Kummer 228
daß dort neue Verlustlisten über das amerikaiscs
Konlingent in Europa ausgegeben werden
und daß die bisherigen amerilanischen Verluste
damit 925 Mann erreicht haben. Schweizerische
Blälter knüpfen hieran interessante Kom
mentare, die die lächerlich geringe Beteiligung
der amerikanischen Truppen auf dem europäischen
Kriegsschauplatz an der Hand der
bieberigen Verluste feststellen und h' inzufügen,
diese beschridene Beteiligung Amerilus an den
europäischen Schlachten siele nach fast 6 Mo
naten Beteiligung der Union besonders auf
und werde in den Ententeländern alles andere
als Begeisterung erwecken.
Feuertaufe der Lmertinnan,n
Berlin, 2. Oltober. „Voss. Zeilung“
berichtet aus Gens: #eie einen amerilanischen
Eisenbaltnerregiments, das eine Linie hinter der
Front besichtigte, wurde von deutschen Fliegern
mit Masckinengemehren angegrifsen. Somit
wurden die ersten amerilanischen Soldaten
durch deulsche Flieger verwundet.
Dle Vorgäuge in Roßsand,
Warum tun die Russen nichte für den
Friedeu=Stockholm,
J. Oltober.
beute in Rußland fait jeder. Man mus sich
bie objellk##en Schwicrigleinen llar machen,
die der Friedensaltion m Wege stehen. D
T Tce Hindernis einer russischen Friedens#allion
st die wirlschaftliche Abhängigleit Rußtands
von der Cniente. insbesondere von Amerila.
ußlands Vollswirischaft ist von der surchtbar
sten Kalastrorxhe bedroht, wenn er niähll Wofür
Woche die allernolwendigsten Indnstrieprodulie
belommt. die es braucht. wenn
nicht immer Eisenbuhnmaterial und Munition
aus dem Ausiand zugeführt wird. Nicht ein
mal die große Ausgabe der Demobilisierung
seiner Armee lönme Rußland durchsühren ohne
sehr ausgiebige Oilfe Amerilas für seine Eisen.
babnen. Das macke alles Rufiland im höchiten
Maße abhängt g. namentlick von den Vereinigten
Staalen, die die Hauptlieferanten sind, und
dies wird von der Entente sehr aus genützt. Jaran
spiell gegen Rußland die Rolle eines Po
zilisten der Entente. Schlicßt Rustand in Euroxa
einen Sonderfrirden, so geben England
und Ameriia den Jananern freie Hand gegen
Rußland in O# stasien! Sa ist Rupland trotz sei
nes uniweifelhaften Kriedenswillen nicht imstande,
den We zum Frieden zu sinden. Darum
müssen die Arbeiter Deutschlands und Oe
sterrei'#. Frankreichv. Englands und Iialiens
den russisen Genossen iu Hilse eilen, indem sie
ihre Regierungen zum Friedensschluß ireiben!
Den Frieden will
85
Einstellungen fraußösischer
Munitiouelieferungen.
Frankreich hat laut dem „Journal de Geneve“
die Munitions elleserungen. nach Nußland
eingestellt, da dar Material infolge des Trans
porlwirrwarfte in Archungelsl nicht ausgeladen
und an die Frem befördeti werden kann.
W-- er Schluß der demokratilchen
KRonserenz.
Gen f. 2. Ollober. Die Agentur Fournier berichtet
aus Pete *•*v burg: Während seiner Schlustrede
vor dem demokratisch en Kongreß trat Kerenski
an die Nampe und rief in leidenschaftlicher
Erregung: „Die Negierung erbiielt soeben
eine Depesche aus Lelfingse dre. daß Armee und
Flotte sich weigern, sie zu unlerftützen, eine
Zufammenzunft der finnischen Kammer zu ver
bindern“ Die Volichewili riefen: „Sie haben
ganz Wrcht r!tirie
Aufg setzt. D
Hue baurische Bauerngeschichte von Herman Schmid.
