Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1907. (41)

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§  57.
(1)  In  den  zur  Personenbeförderung  bestimmten,  von  einer  Lokomotive
geführten  Zügen  ist  von  Reisenden  frei  zu  halten:
a)  die  vorderste  Abteilung  des  ersten  Wagens
1.  bei  den  Zügen,  die  mit  mehr  bei  den  Zügen,  die  mit  mehr  als
als  40  km  aber  höchstens  mit  40  km  Geschwindigkeit  fahren.
50  km  Geschwindigkeit  fahren,
2.  bei  den  Zügen,  die  mit  mehr
als  50  km,  aber  höchstens  mit
60  km  Geschwindigkeit  fahren,
mit  durchgehender  Bremse  ausgerüstet
  sind,  nicht  mehr  als
40  Wagenachsen  führen  und
auf  zweigleisigen  Strecken  verkehren,
  wo  alle  Züge  einander
mit  derselben  Geschwindigkeit

folgen;

b)  der  erste  Wagen  bei  den  übrigen
mit  mehr  als  50  km  Geschwindigkeit
  fahrenden  Zügen.

Im  Dienste  befindliche  Eisenbahn-,  Post-  und  Zollbeamte  sowie  Begleiter

von  Leichen  und  Tieren  gelten  nicht  als  Reisende  im  Sinne  dieser  Bestimmung.

§  58.
(1)  Die  Züge  müssen  Signale  führen,  die  bei  Tage  den  Schluß,  bei
Dunkelheit  die  Spitze  und  den  Schluß  erkennen  lassen.
Der  Schluß  eines  aus  mehreren  Fahrzeugen  bestehenden  Zuges  ist  auch
nach  vorn  kenntlich  zu  machen;  für  Übergabezüge  können  von  der  Aufsichtsbehörde
Ausnahmen  zugelassen  werden.

 

§  61.
(2)  Die  nicht  im  Gebrauche  befindlichen  Kuppelungen  und  Notketten  müssen
während  der  Fahrt  der  Züge  aufgehängt  sein.

§  63.
(1)  Das  Zugpersonal  besteht  aus  dem  Lokomotiv- und  dem  Zugbegleitpersonale.
(2)  Dampflokomotiven  müssen  während  der  Fahrt
  in  der  Regel
mit  einem  Führer  und  einem  Heizer  besetzt  sein.
Ausnahmen  können  von  der
Landesaufsichtsbehörde  zugelassen
werden,  wenn  Einrichtung  getroffen
ist,  daß  ein  Zugbegleitbeamter
während  der  Fahrt  leicht  zum
Führerstande  gelangen  kann.