rechten Mäeinufer
Frischen Lahn und Wipper wohnte.
Die T. vereinigten sich 59 v. Chr. mit den
Usipetern, zogen nach dem Niederrhein
und überschritten im Winter 56—55 diesen
Fluß. Sie wurden 55 in der Nähe
von Nimwegen von Cäsar fast vernichtet,
doch nahmen sie noch 69—70 n. Chr. am
Aufstand des Claudius Civilis teil.
Territorium (blat.), im Mittelalter
Amtsbezirk eines mit Verwaltung der königlichen
Hoheitsrechte betrauten Lehnsmanns;
dann, nachdem diese Beamten zu
Landesherren geworden waren, (. v. w.
Staatsgebiet.
Terzka (Terzky), Adam Erdmann,
Graf, kaiserl. General, einem böhmischen
Adelsgeschlecht entsprossen, diente im Heer
Wallensteins, dessen wager er war,
und leitete namentlich die politischen Verndlungen
desselben 1631 mit Gustav
dolf, 1633 mit den Sachsen. Im Januar
1634 bewog er die Wallensteinschen
Obersten zur Unterzeichnung des Neverses
von Pilsen und wurde 25. Febr. im Schloß
413
u Eger mit Ilow und Kinsky von Buter
und seinen Genossen ermordet.
Teschen, mittelbares Fürstentum im
österreich. Herzogtum Schlesien, gehörte
im Mittelalter den Herzögen von Oberschlesien,
die 1288 dort eine Linie beründeten.
Da es seit 1289 unter böhmi-*
Lehnshoheit stand, so fiel es, als
1625 der Mannestamm der Herzöge
von T. erlosch, an die Krone Böhmen.
HKaisser Karl VI. übergabes 1722dem Herog
Leopold von Lethringen, dem sein Sohn
ê6“# Stephan, der spätere Kaser Franzl.,
729 folgte. Nach diesem besaß dasselbe
seit 1766 unter dem Titel eines Herzogs
von Sachsen-T. der mit einer Tochter
des Kaisers Franz I. vermählte Prinz Albert
von Sachsen, der es bei seinem Tod
(1822) an den Er berzas Karl von Osterreich
vererbte. Deseen achfolger war sein
ältester Sohn, Erzherzog Albrecht. — Der
Friede zu D, dem Hauptort des genannten
Fürsientuns, wurde 13. Mai 1779
zwischen Maria Theresia von Osterreich
und Friedrich II. von Preußen abgeschlossen
und beendete den bayrischen Erbfolgekrieg
e d.). "„
toburger Wald, Gebirge in den
preuß. Provinzen Westfalen und Hannover
und im Fürstentum Lippe, berühmt
durch den Siegder Germanen unter Arminius
über die Römer unter Quinctilius
Varus 9.—11. Sept. 9 n. Chr. Der
Schlachtort liegt wahrscheinlich auf lippeschem
Boden in dem Osning genaunten
Teile des Gebirges. Hierher war Varus,
der römische Statthalter in Germanien,
mit drei Legionen gelockt worden; deutsche
Fürsten mit ihren Hilfstruppen begleiteten
ihn. Als die Römer in das fast unwegsame
Waldesbdickicht eingedrungen waren,
sahen sie sich von den verbündeten
Völkern der Brukterer, Marser, Angrivarier,
Katten und Cherusker umzingelt,
und auch die Germanen im römischen
eer unter Arminius gingen zu diesen
über. Zwei Tage widerstanden die Römer,
am dritten erlagen sie. Varus stürzte
sich verzweifelnd in sein Schwert, seinc
Legionen wurden niedergemetzelt, nur
wenige Römer retteten sich nach der
Feste Aliso. Dieser Sieg befreite die Ger-