Die Gesellschaft bestand aus drei Personen,
einem von Kopf bis zu Fuß in glauen Sommerstoff
gelleideten alleren Herrn. der, als er den
Strohhut lüftelc, um sich den Scheiß abzutrod.
nen, eine wurdige hohr= Slirn und ein ernssles,
aber wohlwellendes Antlitz erbliden ließ welches
mit einem kurzgeschorenen Haar, dem weißen
Schnurr= und Xrebelbar! einem allen Solda
ten oder Forstmann angehören mochle. Eine
Artt leichter Jagdtasche hing ihm über die Schul
tern; ein bequemer Schirm, der jugleich als
Stütze dienen lonnte, war über den Rücken grkunden.
Ihm ganz ähnlich in der Crscheinung
wat der junge Mensch, der hinter ihm
heranschrit!, ossenbar der Sohn und das geiteue
Ebenbild der Vatere, mie eben die Jugend
dem Alter zu gieichen vermag; er war wie mit
dem Storchenschnabel im verkleinerten Maßstabe
nachgezeichnet, und es fehlle nur die Modellierund
Bossierarbeit von einigen Jahrzehnten,
um die Aehnlichkeit zum SEpiegelbilde zu steigern.
Im Anzuge waren sie dagegen völlig
verschieden. Der Jüngling, der wohl zum ersten
Male den Bergen und ihren Herrlichkeiten
nahe kam, war bereits vollständig für alle Mühen
und Fährlichkeiten gerüstet, denen er entgege
genging. Eine graue, grüngesticte Lodenjoppe
hing lose um seinen Leib; die Beine steclien
in massiven schwerbenagelten Bergschuhen.
der Kopf in einem niederen runden Hütchen
Rosenheimer Anzeiger
Die „Rote Garde“'.
Slockholm, 3. Oltober. Als Antwort auf
den Aufrus des russischen Kriegeministers, sämiliche
bei Zivilpersonen besindliche Waffen abzuliefern,
hat der Moskauer Souzjet beschlossen,
eine sog „Note Garde“ der Arbeiterschaft Zu
errichten und sie mit Waffen zu versehen. In
Kronstadt hat sich ebenfalls eine „Rote Garde“
organisiert. In Kiew zählt die „Note Garde“
bereits 8000 Mann. In den großen Industriezeniren
Jwanowo und Wosnesseust haben sich
6000 Arbeiler als „Rote Garde“ sormiert.
Eine Revolte in Taschkent.
Petersburg. 2. Oltober. Nach einem Telegramm
aus Taschlent Froklamierte eine Grupbe
poliiischer Agtatoren sich nach dem Verlassen
einer Versammlung als revolulionäres Komiles.
bemächtigte sich der Gewalt über die Stadt, zog
zwei in der Stadt liegende Regimenter auf ihre
Seite und erllärte, die vorläufige Regierung
nicht mehr anzuerkemnen. Die muselmanische Bevölkerung
billigte dieses Vorgehen nicht. Sie ist
bereil, ihm Widerstand entgegenzusetzen und
mird dabei von den Schülern der Miteelschule
unterstützt, melche die Festung Taschlent besetzt
haben. Alles dies macht den Ausbruch blutiger
Unrunen wahrscheinlich. Ein telegraphisch abgesandtes
Ultimatum der vorläufigen Regierung,
das die Unterwerfung serderie, wurde von den
NRebellen zurückgewichsen. Abends veröffentlichte
die vorläufige Regierung eine Erllärung, in
melcker sie mitteilt, daß sie den Kommandanten
der Truppen des Bezirles Kasan, Koromitschenko,
zum Generalkommissar von Turkestan
ernannt und genügend Truppen zu seiner Versügung
gestellt hat, um Umnhen mit Gewalt
Zu unterdrücken.
Fallen.
Die Stimmung in Italien.
