234 Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse.
ben, ob nicht der in dem Klagsantrage enthaltene
Zusatz, welchem gemäß die verklagte Partel als verpflichtet
erklärt werden soll, die Kapitalskündigung
anzunehmen, die gestellte Klage über die Grenzen
einer sogenannten Feststellungsklage hinaustreten läßt,
und ihr die Richtung auf eine Leistung gibt.
Allein durch den bezeichneten Schlußsotz des
Klagsgesuches verliert die Klage ihren Charakter als
Feststellungsklage nicht.
Denn die richterliche Feststellung des Rechtes
einer Partei, ein geschuldetes Kapital aufzukünden,
schließt von selbst die rechtliche Nothwendigkeit in
sich, daß der Empfangsberechtigte die Kündigung
als auch für ihn wirksam anzuerkennen habe, und
sich dieselbe gefollen lassen müsse.
Ist die erhobene Klage in der besagten Weise
aufzufassen, so hängt ihre prozeßrechtliche Statthaftigkeit
nach Vorschrift des §S. 231 der CPO. von
dem Erfordernisse ab, daß die klagende Partei an
der alsbaldigen, richterlichen Feststellung eines
Rechtsverhältuisses ein rechtliches Interesse hat, durch
welche Bestimmung einer zu weiterer Ausdehnung
der Feststellungsklage eine Schranke gesetzt werden
sollte.
Ein solches Interesse wird in der Regel allerdings
dann nicht gegeben sein, wenn der Betheiligte
in der Lage ist, sofort eine Klage auf die aus dem
Rechtsverhältisse zu folgernde Leistung erheben zu
önnen. .
Dieser Grundsatz läßt sich jedoch auf die im
vorliegenden Falle gegebenen thatsächlichen Verhältnisse
nicht schlechthin anwenden.
Dem Thatbestande zufolge weigerte sich die Verwaltung
der verklagten Stiftung, eine Zahlung des
gekündigten Kapitales anzunehmen, weil sie dasselbe
für unkündbar erachtet und sich das Recht auf ungeschmälerten
Bezug von bestimmten jährlichen Geld-