Dezemberblatt »Die Currende in der Klosterkirche
um das Jahr 1840«. In sinniger Weise wurden mit
einzelnen der Abbildungen Porträts verbunden, so
mit der Darstellung des Reichstagsgebäudes das Bild
$. M. des Kaisers, mit der der kgl. Bibliothek das
Bild von Adolf Harnack und mit der des Rathauses
die Bilder der beiden Bügermeister Kirschner und
Dr. Reicke. Der anschliessende Text enthält eine
Fülle von interessanten Abbildungen aus Alt-Berlin.
Wir können auch diesen Kalender, dessen Preis
in Anbetracht des Gebotenen ein äusserst mässiger
ist, aufs beste zur Anschaffung empfehlen.
Münchener Kalender ı908. Druck und Verlag
der Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz A.-G. München-Regensburg.
Preis M. 1.— In ernstem Gewande
tritt unsdervoreinigen Monaten erschienene heraldisch
Münchener Kalender entgegen. In spätgothbischem
Distelornamente, in dessen oberem Teile zwei
mit langen Malpinseln bewaffnete echtgothischlangbeinige
Männergestalten einen Kampf vor dem
Künstlerwahrzeichen führen, hängt ein Schild mit dem
Münchener Wappenbilde. Die Reihe der einzelnen
Blätter wird durch das Staatswappen von Braunschweig
eröffnet. Diesem schliessen sich an die Stammwappen
der Geschlechter Buenau, Dalberg, Froberg-Monjoie,
Hanau, Helfenstein, Hodenberg, Kleist, Plettenberg,
Rotenhan, Schenk von Stauffenberg, Sternberg und
Waldstein. Sämtliche Zeichnungen rühren wie in den
bisherigen Jahrgängen von Professor Otto Hupp her.
Originell erfunden Helmdecken zeichnen die Wappen
Dalberg, Helfenstein und Plettenberg aus. Die
sachkundigen Erläuterungen haben Geheimrat
Gustav A. Seyler zum Verfasser. Der Münchener
Kalender bildet seit 14 Jahren ein einzigartig
unerreicht darstehendes Wappenwerk, das bis jetzt
12 Wappen deutscher Staaten und 171 Stammwappen
deutscher Fürsten- und Grafengeschlechter vereinigt.
Druck und Ausstattung steht auf dergewohnten Höhe.
Der im gleichen Verlage erschienene »Kleine
Münchener Kalender 1908«, welcher sich ob seiner
Zierlichkeit gleichfalls viele Freunde erworben hat,
zeigt die bisherige gediegene Ausstattung.
An das Kalendarium desselben, zu dessen einzelnen
Monatstafeln wieder Ernst von Destouches
sinnige Sprüche gedichtet hat, schliessen sich einige
statistische Notizen über die Grössenzahlen der Erde,
die höchsten Punkte von Gebirgsbahnen, die längsten
Brücken, die Länge grösserer Eisenbahntunnels,
Weg- und Flächenmasse etc. an, und wird auch dies
neue niedliche Kalenderchen mit seinem bescheidenen
Preise von 50 Pf. das kommende Jahr hindurch
vielen ein lieber treuer Begleiter sein.
Genealogisches Taschenbuch der Adeligen
Häuser Oesterreichs. 1906 —o7. Zweiter Jahrgang.
Wien. Otto Mass Söhne. Mit Illust. Klein 8°, 635 S.
— Preis M. 10,50.
In schmucker Ausstattung ist der zweite Band
des begrüssenswerten Unternehmens erschienen.
Eine grosse Anzahl neuer Familienartikel sind iu dem
Buche vereinigt. Die schon im ersten Bande beobachtete
Einrichtung, den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Entwickelungsgang der Familien in seinen
. ursächlichen Zusammenhängen an der Hand möglichst
vollständiger Genealogien zu verfolgen, wurde auch
im vorliegenden Bande durchgeführt. Mehrere
Porträte, darunter das des früheren österr. Handelsministers
Johann Freiherrn von Chlumecky, ferner:
einige Wappenabbildungen schmücken den Band.
Ausführliche Register ergänzen den Inhalt. Durch
die vielfachen verwandtschaftlichen Beziehungen,
die zwischen Deutschland und Oesterreich bestehen,
1 —
dürfte das Absatzgebiet des Unternehmens sich auch
auf das deutsche Reich erstrecken.
Die Ausstattung ist in jeder Hinsicht musterhaft.
