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ehedem als herrenlose und vogelfreie Leute der arabischen Sklavenjäger
betrachtete.
Über die Bantusprache ist schon einiges gesagt worden. Wir fügen
hinzu, daß das System der bezeichnenden Vorsilben auch sachliche Bedeutungen
umfaßt. U heißt z. B. Land, Wa Volk, Ki Sprache; daher
Ugogo das Land der Wagogo, Kisuaheli die Sprache der Suaheli. Diese
ist durch halb Zentralafrika die herrschende Verkehrssprache und ebenso
wie die Suaheli, d. h. Küstenbewohner, selbst stark mit arabischen Elementen
durchsetzt.
Die Bantu haben eigenartige Industrien. So ziehen sie ihren Kupferdraht,
der als Schmuck getragen wird, indem sie ein durchlochtes Eisen
in einem durchbohrten Baumstamm anbringen. Das Ende des Kupferdrahtes
wird durch dieses Loch gesteckt, mit einer Zange ergriffen, und
dann ziehen ihrer zehn, ja zwanzig an diesem Ende und wiederholen den
Vorgang mit engeren Eisen, bis die gewünschte Feinheit erreicht ist.
Miß Caddik beschreibt die Kaffeeplantagen, Wege, Stationen, Kirchen
und Schulen dieser Neger, auch ihre Märkte. In jedem Dorf entfaltete
sie ihre Schätze, hauptsächlich Kaliko, zum Eintausch für Lebensmittel
und bekundet, nie übervorteilt, geschweige denn bestohlen worden zu sein.
Die Neger dieser Gebiete erblicken im Weißen ihren Befreier und verehren
ihn. Möge es immer so bleiben!
Die Tatsache, daß eine unbeschützte einzelne Dame (und sie hat
Nachahmer gefunden) Tausende von Meilen durch Innerafrika zurücklegen
konnte, ist wohl geeignet, uns gegenüber den Schilderungen stutzig zu
machen, die in der afrikanischen Urbevölkerung uns nichts erblicken lassen
wollen als die Träger todeswürdiger Erbsünde.
Allerdings muß der Kulturmensch Europas sich damit abfinden, daß
seine Neuordnungen auf Widerstand stoßen. Wie in Kamerun eine
Dampferexpedition einen Aufstand hervorrief, der um so weniger verwunderlich
ist, da selbst im Herzen Deutschlands der erste Dampfer vom
heimischen Pöbel zerstört wurde, nämlich der Papin'sche bei Münden
1707, so stößt jede Neuerung, die Menschenarbeit erspart oder in andere
Bahnen lenkt, auf Widerstand, die vis inertiae, die allen Dingen und
Wesen innewohnt. Auch gibt es Bevölkerungen, die in solchen Neuerungen
eine Beeinträchtigung ihrer alten Sitten und Bräuche finden. Ferner hat
der Kolonisator mit dem Bewußtsein der Alteingesessenen zu kämpfen,
daß seine Herrschaft über den altererbten Boden beeinträchtigt würde.