In den politischen Kreisen Roms wird der
errue und sait aussch ließlich militärische Charaller
hervorgchoben, mit dem der Gegeinbesuch
König Viltors bei Poincare zur Ausführung
gelommen ist. Der augendlickliche Moment gilt
in den politischen Kreisen als von auszerordentlicher
Wichtigkeit. Von größter Bedeuung sei
die Levoruchende neue Ententekonferenz in Paris.
In bezug auf die innere Lage in Jtalien
dränge jetzt alles zur Entscheidung.
Die Unruhen in Italien.
Zürich, 2. Oklober. Nach Meldungen von
der ilalienischen Grenze ist in Neapel und in
der Campagna (die außer Neapel die Pro—
vinzen Adelind, Caserta, Salerno und Bene—
vento umich liebt) der Kriegezustand erllärt
worden. In Turin sind am Freitag neue Straseenlämpse
ausgebrochen. Der „Avanti“ fordert
zu Versammlungen in allen Slädten des Landes
auf, die nach dem Vorbild der jüngst in der
Provinz Reggio und Florenz veranstalteten
Kundgebungen der Regierung klar den Willen
des Volles aussprechen sollen. Man dürse nicht
zulassen, daß ileine, in fremdem Solde stehende
Banden die Geschicke des italienischen Volles
entscheiden. Die Arbeiter müssen das Kriegsende
erzwingen.
Gens,. 2. Ollober. Auf dem Sogialistenkon
greß in Bordeaur wird insbesondere die Frage
crörtert werden, ob zur Unterdrückung sozialistischer
Bewegungen ein Ententestaat vom anderen
Truxpen entnehmen dürse. Danach scheint
es sich zu bewalrrheiten, daß englische u. franzosische
Kontirgente zur Niederwerfung der
Unruhen in Jialien verwendet wurden.
mit Edelweißz, Gemsbart und Adlerflaum der
grobe grüne Rudsack, der ihn trotz seiner
Schlankheit mächtig überragende Bergitock, mit
dem er sich abschler pte, vollendeten das Bild
der Bergsteigers in besier Form.
Ein Mädchen, das wie in tiese Gedanken verloren,
in einiger Entfernung folgte, beschioß
das Dreiblatl, wenn man nicht elwa noch den
schneeweißen Spitzhund von der echten, jent
gieich den Steinböden ausgestorbenen Art dazu
rechnen uill, der, von dem Gedränge und Stimmengewirr
ausgeregt. bellend und wedelnd von
dem einen der Reisenden zu dem anderen srrang.
als wolle er sich Rat erholen, ob es nicht geraten
sei, zum Angriff überzugehen.
Das Mädchen war nicht eben eine Schönheit
zu nennen, aber in ihrer ganzen Art und Weise,
in ihrer Haltung, selbst im Gange gab sich eiwas
(Hewinnendes und Einschmeichelnde, kund,
sodaß ein paar Bäuerinnen, welche bei Seile
traten, um sie hindurch zu lassen, einander anfliehen
und sich zumurmelten:
„Du., das Dirn'l schau' an! Die itt einmal
sauber.“
m7 schon recht,“ war die ebenfalls geflüslterte
Antwort. „Nur ein bissel mehr Farb'
sollt" sie haben; sie ist ja schier so bleich, —
wenn sie leinen Tropfen Blut im Leib' häl
Die schlichten Bäuerinnen hetten ganz bänn
beol achtet. Die ungewöhnliche Blässe war es,
was der ganzen Erscheinung Eintrag tat und
beim ersten Anblick sogar befremdete; sie lag
über dem Mädchen wie ein Schleier, der eine
Frankreichs Rriegsergebassse.
Von Matthias Saim.
Finis Galliage! Halliens To! . sollte
nach den Worten der Pariser Chauoinisten, die
Losung der Deutschen seit 1670 sein. Sie verhetzlen
damit den friediich gesinnten Teil des fran.
zösischen Volkes, jene arbeitsamen Männer und
Frauen, die ihrer Familie Gluck und Fortlommen
in rediicher Weise erstrebten, verhetzten ihn mit
dem fürchter ichen Popanz des eroberungsgierigen
Germanen, der Frankreich vernichten und seinen
Bewohnern das Brot vom Tische nehmen wolle.
