Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Schrottenloher  —  Kgl.  Oberslotomotiv·
süheen#Schütz  Laper,  Lokomotioheizer;  Soölch
Ludwig,  Lehrer;  S  Josef,  Bankagent;
Steiner  Antdon,  Kgl.  Packmeister;  Stumfall
Loses,  Taglöhner;  sämtliche  gegen  Bezahlung.
Gebührenfrei  erhalten  das  Bürgerrecht  wegen
50  jähriger  Dienstleistun  bei  der  Feuerwehr
1  w.  Sanitätstolonne:  Streidl  Emil,  Kunstund
  Handelsgärtner;  Hofmüller  Ceorg,  Eisendreher;
  Kunst  Gtcorg,  Maschinenschlosser.

Das  Heimatrecht  wird  dem  Taglöhner  Mar
Beselein  von  Freifing  verliehen.

Die  Lieferung  der  Medikamente  für  das

Jahr  1913  wird  a)  für  alle  im  Krankenhause
untergebrachten  Personen  der  Marien-Apothele,
|  für  die  Pfründner  des  Bürgerspitals  und
die  Insassen  des  Armenhauses  der  Apotheke
Nieker  übertragen.

Die  Liedertafel  erhan  Poliʒeijtundverlängerung
  für  das  Jahr  1

Auf  gutack  tlichen  *-  des  Verwaltungsrates
  der  stadt.  höheren  Mädchenschule  Magisitatsrats
  Senft  werden  die  Arbeiten  beim
Warmhaus  der  Tochterschule  dem  Kupfer—
EEIIEIII…WI

Zur  Kenntuis  gelangt  die  Regierungs-Ent-*-r
  liehung  rom  15.  November,  inhaltlich  welcher
  der  Fürsorgeste.  le  für  Lungeniranke  in  Rosendrim
  ein  Zuschuß  von  1000  Ml.  gewährt
uurdr.

Für  die  Tieferlegung  eines  Durchlasses  in
der  Wittelsbache#strasze  ist  der  Betrag  von  150
Mark  in  den  Gemeindeelat  1915  einiusetzen.

Nach  Antrag  der  Kommission  für  das  slädt.
Eleitrinitätswerk  wird  anläßlich  des  Gesuchs  der
Firmen  Klöpfer  und  Königer  und  Otto  Huder
vorerst  versuchswurife  und  widerruflich  die  Sperrzeit

  im  Sinne  des  §  6  des  Statuts  für  die  Zeit

vom  Beginn  des  Einschaltens  der  Straßenbeleuchtung
  bis  zu  deren  Ausschaltung  für  sämtliche
  Motorenkesiter  festgesetzt.

Der  von  der  Bausommission  beantragten  Tieferlegung
  und  Ummung  des  Kanales  in  der
Mangfallstraße  unt  in  cer  Kufsteinerstraße  zwischen
  den  Anwesen  5.)  und  69  nach  dem  stadtbauamtlichen
  Entwurf  vom  24.  November  dieses
  Jahres  wird  engestimmt.  Die  hiefür  erforderlichen
  Kosten  von  1100  und  1600  Mk.
sind  zu  decken  a)  aus  den  von  den  beteiligten
Hausbesitzern  gezeichneten  Beiträgen  von  insgesamt
  809.20  Mk.  (Die  von  den  Hausbesitzern
gestellten  Zahlungsbedingungen  werden  anerlannt.);
  b.  aus  dem  durch  die  Beschlüsse  der
beiden  Kollegien  vom  3.  und  11.  November
1914  für  die  Regulierung  der  Hubertusstraße
Strecke  11  Welleinhaus  bis  zu  dem  vormaligen
Salinengleis  genehmigten  Kredit  von  1400
Mark.  Diese  Straßenregulierung  wird  bis  auf
weiteres  zurückgestellt  und  tritt  an  ihre  Stelle
die  vordringlich  ere  Kanalisierung  der  beiden  genannten
  Straßen,  die  einer  größeren  Anzahl
von  Arbeitern  Notstandsarbeit  bietet;  c)  der
weiter  noch  benötigte  Restbetrag  von  490.80
Mark  ist  dem  Reservefonds  der  Gemeindekasse
zu  entnehmen.  In  den  unter  Ziffer  b  und  c
genehmigten  Beträgen  sind  auch  die  auf  die
salinarischen  Grundstücke  an  der  Kufsteinerstraße
  und  auf  das  noch  unbebaute  Grundstück
Krichbaumer  an  der  gleichen  Straße  treffenden,
jedoch  erst  bei  Bebauung  derselben  fällig  werdenden
  Beiträge  von  441  und  112  Mi.  enthalten.


