Full text : Neues Preussisches Adels-Lexicon. Dritter Band. I-O. (3)

312  Luck.

Luck,  die  Herren  von.

1)  Die  v.  Luck  sollen  polnischer  Herkunft  sein,  so  schliesst
man  aus  dem  Namen,  der  das  polnische  Wort  für  arcus  oder  Bogen
ist.  Noch  in  der  Gegenwart  sind  Aeste  dieses  adeligen  Stamsnes  ıN
Polen  verbreitet,  die  einen  gespannten  scythischen  Bogen  mit  aufgelegtem
  Pfeile  im  Wappen  führen,  weil  ihr  Ahnherr  in  einer  Schlacht
mit  den  Litthauern  einen  Gesner,  der  eben  einen  Pfeil  auf  ihn  abdrücken
  wollte,  durch  einen  glücklichen  Streich  überwältigte.  (Al.  &
Okolski  Orb.  Pol.  TV.  IL.  p.  207.)  Ganz  anders  erzählt  Albertus  Kranz
die  Abkunft  des  Geschlechts.  Nach  ihm  sind  die  v.  L.  die  Abkömmlinge
  eines  Grafen  zu  Ditmarsen.  Es  hatte  nämlich  eine  hohe  Frau,
die  Tochter  aus  der  Ehe  eines  Bruders  Kaiser  Heinrich  ILL,  mit  Brunonis,
  der  Schwester  des  Papstes  Leo  IX.,  in  Schwaben  gewolhnt-Sie
  wurde  hier  Wittwe  und  heirathete  sodann  zuerst  den  Grafen  Dedo
zu  Pittinarsen  und  nach  dessen  Tode  einen  Bruder  desselben,  den
Grafen  Ethelero.  Aus  diesen  beiden  Ehen  waren  verschiedene  Söhne,
und  einer  derselben  soll  der  Alınherr  des  Geschlechts  der  v.  Luck
sein.  "Der  Freiherr  v.  Abschatz  zählt  die  v.  L.  unter  die  älten  Ritter:
der  Quaden  und  Lygier.  In  Schlesien  erscheinen  sie  zuerst  am  linde
des  13.  Jahrhunderts,  wo  ein  Ritter  Lucke  der  Günstling  des  Herzogs
Konrad  .zu  Glogan  war.  Er  soll  auch  bei  der  Gefangennehmung  des
Iterzoss  Heinrich  des  Fetten  zu  Breslau  behülflich  gewesen  sein.  —
Opeiske  .oder  Opits  v.  L.  erwarb  im  Jahre  1337  Jas  Gut  Peterwitz
bei  Trebnitz.  —  Im  Jahre  14602  war  Peter  v.  L.  Landeshauptmann
des  Gwranisches  Kreises.  —  Dieselbe  Würde  bekleidete  im  Jahre
1588  Johunn  v.  L.  auf  Klein-Kloden.  —  Im  Jahre  1610  trat  Maria
v.  L.,  Aebtissin  zu  Trebnitz  von  der  römisch-katholischen  zur  evanselischen

  Religion  fiber.  —  Uhn  dieselbe  Zeit;  versah  v.L,uck  und  Witten
  auf  Paulsdorf  das  Amt  eines  KHauptmanns  des  fürstlichen  Stifts  zu
Trebnitz.  (M.  s.  Schickfuss,  2s  Buch  S.  221.)  —  Diese  Familie  hatte

sich  unterdess  in  viele  Zweige  verbreitet,  woraus  unterschiedliche
Jläuser,  namentlich  das  zu  Mechau,  das  zu  Sälisch,  das  zu  Märzdort
und  das  zu  Klein-Kloden  entstanden.  Das  Mechauer  zerftel  wieder  in
die  Zweige  von  Witten  und  Mestisen,  Guckelitz,  Paunlwitz,  Mlitsch,
Zwekwronze,  Gross-Tschuder  sind  ebenfalls  alte  Besitzungen  der  v.L.,
meistens  im  Gnhrauschen,  Hoerrnstädtschen  und  Schwiebusschen  geleven.
  Auch  Kottwitz  bei  Sagan  und  das  noch  bis  in  die  neueste  Zeit
sächsische  Lehn  Teichenan,  das  gegenwärtig  Kigenthum  einer  Linie
  der  Freilerren  v.  Zedlitz  ist,  war  Eigentlum  der  v.  L.  Endlich
  schrieb  sich  auch  ein  Zweig  des  Flauses  v.  Luck  und  Wickolin«
Im  Jahre  1806  besass  Adam  Sigismund  Ernst  v.  Lücke,  Kreis-Depntirter
  und  Marschcommissarius  des  Glogauer  Kreises,  das  Gut  Bansau
(jetzt  in  den  Händen  der  Grafen  v.  Logau)  und  noch  in  der  neuesten
Zeit  war  Jakobsdorf  bei  Nimptsch  ein  Rigenthum  dieser  Fanulie.  —
in  Poınmern  ist  eimer  v.  L.  Herr  auf  Borrenthin  bei  Demmin,

2)  Nicht  zu  verwechseln  mit  diesem  Geschlechte  sind  diev.  Luck,  genannt
  v.  Boguslawitz,  die  aus  einer  bürgerlichen  Familie  inOels  abstanımen
  und  von  denen  folgendes  Epitaphium  zu  Friedland  in  Böhmen  Kunde
giebt:  Quis  est,  quamvis  sit  adolescens,  cui  sit  exploratum,  se  ad  vesperam
  esse  victurum?  Magdalenae  Weintritin  in.  Palwitz,  Virgini
nobili,  Sponsae  lectissimae,  omnes  laudes,  quae  in  hunc  sexum  c9-dere
  possunt,  supergressae,  et  ab  omnibus  adamatae,  Caspar  Luck  &
Boguslawitz  U.  J.  D.  Sponsus  moestissimus  monnmentum  hoc  sincerl
amoris  et  debitae  gratitudinis  officio  p.  moritur  Pragae  XXIV.  Augusti.
  tumulatur  sic  desiderans  Frtedlandii  IX.  Septembr.  Anno  CIDIOIC.  —