Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1907. (41)




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in  geeigneten  Desinfektionsapparaten  mit  Wasserdampf  behandelt

  werden.

Auch  läßt  sich  der  Auswurf  in  brennbarem  Material  auffangen
  und  mit  diesem  verbrennen.

b)  Erbrochenes,  Stuhlgang  und  Harn  sind  in  Nachtgeschirren,  Steckbecken
  oder  dergleichen  aufzufangen  und  alsdann  sofort  mit  der
gleichen  Menge  von  Kalkmilch,  verdünntem  Kresolwasser  oder

Karbolsäurelösung  zu  übergießen.  Die  Gemische  dürfen  erst  nach
mindestens  zweistundigem  Stehen  in  den  Abort  geschüttet  werden.

c)  Blut,  blutige,  eitrige  und  wässerige  Wund-  und  Geschwürausscheidungen,
  Nasenschleim  sowie  die  bei  Sterbenden  aus  Mund
und  Nase  hervorquellende  schaumige  Flüssigkeit  sind  in  Wattebäuschen,
  Leinen-  oder  Mulläppchen  oder  dergleichen  aufzufangen.
Diese  sind  sofort  zu  verbrennen  oder,  wenn  dies  nicht  angängig
ist,  in  Gefäße  zu  legen,  welche  mit  verdünntem  Kresolwasser,
Karbolsäurelösung  oder  Sublimatlösung  gefüllt  sind;  sie  müssen
von  der  Flüssigkeit  vollständig  bedeckt  sein  und  dürfen  erst  nach
zwei  Stunden  beseitigt  werden.

d)  Hautabgänge  (Schorfe,  Schuppen  und  dergleichen)  sind  zu  verbrennen
  oder,  wenn  dies  nicht  angängig  ist,  in  der  unter  c  bezeichneten
  Weise  zu  desinfizieren.

2.  Verbandgegenstände,  Vorlagen  von  Wöchnerinnen  und  dergleichen  sind

nach  der  unter  Ziffer  1c  gegebenen  Vorschrift  zu  behandeln.

3.  Schmutzwässer  sind  mit  Chlorkalkmilch  oder  Kalkmilch  zu  desinfizieren;

von  der  Chlorkalkmilch  ist  so  viel  hinzuzusetzen,  daß  das  Gemisch  stark
nach  Chlor  riecht,  von  der  Kalkmilch  so  viel,  daß  das  Gemisch  kräftig
rotgefärbtes  Lackmuspapier  deutlich  und  dauernd  blau  färbt;  in  allen
Fällen  darf  die  Flüssigkeit  erst  zwei  Stunden  nach  Zusatz  des  Desinfektionsmittels
  beseitigt  werden.

4.  Badewässer  von  Kranken  sind  wie  Schmutzwässer  zu  behandeln.  Mit

Rücksicht  auf  Ventile  und  Ableitungsrohre  empfiehlt  es  sich,  hier  eine
durch  Absetzen  oder  Abseihen  geklärte  Chlorkalkmilch  zu  verwenden.

5.  Waschbecken,  Spuckgefäße,  Nachtgeschirre,  Steckbecken,  Badewannen

und  dergleichen  sind  nach  Desinfektion  des  Inhalts  (Ziffer  1,  3  und  4)
gründlich  mit  verdünntem  Kresolwasser,  Karbolsäurelösung  oder
Sublimatlösung  auszuscheuern  und  dann  mit  Wasser  auszuspülen.
Bei  nicht  emaillierten  Metallgefäßen  ist  die  Verwendung  von  Sublimat
zu  vermeiden.

6.  Eß-  und  Trinkgeschirre,  Tee-  und  Eßlöffel  und  dergleichen  sind  fünfzehn

  Minuten  lang  in  Wasser,  dem  Soda  —  etwa  2  Prozent  —  zugesetzt
  werden  kann,  auszukochen  und  dann  gründlich  zu  spülen.  Messer,
Gabeln  und  sonstige  Geräte,  welche  das  Auskochen  nicht  vertragen,
sind  eine  Stunde  lang  in  1  prozentige  Formaldehydlösung  zu  legen  und
dann  gründlich  trocken  zu  reiben.