Es  ist  Pim  Kgl.  Salinenamt  die  Verlängerung
  des  biereitigen  Vertrags  über  die  Benützung
  der  sallnarischen  Zweigbahn  auf  weitere
  zwei  Jahre  zu  beantragen.

Auf  Antrag  der  Kelonnenführer  der  freiwilligen
  Sanitätskolonne  I.i  wird  a)  dem

so  wenig  die  R#ede  sein  kann  al#  van  einem
Mißverständnis.  Ich  bedaure  aufs  tieiste,  daß
ich  n  miich  gesetzien  Erwarmungen  so  schlecht
habe  ersüllen  konnen.  Zwar  kann  ich  mir  kein
Verschulden  beimessen  an  dem  Verrat,  der  aufs
neue  an  den  Geheimnissen  der  Kommission
verübt  worden  ist.  würde  es  voll.
kommen  veritehen,  wenn  man  mich  nach  solchen
Vorkommnissen  als  eine  diesen  verantwortungsvollen
  Posten  wenig  geeignete  Perfönlichkeit
  ansähe,  und  ich  bin  selbstverständlich
bereit,  ihn  aufzugeben,  sobald  es  von  mir  gewünscht
  wir

„Wollen  Sie  gefälligst  auf  einige  Minuten
in  das  Neben  zimmer  treien,  Herr  La  gar!“  sagte
der  Minister,  ohne  auf  meine  Eriüh#ung  ein.
zugehen.  „Wir  haben  einiges  zu  beraten,  und
man  wird  nicht  verfehlen,  Sie  von  dem  Ergebnis
  dieser  Beratung  in  e  3#,  seen.“

Ich  verbeugte  mich  undg  Daß  mir  die
Minuten  des  Wartens  in  den  e  mit  etlichen
Landkarten,  einem  großen  Tisch  und  einigen
Stühlen  ausgestatteten  Mebenrcume  zu  en
osen  Ewigkeiten  Wdern  brauche  ich  kaum  zu
versichern.  Der  Gedanke  an  die  Möguchteit
einer  schimpslichen  Frscsn  war  mir  dena
unerträglich.  doch  mußte  ich-  ene  ber
rah  r  1e  cins  r*  daß  ich  Lage

t  un  offen  Eingesol-ve.
re  *  Prob-  Bosaren  kaum  etwas
anderes  erwarten  hatte.  Endlich  hörte  ich,
wie  im  Rectensinumner  Stühle  gerückt  wurden,
und  zwei  Minuten  später  Srat.  Gra  Stoloien

2
*

 

über,  die  Schwelle.  Er  lehnte  sl
Kamin  und  sah  mich  mi  kn  —i  nn
Samn  #d.r  ##n#ta

„Wir  haben  die  k  Ibrer  Entlassung
bievutiert.  Herr  Lazar!  nd  wir  sind  au  dem

 

 

Schlossereitechniler  Peter  Wolf  für  18  jährige

tadellose  Diensteit  in  der  sreiwilligen  Sani-###skolonne
  das  gemeindliche  Ebrendiplo,  b)
em  approb.  Bader  Simon  Loferer  für  20.
□—n  tadellose  Dienstzeit  in  der  Kolonne  das
Bürgerrecht  in  hiesiger  Stadt  kosten=  und  ge-Mhreentrei
  verliehen.

 

 

Genesungshelm  vom  Kolen.  ten;
im  Balferbad

Rosenheim,  10.  Dez.

