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nerischen Pflege der Gemüse, Küchenkränter und des Beerenobstes
in den Kochkursen die Verwertung der Vartenerzengnisse- das
Einkochen, Dörren und Trocknen kommt. Zurletzt dient der Schulgarten
als Versuchsfeld für das Gedeihen und die Rentabilität
aller Pflanzen, von deren Kultur sich in der betressenden Gegend
ein wirtschaftlicher Vorteil für die Landbevölkerung erwarten
läßt, und trägt dazu bei, die Vorurteile gegen Obst= und Gemüseban
unter der Landbevölkerung verschwinden zu lassen.
Mittel und Wege. Bei der Anlage, Größe und Ein.
richtung eines Schulgartens sind die örtlichen ländlichen Verhältnisse
zu berücksichtigen. Der Bepflanzungsplan eines neuen
Gartens kann im Winter gemacht werden, die Schüler der Oberklasse
oder der Fortbildungsschule können die in der Ranmlehre
erworbenen Kenntnisse unter Anleitung des Lehrers bei Aus.
arbeitung des Planes verwerten. Liebhabereien in Obst. und
Gemüsebau, die keinen praktischen Wert für die Gegend haben,
gehören nicht in den Schulgarten: Sonderkulturen, wie Wein,
Hopsen, Weiden sind nach den örtlichen Verhältnissen mehr oder
weniger anzubauen. In armen Gebirgsgegenden sind besonders
alle wild wachsenden Pflanzen, Beeren, Pilze, Baumfrüchte usw.,
die gesammelt in den Handel kommen, zu berücksichtigen. Für
die Mädchen Gemüseban, Beerenobst, auch Topsobstkultur,
Blumenpflege: für Knaben besonders Obstbau, Bienenzucht
usw.
Neben der Pflege der Pflanzen verständnisvolle Pflege
aller nützlichen Tiere, vor allem der Singvögel durch
Futterplätze im Winter,. Brut- und Nistkästen im Sommer; von
kleineren Tieren Fledermäuse, Kröten, Eidechsen, Igel, Blindschleiche,
Manlwurs, Regenwürmer, nützliche Insekten; daneben
Kenntnis und Vertilgung aller Schädlinge.
Praktische Versuche mit künstlichem Dünger: Brete mit
Pflanzen (z. B. Klee, Erbsen, Getreide) ohne jede Düngung, nur
mit natürlichem (Stall.) Dünger und solche mit natürlichem und
künstlichem Dünger. Wissenschaftliche Versuche lassen sich natürlich
nicht im Schulgarten lösen.
Aus erzieherischen und sozialen Gründen ist es wichtig, daß
jedes Ki nd sein eignes Beet und seineignes Obstbäumchen
habe, dessen Pflege und Kultur es von Anfang an
bis zum Schluß der Schulzeit behält, womöglich bleibt das
Bäumchen im Besitz des Schülers, wenn er Verwendung dajür hat.
(Vergl. hierzu den Abschnitt „Förderung des Obstbaues" S. 146)
Auch das auf den Beeten gezogene (demüse und Obst bleibt im
Besitz der Kinder. Hauptvertreter der Idee „Schulgärten mit
Schülerbeeten“ war der herzogl. Schuldirektor Dr. Lotz in Koburg.
Er selbst hat diese Anlagen schon 1885 in Neustadt bei Koburg
und später in Pußneck, Thüringen, verwirklicht. In ähnlicher
Weise ist an einigen Orten den Kindern ein Stück Land zur Ver-