Thüringer Kalender ı908. Herausgeber:
Thüringer Museum in Eisenach. — Verlag von
Fischer & Franke, Berlin W. 9. Preis M. 1.—
Der Thüringer Kalender für das Jahr 1908 enthält
wieder prächtige Landschaftsbilder des trefflichen
Ernst Liebermann (München), die in höchst stimmungsvoller
Weise Thüringer Schlösser, Burgen und Kirchen
wiedergeben: Schloss Kapellendorf bei Weimar —
Burg Neideck in Arnstadt — Burg Greifenstein bei
Blankenburg (Schwarzbg.-Rud.) — Kirche in Oberoppurg
bei Neustadt a. d. Orla — Ruine der Käverburg
bei Ohrdruf — Schloss Neuenburg bei Freyburg a.
d. Unstrut — Saalburg bei Lobenstein — Schloss
Reinhardsbrunn — Schloss Kitzerstein in Saalfeld —
Schloss in Denstedt an der IIm — Ruinen der
Lauterburg bei Coburg — die Roten Spitzen in
Altenburg. — Eine Anzahl weiterer Veduten aus
Weimar etc. schliessen sich an. Der Zyklus von Wappen
Thüringisch-Sächsischer Geschlechter (von Prof.
Ad.:M. Hildebrandt in Berlin) ist durch die Wappen
der v. Wurmb, v. Haeseler, v. Lengefeld, v. Helldorf,
v. Cranach, v. Thüngen, v. Harstall, Vitzthnm v. Eckstädt,
v. Bila, v. Werthern, v. Westernhagen und
v. Gleichen-Russwurm ergänzte Wir können den
Kalender, der sich würdig seinen Vorgängen anreiht,
bestens empfehlen.
Schmidt, Berthold, Dr., Archivrat, Die Reussen.
Genealogie des Gesamthauses Reuss älterer
und jüngerer Linie, sowie der ausgestorbenen Vogtslinien
zu Weida, Gera und Plauen und der Burggrafen
zu Meissen aus dem Hause Plauen. Im
Auftrage Sr. Durchlaucht Heinrich XIV. regierenden
Fürsten Reuss j. L. und Fürstenregenten Reuss
ä. L. hrsg. Fol. IX und 70 S. Schleiz, F. Lämmel,
1903. M. 12.—, geb. in Leinwand. M. 15.—
Mit Ausnahme der Wettiner, über welche der
Kgl. Sächsische Geheime Regierungsrat und Archivdirektor
Dr. Otto Posse in Dresden seine grundlegende
»Genealogie des Gesamthauses Wettin«
(Leipzig und Berlin 1897) bearbeitet und im Druck
herausgegeben hatte, besass bis vor 4 Jahren noch
kein anderes deutsches Fürstengeschlecht eine bis
in die Gegenwart hinein kritisch bearbeitete und
durch genaue Quellennachweise belegte Genealogie.
Neuerdings ist nun (neben dem durch Archivrat
Professor Dr. H. Wäschke in Zerbst veröffentlichten
dankenswerten genealogischen Handbuch über »Die
Askanier in Anhalt«, Dessau 1904, C. Dünnhaupt
und der von den Archivräten)J. Grossmann, E.Bernerf,
G. Schuster und K. Th. Zingeler bearbeiteten »Genealogie
des Gesamthauses Hohenzollern«, Berlin 1905,
Moeser) obige im Auftrage und auf Kosten seines
Landesherrn von dem um die Geschichte des Vogtlandes
und der beiden reussischen Fürstentümer hochverdienten
fürstlich Reuss. j. L. Archivrat Dr. Berthold
Schmidt in Schleiz (dem Bearbeiter des vortrefflichen
Urkundenbuches der Vögte von Weida, Gera und
Plauen) zusammengestellte und herausgegebene
Genealogie der Reussen erschienen, eines seit acht
Jahrhunderten im Oster- und Vogtlande sitzenden
deutschen Fürstengeschlechtes, das einst in jenes
slavische Volksgebiet einwanderte, diesem das
Christentum und die deutsche Kultur brachte und im
Laufe der Jahre mit dem wettinischen Fürstenhause
manche enge Berührung im freundnachbarlichen und
mitunter auch im gegnerischen Sinne gehabt hat.
Der Herausgeber hat die gestellte Aufgabe ganz
vortrefflich gelöst und nach jahrelanger enısiger,
entsagungsvoller und kritischer Arbeit ein Nach-