Wer  hätte  sich  in  den  vergangenen  Monaten
  nicht  schon  manchmal  der  glücklichen  Verwendung
  unseres  „Kaiserbades“  gefreut?  Dem
altehrwürdigen  Gebäude,  im  Vereine  mit  dem
Noten  Kreuz  ist  es  zu  danken,  daß  auch  Nosenheim
  verwundete  und  kranke  Krieger  in  seinen
  Mauern  aufnehmen  kann.  Hat  daos  Genesungsheim
  zu  Anfang  des  November  deren  39
beherbergt,  so  war  zu  Ende  des  Monats  nach
21  Zugängen  und  9  Abgängen  eine  Frequenz

von  51  zu  verzeichnen.  Und  wer  durch  die  Fenster
  des  Speisesaals  blickt,  sei  es  bei  den
Mahlzeiten,  sei  es  am  Abend,  der  kann  sich

überzeugen,  daß  unsere  Krieger  sich  hier  wohl

ühlen.  s.  .

Da  vergnügen  sich  einzelne  Gruppen  am
Billard,  am  Kegelspiel,  an  Dame  oder  Mühle,
an  Karten,  oder  Rennspiel,  während  andere
es  vorziehen,  ihre  Erlebnisse  auszutauschen.
Mangel  an  Lesestoff  ist  wahrlich  nicht.  Haben

doch  Gönner  und  Freunde  Zeitschriften  in
Menge  gespendet;  die  „St.  Josephs-Bücher-Bruderschaft“

  hat  sich  mit  zahlreichen  Büchern,
der  „Norddeutsche  Lloynd“  mit  Broschüren  einge
stelllt;  zur  Vermittlung  der  Tagesereignisse
haben  die  Verleger  einiger  Zeitungen  in  dankenswerter

  Weise  Gratis-Abomnements  gewährt.
  :
Daß  den  Verwundeten  auch  außerhalb  des

Lazaretts  Unterhaltung  geboten  wird,  dafür
sorgen  die  Inhaber  unserer  Kinematographen
Theater,  indem  sie  ihnen  freien  Eintritt  *
währen,  eine  Erlaubnis,  von  der  häufig
brauch  gemacht  wird.  Mit  goldenen  Knern
verzeichnet  sind  in  der  Erinnerung  unserer
Verwundeten  der  5.  und  6.  Dezember.  Wurden
  ihnen  doch  zu  dem  Wohltätigkeitskonzert
(das  Liedertafel,  Männergesangverein  u.  Orchesterverein
  veranstalteten),  freier  Eintritt  gewährt,
  während  am  Sonntag  die  Leitung  der
Höheren  Mädchenschule  sie  zu  einem  religiösen
Weihnachtsspiel  lud.  Hier  sei  es  gestattet,
den  Leitungen  der  beiden  Veranstaltungen  namens
  des  Roten  Kreuzes  herzlichst  zu  danken
für  die  seinen  Pflegebefohlenen  bereiteten  schönen
  Stunden.

Diesen  geistigen  Genüssen  ging  zu  Anfang
des  November  ein  Frühschoppen  voraus,  den
eine  hiesige  Brauerei  mit  einem  Faß  Bier,  einer
  Anzahl  Weißwürsten  und  Bretzen  zu  stiften
die  Güte  hatte.  Daß  Liebesgaben  im  vergangenen
  Monat  nicht  so  zahlreich  einliefen,  ist
selbstoerständlich,  wurde  doch  an  die  Gebefreudigkeit
  der  Rosenheimer  von  allen  Seiten  appelliert
  und  das  in  besonderem  Maße  zu  der
Zeit,  da  es  galt,  unseren  Soldaten  Weihnachten
  ins  Feld  zu  zaubern.  Trotzdem  können  wir
von  einigen  hervorragenden  Spenden  berichten.
In  erster  Linie  steht  eine  große  Kiste  mit.
Verwundetenhemden  und  -Socken,  die  von  hochgeschähter
  privater  Seite  in  Brannenburg  dem
Lazarette  zum  Geschenk  gemacht  wurden,  weiter
20  Hemden,  wollene  Decke  und  verschiedene
Wäschestücke  aus  Sammlungen  in  Flintsbach
und  Degerndorf  zur  Verfügung.  Neben  dieser
außerordentlichen  Bereicherung  des  Wäscheschrankes
  sind  noch  zu  nennen  26  Meter  Ver-Schluß

  gekommen,
bieterische  Notwendigkeit  vorliegt,  Sie  Ihres
Postens  zu  entheben

Ich  war  geradezu  überwältigt,  denn  ich
botter  nicht  mehr  gewagt,  auf  ein  solches  Er-Pehnis
  zu  basfen.  Und  in  meiner  begreiflichen
usregung  veging  ich  die  Unvorsichtigkeit  zu

sa  en
s  r  Seine  Durchlaucht  der  „Fürft  Potesci
gab  nur  zu  verstehen
er  un  mich  nicht  ausreden.