An dem manger hasten Gewinn des Ackerbaues
war nichr die unseige Agrargesebgelung schuld,
wesche die Republil v#zm alien Regime übernommen
und weirer versch: echiert hatie, sondern die
Deunschen, weit sie durch eine gewissenlose Ausfuhrlonlurrenz
die Preise der besten jandwirtschaftichen
Produkte Frankreiche herunterdrücklen.
Hande"l und Industrie konnten in Frankreich
nicht hrdeihen, weil der Deutsche brutal
mit Schieuderware den Weltmarlt eroberte, nicht,
weil die französische Regierung, wie sogar einige
böse und unpatriotische Franzosen behaupteten,
es nich!l veriland oder nicht verstehen wollte, jene
Erwerbszmeige tatlraftig zu sördern. Und deslarb
müsse sich das französische Voll endlich
wehren gegen den germanischen Würger, das
könne aber nur durch den Aernichtungskrieg geschehen,
der den deutschen Nachbar, der Franlkreich
vernichten wolle, selbst vernichte, damit
Frankreich bestehen könne. delenda eit (Oermania.
si vun vivere Gallia! Deutschland muß
vernichtet werden, wenn Frankreich: ieben will!
rief der bekannte Schriftiteller W. Montbard aus.
allmählich höric man diesen Ruf in den Städten
wie in den kleinten Dörfern.
Seit mehr als drei Jahren hat Franlreich seinen
ersehnten Vernichiungerrieg gegen Deutschland.
Und das Ergebnio! Der militärische Sieg
als Voraussetzung der wirtschaftlichen Vernichtung
Deutschlands iit bis lheute ausgeblieben.
Frankreich hat statt des erhofften wirtschaftlichen
Aufblühens Schädigungen zu verzeichnen,
die noch kein Land gesehen, seit die Welt besteht.
Schädigungen so groß und furchtbar und so
trostlos in ihren Folgen. daß es sich nach menschlichem
Eimessen laum je gäurlich wieder erh?-len
kann.
Hat cs jemals in irgendeinem Kriege so grose
und jurchttare Zerstörungen gegeben, wie in
jenem breiten Landitreisen, der sich von Dpern
lis nach den Vogesen zieht? Gewiß berichtet
die Geschichte von Stäolen, die einst die Kriegsfurie
von Grund auf eerstört hat, von Kriegs-HFügen,
deren Weg Rauch und Flammen, zertretene
Saaten und verbrannie Dörfer bezeichneten,
aber die Zahl, der Umfang und die Wirkung
jener Greuel waren bei weitem nicht so groß,
wie die Sputen, die der heutige Krieg in Nordfrankreich
zurückgelassen hat und noch täglich
mehrt. In leinem Kriege der Vergangenheit sino
so viele blühende Städte vernichtet worden, wie
seit Beginn des Weltkrieges in Norofrankreich,
niemals sind so viele Tausende von Dorsern
Perstör! worden, von denen viele nicht eimnal
mehr als ehemalige menschliche Wohnstätten erlenntlich
sind, lein Blatt der Geschichte berichtet
uns von einst lachenden Fluren, die der Krieg
so eritampft, zerrissen, zerwühlt, zu so hoffnungs
losem Unland gemacht hat. wie wir das
heute in so vielen. chedem fruchtbaren. blühen
den Gauen im herrlichen Flandern, in der geseg.
neten Picardie, an Mags und Mosel schauderno
sellen. Noch sind keine Berechnungen des
surchtbaren Schadens gemacht worden, denn man
fürchtet sich in Paris, dem Volle das Resullat
des gewissenlosen Rachekrieges in seinem gan-—
noch nicht völlig gehobene e Kramheit oder ein
noch unvergessenes Scelenleid über sie gebreitel
hatle. Zu letteren Gedanken stimmten die
dunklen, ebenfalls wie von Schwermut überhauc,
ten Augen, und auch die Kleidung ließ
einen Zug von Schwärmerei ertennen. Unter
dem breitrandigen, mit einem Kranz lebender
Feldblumen geschmückten Strohhute siel
eine damals ungeheuerliche Erscheinung das
reiche braune H ausgelöft auf Brust und
Naden letunter, während das einfacke Kleid
in eigentümsicker heise gefallet und zum
Zwecke der Fußwanderung ausgeschürzt war.
