Metadata : Kriegsanordnungen des stellv. Generalkommandos I. Bayerischen Armeekorps

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1.

Beschlagnahme  von  Obst.

Der  Absatz  des  beschlagnahmten  Obstes  ist  allgemein
freigegeben  innerhalb  des  Bezirkes  und  nach  Bezirken,
in  denen  die  Beschlagnahme  auch  nicht  gilt,  für  den
Fall,  daß  nicht  bis  zum  22.  Sept.  1916  ein  mit  Ausweis
  versehener  Aufkäufer  sich  mündlich  oder  schriftlich
bei  der  Distriktsverwaltungsbehörde  meldet.

Im  übrigen  darf  in  besonderen  Fällen  eine  Ausnahme

für  den  Absatz  innerhalb  des  Bezirkes  der  Distriktsverwaltungsbehörde
  oder  nach  Bezirken,  in  denen  die
Beschlagnahme  auch  nicht  gilt,  zugelassen  werden,  falls
ohne  solche  Ausnahmebewilligung  für  bestimmte  Obstmengen
  Gefahr  des  Verderbens  besteht.  Dies  gilt
insbesondere  für  Zwetschgen,  die  erfahrungsgemäß
raschem  Verderben  ausgesetzt  sind  sowie  für  Schüttelobst;
  für  Tafeläpfel  ist  dagegen  in  der  Regel  eine
Ausnahme  nicht  zuzulassen.

Sollte  eine  weitere  Ausnahmebewilligung  für

notwendig  erachtet  werden,  so  ist  unter  Angabe
der  besonderen  Gründe  die  Zustimmung  des  stellv.
Generalkommandos  einzuholen.

Die  Anordnung  einer  allgemeinen  Ausnahme  für

solche  Apfel,  die  den  Tafeläpfeln  zuzurechnen  sind,
wird  demnächst  ergehen.  Zum  sofortigen  Erlaß
einer  solchen  allgemeinen  Ausnahme  besteht  noch
kein  Bedürfnis,  weil  diese  Apfel  zum  großen
Teil  erst  später  reifen.

Ich  ersuche  dringend,  allen  von  dem  Kriegsernährungsamt

  zugelassenen  Händlern  den  Aufkauf

zu

erleichtern  und  jeglicher  Erschwerung  der  Ausfuhr

  der  von  solchen  Händlern  aufgegebenen  Sendungen
  entgegenzutreten,  damit  der  Zweck  der  Maßnahme
  schnell  erreicht  wird.

München,  den  20.  September  1916.

Der  Kommandierende  General:
von  der  Tann.