„Fürft  Potesci  steht  ven  zu  leinen  Freunden,
Herr  Lazar,  aber  er  läßt  sich  dadurch  nicht  zu
Ungerechtigteilen  Estichtnuc  Er  sieht  die  Geschehnisse
  unter  anderen  Gesichtspunkten  als  Sie.
aber  er  hat  mit  keinem  Worte  der  Vermutung
Ausdruck  gegeben,  daß  Ihre  von  der  seinigen
abweichende  Meinung  durch  unlautere  Motive

daß  vorläufig  keine  ge- 



beeinftußt  sein  könnte.  Er  hält  Sie  für  überarbeitet,
  nervös  und  von  etw  lebhafter
wn  Einen  anderen  Torwurf  hat
er  gegen  Sie  nicht  erhoben.

"„  t  tut  mir  mit  dieler  Auslegung
nicht  *W*“"ö-  J  Unrecht,  als  er  es  durch  eine
Verdächtigung  melner  Waphettsnebe  tun

würde.  Mein  Erlebnis  mit  dem  Prinzen  Dolgorukow
  hat  sach  buchstäruich  so  zugetragen,  wle
es  von  mir  geschildert  worden  ist."
ch  für  meine  Person  bin  nicht  abgeneigt,
Ihnen  4  zu  glauben.  Und  ich  werde  meln
Verhalten  danach  einrschten.  Bon  dieser  Seite,
dessen  dürfen  Sie  sich  versichert  halten,  droht
uns  hinsort  keine  Gesahr  mehr.  enn  der
rinz  wird  nter-  so  ni  Ueberwochung
ehen,  Lenge.  noch  auf  rumänsschem

 

d
—  doti  also  nach  Potesci  zurückkehren,

vbaudsltoff  und  zahlreiche  Zigarrenspenden,  die
7es  bis  vor  wenigen  Tagen  ermöglichten,  jeden

n.  !•5½*5

Zu  besonderem  Danke  it  das  Rote  Kreuz
den  beiden  Ws  Kollegien  für  die  unentgeltliche
  Abgabe  des  elektrischen  Stromes
verpflichtet,  sowie  den  Herren  Kunstschlossereibesitzern
  Ewald  und  Wolf,  welche  die  Güte  hatten,
  die  einschlägigen  Reparaturen  kostenlos
ausführen  zu  lassen.

Auch  das  Wirtschaftsbuch  hat  im  Laufe  des
November  manche  hochwiltkommene  Stiftung  zu
verzeichnen,  o  einen  schönen  Rehbock,  ein
prächtiges  Schmaltier,  geräuchertes  Fleisch,  eingelochte
  Früchte,  Zwieback  und  aus  der  Gemeinde
  Nußdorf  ein  Körbchen  frischer  Eier,
freudigst  begrüßt  im  Interesse  unserer  bettlägerigen
  Patienten.

Allen  Wohltätern  sei  ein  doppeltes  „Vergelts.
  Cott“  gebracht,  einerseite  im  Namen  der
Verwundeten  und  Kranken,  anderseits  im  Namen
  des  Roten  Kreuzes,  dem  durch  ihre  Lie-Uesgaben

  die  lostspielige  u.  umsangreiche  Wirtschaftsführung
  erleichtert  wurde.

—

NRosenheim,  10.  Dez.