Was an dem Bilde noch fehlte, vollendele die
über die Schultern geworsene Zeichnungsmappe
mit Farklasten und kleinem Feldsessel; wie der
Bruder die Ergebnisse seiner Bergwanderungen
in der giftgrünen Botanisierbüchse, die er sich
umgehängt haite, zu sammeln gedachte, sam
die künitleriscke Schwester darauf. ihre Zeichnungs
und Malstudien wohlbehalten mit in die
Heimat zurückzubringen.
Aus der allgemeinen Bewegung der Menge
hatte der Wirt entnommen, daß irgend besondere
Gäste eingetroffen sein mußten; er trat
daler den Anlömmlingen schon auf der Schwelle
des Hauses entgegen ein echtes Bild altrpatraschhalischeer
Gastlichkeit, in Humdäme
die blendendweiße Brustschürze über der e
Weste, die grünsammtene Schlegelhaube zum
Gruße mit einer Miene schwenkend, welche keinen
Zweisel darüber ließ, daß der Gast auch
wirllich ein willkommener war; eine Art von
Donnerstag, 4. Oktober 1912
zen Umfsange einzugestehen, aber soviel steht
heute schon fesl, daß noch nie ein Land soviel in
einem Kriege verloren hat, wie Frankreich jetzt.
Frankreiche Vollsverführer wiesen jahrzehnt
lang auf die drohende deutsche Inva#sion 5
die man mit Hilfe einer starten Armee und mächliger
Bundeögenossen bei günstiger Gelegenheit
durch einen Angri#fskrieg verhindern müsse. Die
gankige Gelegenheit schien ihnen im Sommer
1915 gelommen zu sein. Aber die Deutschen,
die man in ihrem eigenen Lande zu vernichten
trachleie, Dhaben den ihnen so zugedachten
Krieg traftvoll nach Frantreich hineingetragen.
Der Siegeszug, auf dem eine sanatisierte Sol.
datesla und die afrilanischen Horden nach aufgesundenen
Briefsen die deutschen Gauc racheund
beutegierig veih###eren wolilen, ist nicht ge
glückt, Franlreich ill der Schauplatz diesos Weltenringeno
geworden. Und nicht nur die verhas,ten
Deutschen sind nach Franlreich gelommen.
sondern auch die werten Vundesgenosfen. Engländs
Kriegsscharen verwüsten und vernichlen
Flanderns Dörfer und Städte in der Kamrszone.
Machen lich binter ihrer Front zu Herren des
andcs, sangen es aus, betrachten bereits Frank
reichs kostbarste Häsen als ihr Eigentum. Be
liche Klagen der französischen Einwohner 2.
Landstriche und Städte sind wirkungslos, begegnen
Hohnlachen. Nach England soll nun auch
Nordamerila seine Invasion be ginnen. Auch das
nordamerikanische Hcer mit seinem Troß wird
sich irgendwo niederlassen, die Framosen wer
den nicht nur in der Front vor den Freunden
usammemücken. wieviel wird ihnen vom
cigenen Lande übrig lleiben, und wie weit werden
sie dann noch dort Herr im Lande sein? Auch
die Schwarzen und Vraunen und Gelben aus
dem weiten Erdenrund haben Frankreich überflutet.
Hunderttausende von ihnen sind gekommen
und sie lernen soviel in diesem Kriege. sie kennen
Frantreich heute bereits so gut, un sie aus
Sllaven schon vielfach Herren geworden si.m.
