Metropoliten. Seitdem wählten ihn die Russischen Bischöfe.
selbst, und 1580 wurde der Metropolit zum Patriarchen.
4. Unterjochung des reichen Novghorod. Der 1478
republikanische Geist aber, den hier Handel und Wohlhabenheit
hervorgebracht, und den die bisherige Municipal-Verfas,
sung kräftig erhalten hatte, war hier so einbeimisch, und die
Collusion der Novghoroder mit Polen so leicht, daß der Großfürst
endlich das letzte Mittel der Versicherung seiner Herrschaft
ergriff, und die reichsten, angesehensten Einwohner der
Stadt, nach Moskau, Wolodimer und andern Städten dieser
Gegend versetzte.
Auch Pleskow hatte unter ihm und seinem Sohne Wasilej
gleiches Schicksal. Severien wurde erobert, und selbst
in Litthauen drang seine Armee ein. Nur die Entwürfe auf
Livland zernichtete der tapfere Heermeister Walther von 1502
Plettenberg.
5. Wie viel aber schon unter ihm von südeuropäischer
Kultur allmählig in das neuwerdende Reich eingedrungen,
ist schwer zu sagen. Beispiele, wie die Verschrelbung einzelner
Künstler aus Italien z. B. des Architekten und Stuͤck—
giessers Aristoteles von Bononien war, beweisen wenig.
Sprache, Religion, Sitten und Schriftart machten eine so
starke Scheidung dieser Nation von den cultivirteren Südeuropäern
und zum Theil selbst auch von ihren Nachbarn,
daß ohne recht planmäßige, vielfache und fortdaurende Anstalten
der Regierung, keine wirksame Mittheilung der Erfindungen
und Ideen statt haben konnte. Auch darf man
hier nicht vergessen, daß diese Nation nie von einer so wohlthätigen
Erschütterung betroffen worden ist, als die große
Kirchen-Reformation für alle übrigen Europäischen Reiche,
und selbst auch für die katholischen war. Nie war also hier
22“