Auf  dem  Felde  der  Ehyre  gesallen:
NRichard  Kühnbauser:  aus  Rosenheim,  Kriegsfreiwilliger
  im  20.  Juf.  gt.,  Sohn  des  Wagenwärtergehilien
  Thoma  in  Nosenheim;  Kaspar
  Sigrist,  Hausbesitzer  und  Wasserbauvorarbeiter
  aus  Feilnbach,  Landwehrmann  im  1.
Inf.-Rgt.;  Korbinian  Maier,  Zenzensohn  aus

 

Hartpenning,  Soldat  im  16.  Res.-Feld-Arl.=Rgt.;
  Josef  Killer,  Lamprechtsohn  und  Zimmermann

  aus  Unterdarching,  Soldat  beim  16.
Res.-Inf.-Rat.;  Franz  Maier,  Sohn  der  Bäjerei
  besihersehegattin  Maier  in  Miesbach;  Soldat
im  20.  Inf.-Rgt.;  Martin  Bacharach,  Fabrikbesitzer
  in  Thalham  und  Anderlmühle,  Oberjäger
  beim  17.  Res.-Inf.-Rat.;  Franz  Spiegelberger
  aus  Traunstein,  Soldat  im  16.  Res.-Inf.
Rgt.;  Michoel  Ostner,  Bauerssohn  von  Konrading,
  Pfarrei  Ranoldsberg,  Soldat  beim  12.
Res.--Inf.-gt.

Das  Eiserne  Kreuz.  Mit  dem  Eisernen
Kreuz  wurden  ferner  ausgezeichnet:  Graf  Ferd.
von  und  zu  Arco-Zinneberg,  Bruder  des  Schloßherrn
  auf  Maxlrain,  Oberleutnant  im  1.  Schweren
  Reiter-Rgt.;  Ludwig  Janler  aus  Bad  Aibling,
  Sanitätsfeldwebel  im  2.  Inf.-Rgt.;  Jakob
  Glaswintler  aus  Prien,  Gefreiter  beini  Res.-Jäger-Bat.
  Nr.  1;  Landsturmmann  Joh.  Rasp,
Postbote  in  Miesbach;  Peter  Brunauer,  Oelonomenssohn
  von  Niederöd  (Isen).

Keine  Beurlaubung  des  Lanosturmes.
  Das  bayer.  Kriegsministerium  teilt  mit:
Unter  der  Bevölkerung  soll  die  Myinung  verbreitet
  sein,  es  siehe  zu  Weihnachten  eine  Rückbeorderung
  oder  wenigstens  eine  ausgedehnte
Beurlaubung  des  Landsturms  in  Auosicht.  Es
erscheint  notwendig,  demgegenüber  sestzustellen,
L  die  Verwendung  der  Landsturmtruppen
im  Felde  wie  im  Besatzungsheere  völlig  ausschließt,
  deren  etwaige  Ablösung  durch  Ersatzreservisten
  eintreten  zu  lassen,  die  gemäß  ihrer
Ausbildung  als  Ergänzungemannschaften  für
die  Feldtruppen  zu  dienen  haben.  Es  muß  daher
  dringend  gewarnt  werden,  auf  Grund  dieser
Gerüchte,  die  jeder  unterlage  entbehren,  irgendwelche
  geschäftliche  Maßnahmen  einzuleilen,
  deten  Durchführung  die  Rückllehr  einberusener
  Landsturmmänner  zur  oraueschun
hätte.  Die  Beteiligten  könnten  dadurch
empfindlichen  wirtschaftlichen  Sdurh
—

un  Sie  es.  wenn  moglich,  noch  an  diesem
—  Und  ändern  Sie  nichts  an  Ihrer  bisherigen
  Lebensweise,  die  durchaus  meinen
Wünschen  entsprochen  hat.  Nur  eines  noch!
Wenn  Sie  künftig  Veranlassung  haben  sollten,
den  Prinzen  Dolgorukow  oder  irgendeine  andere
Persönlichkeit  zu  beargwöhnen,  so  seßzen  Sie
dann  davon  mich  oder  den  Obersten  Susko
in  Kenntnis.  Fürst  Potesci  —  das  brauche
ch  wohl  kaum  besonders  zu  betonen  —  ist  ein
Ehrenmann  vom  Scheitel  bis  zur  Sohle.  Aber
er  ist  voll  rückhaltlosen  Vertrauens  in  seine
Freunde,  und  er  geht  darin  vielleicht  manchmal
  weiter,  als  es  durch  die  Umstände  gerecht-2
  scheint.  —  bzweie  nicht,  Herr  Lazar,
da

 

Sie  mich  ver

Ich  ourbouhte  beßen  stumm,  und  er  fuhr  fort:
.Sonst  haben  Sie  mich  ni  icbtg.  mehr  zu  fragen

und  "  michts  mehr  zu  sagen
ich  mir  die  Fr  lagen?  nehmen  dürfte,
pi  alchen  der  künstigen  Verwahrung  meiner
beiten  einen  Vorschlag  zu  machen,  ———
Lassen  Sie  hören!  Ihr  Vorschl  ag.n  wird  mir
von  n  größtem  Interesse  sein.“

mußte  aobbren  Denn  in  diesem  Augenblick

  Vne  an  die  es  Zimmers  geklopft.