Zerlôrte Dörser und Städte und verheerte
Fluren. die Invasion des ei.ides und noch weit
schlimmer der Krcunde. s sind einige der
roseen, yente schon fenkundigen Ergebnsse des
Krieges fur Frankreich. Ein weiteren i#n der un-Lgeheucre
Verlurt an Menschenleben, die Frankreich
heute sch #n sehlen und #n Zukunft noch mehr
sehlen merden. Schon im ernen Kriegslahre gin
gen die Nachrichten vom Tode des „Fils unique“,
des ein-igen Sohner, klagend durche Land, heute
sind diese Todesmeldungen so zahlreich, daß die
Grösie der Verluste die Klagen betäubend verstummen
läft. Wenn vor dem Kriege warnend
der Ruin des Volles infolge der Geburtsab#
nme Frophe##eit worden ill, so hat der Krieg
diesen Ruin durch die furchtlaren Blutopfer gebracht.
Rene Ba:in sa rieb var Jal,ren ein Buch
„La terre qui meurt“ „Das sterbende flache
Land“, in dem er warnend auf die Abnahme
der Landbevöllerung hinwies, er lönnte jeßt
warnend für die Kriegeletzer in Paris ein Buch
Vom stebenden Frankreich“, „La France qui
meurt“, schreiben
Die Wiederzewinnung Elsap-Lothringens und
des linken Nheinusers war und ist das größte
und böchste fran ösische Kriegeziel, Dd dies (e.
Fiete sollten Frankreich wirtschaftlich sichern und
heben, eine gewaltige Steigerung der militärischen
Macht bringen, man sehnte sich danach,
nannte es das Land der Verheihung, „la terre
promise“. Anstatt dieses grlob.#en Lande# habe.
die Franosen 20 000 Geviertllometer ihres
besten Landes verloren und als noch schlimmeren
Verlust die weite Wüstenei der Kamxf:tone zu
ver eichnen.
Finis Gallige? Wird dieser Krieg das Ende
Galliens sein? Fakt lönnte es so scheinen. Was
2
wie sie inzwischen auch ge estorben it.r
gleich ben Steinbocken und den Sxihzen.
„Wünsche wohlauf zu leben,“ sagie er und
bot dem alten Herrn die Hand, in welche cieser
Wirt,
sosor, eili#li#ngq „Das ist schön von Ihnen,
das. Zi:# auch einmal heimsuchen. Grüh
„(G. u 5 „ Binwieder!“ erwiderte dieser,
*n . Lenn wir willkommen sind. Ich
sten ibe der großen Menschenmenge,
die * usammelt ist, würde für uns kein
Plätza en mehr vorhanden sein; ich sehe auch,
in den kriden Zechstuben summt es wie in einem
#ä#wämenden Bienenstock.“
„Kein Plat übrig und kein Bissen vorhau
den?“ rief der Wirt. „Das könnt' mich freuen:
das gibl's nicht beim Wirt in Flintsbach. Die
Bauern sind einmal so die sind immer am
liel sten dalei, wenn sie in den Sluben und recht
dick auf einander sitzen lönnen; sie lind sich
lhalt unter der ganzen Woch' genug in der
freien Luft, aber hinter'm Haus ist der Obstgarten;
da ist Patz genung, da ist's schattig und
kühl und eine Aussicht wie von einem Kirchlurm.
Da wird's Ihnen gewiß gesallen — so
ut, das Sie gar nimmer fort Mmögen."
„Das Bleiben wird nicht angeh'n.“ sagte de#-alle
Herr, indem er mit Sohn und Tochter durch
die breite Hausflur dem Garten zuschritt; „wir
wollen Fzute noch Audorf errt sähe und wek den
uns zerig wieder auf den Weg machen mössen,
wenn wir uns ein wenig erfrischt und ausgeruht
haben werden.“
(Fortsetzung folgt)