Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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en.  —  Die  Boehler  Spar-  und  Leihkasse  zu  Moorkirch
ase  gibt  seit  4591½  #en  jedes  Kind,  ohne  Rücksicht  auf  die  Verzöere
  der  Eltern,  kurz  vor  der  Konfirmation  ein  Sparkassenbu

0  Mk.  Einlage.  Dabei  wird  zur  Bedingung  gemacht,  daß  innerhal
d  Jahren  ebensoviel  hing  ugelegt  wird.  Die  zuerst  eingeleten
10  Mk.  dürfen  vor  dem  20.  Le  PGiahr  nur  mit  Einwilligung  des  Vorstandes
  gehoben  werden.  Von  den  etwa  500  Konfirmanden,  an  die  solche
m“—4  gegeben  sind,  haben  nur  15  die  vorgeschriebene  Bedingung
nicht  erfüllt.

Hier  und  da  sind  von  größeren  Grtsbesibern  Gutssparkassen
für  Arbeiter  und  Dienstboten  eingerichtet,  doch  im  allgemeinen
nur  mit  geringem  Erfolge.  Die  Arbeiter  wollen  gewöhnlich  nicht
F  von  ihrer  Herrschaft  über  ihre  Ersparnisse  kontrolliert
werden.

Die  Sparkasse  des  Gutes  Sand  erder
i.  Pom.  (Besitzer  Landrat  a.  D.  Hre  Soarke  .  666  Se  1#05
72  Teilnehmer  mit  5131,42  Mi.  haben.  Der  Gutsherr  zahlt  die

Hälfte  zu  den  Pflichtbeiträgen  ner  tseben..:  halbjährlich  194,60  Mk.
Freiwillige  Einlage  der  Pflichtteilnehmer  sind  nicht  vorgelomnen  In
dem  Guthaben  ist  eine  Ansammlung  von  1461,00  Mk.  für  den  Kuhversicherungsverein
  enthalten.  Die  Eiielguthaben  der  Verpflichteten
*  en  bis  zu  281,04  Mk.  —  Der  Gutssparkasse  der  Herrchr
  Wat  erne  verstan.  (Besitzer  Eich  Holftein)  echoren  3.  Zt.

8  Täilnehmer  an.  Das  Einlagekapital  beträgt  12  554,68  Mk.  —  Eine
äustteuerserrtas  für  die  Kinder  seiner  Arbeiter  hat  Amtsrat
nti  Falkenrehde  seit  1001  eingerichtet.  Der  ergEd,
  ritn  m  Abwnderang  der  Leute  zu  verhindern,  ist  nicht  ein-W

  Verleihung  von  Geldprämien  fleißige,  regelmäßige
und  erfolgreiche  Sparer  auszuzeichnen  und  dadurch  zur  Spartätigkeit
  anzuregen,  wird  von  verschiedenen  Seiten  empfohlen.
In  Westfalen  haben  einige  Spar-=  und  Darlehnskassen  aus  ihren
Ueberschüssen  Preise  für  die  fleißigsten  Sparer  ausgesetzt.  In
ausgedehnterem  Maße  sindet  eine  solche  Prämiierung  bei  den
Kreissparkassen  statt.  Kreissparkasse  Breslau  1904:  an  Sparer
aus  dem  Gesinde  und  Arbeiterstand  3331  Mark,  Kreis  Jüterbog
119  Mark,  Kreis  Neumarkt  jährlich  1000  Mark,  Kreis  Warendorf
56%  Prozent  von  dem  Einlagebestand  als  Sparprämien.

Für  den  kleinen  Sparer  ist  als  Anreiz  zum  Sparen  auch  eine
möglichst  hohe  Verzinsung  der  kleinen  Spareinlagen  empsehlenswert.
  In  Pommern  werden  z.  B.  bei  den  Konfirmandenkassen
der  Darlehnskassenvereine  die  Einlagen  in  der  Regel  mit  ¼  und
½  Prozent  höher  verzinst.

Die  Verbreitung  volkstümlicher  Schriften  und  Flugblätter  ist
weiterhin  von  Bedeutung.

Ost  bedars  es  nur  einer  Anregung,  um  die  Landbewohner
zur  Gründung  von  Sparkassen  zu  veranlassen:  Insolge  geeigne-—*
  Schriften  (Zschokkes  „Goldmacherdorf“.  Ausgobe  im  Bibliogr.
Institut,  Leipzig,  20  Pf.;  Lehrbüchlein  vom  Sparen  von  Schul-