„Unterbreiten  8  u-  *  5en  Vorschlag  auf

brieflichem  Wege,  Herr  Lazar,“  sagte  der

Minister,  lvon  morgen,  wenn  ich  bliten  darf!
rein

Die  Tür  ging  auf,  und  ich  sah,  daß  es
Oberst  Sutzko  war,  der  unser  Gespräch  unterbrochen
  hatte.

20.  Kapltel.
Gleich  nach  dem  Erscheinen  des  Obersten

 

hatte  ich  mich  von  dem  Grasen  Stololan  ver-Abend

  Jigarren  und  Liebergaben  zu  verab- 



Aufruf  an  alle  Wintersport  treibenden
  Kreise.  Der  Deutsche  Touring-Klub,
  Sitz  München,  erhielt  von  dem  Kommandeur
  eines  bayerischen  Infanterie-Regiments,
das  aus  Mannschaften  des  ganzen  Korpsbezirkes
des  1.  bayerischen  Armeekorps  gebildet  ist  und
in  den  Vogesen  steht,  den  dringenden  Wunsch
um  Beschaffung  von  je  150  Paar  Schneereifen,
Wickelgamaschen  und  Steigeisen,  und  je  150
Rodelschlitten,  Bergstöcken,  Rucksäcken,  Seilen
u.  weißen  Sweatern.  Diese  Gegenstände  sino  für
Patrouillen,  Meldegänger  und  jene  Ceute  benötigt,
  die  auf  den  steilen  Wegen  in  den  Vogesen
  die  Verpflegung  zu  den  Schützengräben
vorzubringen  haben.  Für  die  Klubmitglieder  ist
es  Ehvensache,  dem  Ruse  des  Kommandeurs,
der  seit  langen  Jahren  dem  Touringklub  angehört,
  Folge  zu  leisten  und  bittet  deshalb  auch
die  Sektion  Rosenheim  des  D.  T.-C.,  alle  vor
genannten  entbehrlichen  Gegenstände  in  gulem
Zustande  umgehend  in  der  Geschäftsstelle,  Medizinal-
  Drogerie  Reißer,  Mar-Josephplatz,  ab
zuliesern  oder  ihr  mitzuteilen,  wo  die  Sachen
abgcholt  werden  können.  Die  Seltion  richtet
diese  Bitte  auch  an  die  Mitglieder  der  übrigen
Wintersport  treibenden  Rosenheimer  Vereine,
wie  überhaupt  an  alle  Wintersporttreibenden
in  Rosenheim  und  in  den  bayerischen  Vergen.
Helft  uns  bei  Beschaffung  dieser  für  unsere
brauven  Truppen  unumgänglich  notwendigen  Geläte;
  eventuell  sendet  uns  Geldspenden,  damit
wir  neue  Anschaffungen  machen  können.
Diöjesaannachrich#en.  Anweisung  er
hielten:  Der  Vikar  in  O  Obergrainan  Joh.  Steingaßinger
  als  Auohilfspriester  in  Glonn;  der
Neomyst  Michael  Fichter  als  Koadiutor  in
Ebersberg;  der  Koadjutor  in  Peterslirchen  Joh.
Kandlbinder  als  Verweser  des  Heiligbrunner
Benefiziumo  in  Moosburg;  der  Koadjutor  in
Lunsius  Fr.  X.  Pflegeer  al?  2.  Kaplan  in

