Volltext : Deutsche Schulfibel. Zweiter Teil. (2)

 

 

 

180.  Was  das  Bächlein  auf  der  Reise  spricht.

Kind.  Du  Bächlein  silberhell  und  klar,  du  eilst  vorüber
immerdar.  Am  Ufer  steh'’  ich,  sinn  und  sinn',  wo  kommst  du
her,  wo  gehst  du  hin?

Bach:  Ich  komm  aus  dunkler  Felsen  Schoß,  mein  Lauf
geht  über  Blum  und  Moos,  auf  meinem  Spiegel  schwebt  so
mild  des  blauen  Himmels  freundlich  Bild.  Drum  hab'  ich  frohen
  Kindersinn;  es  treibt  mich  fort,  weiß  nicht  wohin.  Der
mich  gerufen  aus  dem  Stein,  der  denk  ich,  wird  mein  Führer

  sein.
Karoline  Rudolphi.

181.  Auf  den  Bergen  ist's  schön.

Auf  den  Bergen  ists  schön!  Auf  die  Berge  laßt  uns  gehn!
Dort  ist  die  Luft  so  rein,  überall  Sonnenschein;

weit  über  Wald  und  Feld  schaut  man  dort  in  die  Welt;
unten  ist  grün  die  Au,  oben  der  Himmel  blau;

kraftvoll  erhebt  die  Brust  dort  sich  in  Himmelslust!

Auf  den  Bergen  ist's  schön!  Auf  die  Berge  laßt  uns  gehn!

182.  Schützenlied.

1.  Mit  dem  Pfeil,  dem  Bogen,  durch  Gebirg'  und  Thal
kommt  der  Schütz  gezogen  früh  am  Morgenstrahl.

2.  Wie  im  Reich  der  Lüfte  König  ist  der  Weih;  durch
Gebirg’  und  Klüfte  herrscht  der  Schütze  frei.

3.  Ihm  gehört  das  Weite,  was  sein  Pfeil  erreicht;  das

ist  seine  Beute,  was  da  fleugt  und  kreucht.
Friedrich  v.  Schiller.

183.  Spruch.

Hüte  dich  vor  Übelthaten!
Feld  und  Wald  kann  dich  verraten.
Hoch  auf  Bergen,  tief  im  Thal,
Gottes  Aug  ist  überall.  Nobert  Reinick.