Contents : Kriegsanordnungen des stellv. Generalkommandos I. Bayerischen Armeekorps

114  Sicherstellung  des  Bierbedarfs.

(Nr.  243696.)  Bekanntmachung  über  die  Sicherstellung
  des  Bierbedarfs  für  das  Feldheer.

Auf  Grund  des  Höchstpreisgesetzes  und  der
K.  Verordnung  vom  31.  Juli  1914,  den  Übergang
der  vollziehenden  Gewalt  betreffend,  erlassen  die
stellv.  Generalkommandos  I.,  II.  und  III.  bayer.  A.  K.
folgende  Anordnung:

1.  Für  alles  Bier,  das  aus  bayeris  schen  Brauereien
an  Feldtruppen  geliefert  wird,  wird  ein  Höchstpreis
von  24  MA  für  den  Hektoliter  Faßbier  und  von  23  4
für  die  Kiste  mit  50  3/Liter-Flaschen  Flaschenbier
festgesetzt.

2.  Der  Höchstpreis  gilt  für  Barzahlung  beim
Empfang.  Er  versteht  sich  frei  Bahnhof  der  gewerblichen
  Niederlassung  der  Brauerei;  er  schließt  die
Verpackungskosten  (Eis,  Kisten,  Flaschen  usw.,  jedoch
nicht  die  Fässer)  sowie  die  Verladekosten  in  sich  ein.
Die  Brauerei  hat  für  die  Güte  und  Haltbarkeit  des
Bieres  bis  zur  Abnahme  an  der  Empfangsstation
einzustehen

3.  Mit  Gefängnis  bis  zu  einem  Jahre  und  mit
Geldstrafe  bis  zu  10000  &  oder  mit  einer  dieser
Strafen  wird  bestraft:

1  wer  die  vorstehenden  Höchstpreise  überschreitet,

2.  wer  einen  anderen  zum  Abschluß  eines  Vertrages
auffordert,  durch  den  die  Höchstpreise  überschritten
  werden,  oder  sich  zu  einem  solchen
Vertrage  erbietet.

Neben  der  Gefängnisstrafe  kann  auf  Verlust  der
bürgerlichen  Ehrenrechte  erkannt  werden.  Auch  kann
angeordnet  werden,  daß  die  Verurteilung  auf  Kosten
des  Schuldigen  öffentlich  bekannt  zu  machen  ist.

4.  Diese  Bekanntmachung  tritt  mit  Wirkung  vom
24.  Dezember  1916  an  die  Stelle  der  Bekannt-