Die  Falsch  meldung,  daß  Nosenheimer
Damen  den  gefangenen  Franzosen  in  Groß
karolinenfeld  Blumen  und  Liebesgaben  gebracht
bätten,  ist  leider  auch  zu  unseren  tapferen  Kriegern
  im  Felde  gedrungen.  Gestern  und  heute
sind  uns  Feldpostbriese  zugegangen,  deren
Schreiber  sich-  mit  schärfsten  Worten  gegen  die
betrefjenden  Damen  wenden.  Dem  einen  Brief
ist  die  Nr.  272  der  „Schongauer  Nachrichten“
beigelegt,  welche  die  betrefsende  Meldung  übernommen
  halten,  der  zweite  Brief  bezieht  sich
auf  den  Vericht  im  „Mindelheimer  Anzeiger“
(Nr.  280).  Mit  Recht  wenden  sich  beide  Briefe
Jegen  die  in  den  betreffenden  Berichten  aufgestellten
  Behauptungen.  Damit  jedoch  die
Wahrheit  aouck  im  Felde  belannt  wird,  haben
wir  sofort  einige  Nummern  des  „Nosenheimer
Anzeiger“",  in  welchem  die  amtlichen  Feststellungen
  über  den  wahren  Sachverbalt  enthalten
ind,  an  die  Absender  der  beiden  Feldpostbriese
gesandt.  Tatsächlich  waren  die  (Gerüchte  gänzlich
unbegründet,  an  der  ganzen  Geschichte  ist  lein
wahres  Wort.  Wir  dürfen  wohl  annehmen,
daß  diese  Feststellung  im  Felde  draußen  mit
freudiger  Genugtuung  wird  begrüßt  werden.

Vom  Spitzsteinhaus.  Die  Bewirtschaflung
  des  Spinzsteinhauses  hat  bis  zum  15.  Mai
1915  Herr  Fritz  Mossauer  übernommen,  welcher
  autorisierter  Bergführer  und  Schilehrer  des

DO.  —

O.  S.  V.  isr.

 

Wetterbericht  für  Freitag,  den  11.  Dezember.
Zeitweise  Trübung  und  Niederschläge,  Alpen
gebiet  noch  föhnig.

abschiedel.  Aber  ich  war  kümm  auf  oir  Stuße
hinausgetreten,  als  ich  mich  bel  meinem  Namen
angeredet  hörte  und  zu  meiner  Ueberraschung  in
das  Gesicht  des  Obersten  blickte,  der  mir  fast
auf  dem  Juße  gefolgt  sein  mußte.
a  Sie  ohne  Zweisel  hungrig  sein  werden,
Herr  Lazar,“  sagte  e  a  Sie  unter  allen
Umständen  noch  ein  s1sm—  Stunden  bis  zur  Absahrt
  des  nächsten  erreichbaren  Zuges  warten
müssen,  darf  ich  mir  wohl  erlauben,  Sie  zu
einem  kleinen  Mittagessen  einzuladen.“

s  wäre  unartig  gemesen,  mit  einer  Ablehnung
  zu  antworten,  und  soweit  es  sich  um
meinen  Appetit  handelte,  traf  Sutzkos  Vermutung
  in  der  Tat  vollkommen  zu.  Wir  behaben
  uns  also  in  eines  der  vornehmeren

ubarester  Hotels,  und  der  Oberst  machte  den
Gastgeber  in  der  liebenswürdigsten  und  freigebigsten
  Weise,  die  man  sich  denken  konnte.
bestellte  ein  erguistes  Diner  und  wählte  die
Welne  so  sorgsältig,  als  ob  er  einen  Fürsten
zu  bewirden  hhmre.  Während  der  ersten  Gänge
blauderte  er  von  allerlei  gleichgültigen  Dingen,
ie  mich  unmöglich  vermuten  lassen  zuen.
daß  er  mit  dieser  Einladung  geien  besondere
Swerck  verfolgt  habe.  Plötzlich  aber,  als  —
tellner  eben  bttete  die  Teller  gewechseln  hatte,
krocte  *
en  Sie  mir  doch,  Herr  Lazar,  mit
,  bern  Verwandten  Sie  noch  in  irgendelcher
  Verbindung  stehen  —  oder  gibt  es
überhaupt  zebis  easrpnn  Bezlehungen  mehr!“
kein  —  es  gibt  keine,“  erwiderte  ich  der
Wahrheit  gemäß.
uch  nicht  mit  Herrn  Gleva,  der  oln  Bruder.
Ihrer  Mutter  ist  und  sich  meines  Wissens  noch

am  Leben  beseeennnnn  solch