Full text : Kolonialpolitik. Mein politisches Vermächtnis.

der  „brutalen“  Behandlung  der  deutschen  Barbaren  zu  schuͤtzen
und  zu  retten.

Der  Fall  von  Suͤdwestafrika,  die  übergabe  dieser  großen  Kolonie
  an  die  Feinde,  war  trotz  der  ehrenvollen  UÜbergabe  der
schwerste  Schlag,  den  die  deutsche  Kolonialverwaltung  in  diesem
Kriege  empfunden  hat.  Unsäglich  sind  die  Leiden  und  Unbilden,
die  ein  Teil  unserer  Landsleute  draußen  in  den  Kolonien  als
Gefangene  in  dem  mörderischen  Klima  der  Kolonie  Dahomey
und  auf  dem  Transport  von  Afrika  nach  Europa  erlitten  hat
und  noch  erleidet.  Die  unwürdige  Behandlung  der  Weißen  vor
den  Augen  der  Farbigen,  die  Mobilisierung  der  schwarzen  Rasse
gegen  die  weiße  ist  ein  Schandfleck,  den  England  nun  und  nimmer
  von  sich  abwaschen  wird.  England,  die  große  Kolonialmacht,
die  als  Beherrscherin  von  Millionen  von  farbigen  Untertanen  als
vornehmstes  Imponderabile  ihrer  Machtstellung  den  Satz  vom
Prestige  des  weißen  Mannes  aufgestellt  hat,  wird  am  eigenen
Leibe  spüren,  was  es  bedeutet,  die  eigene  Rasse  zu  beschimpfen,
zu  besudeln  und  buchstäblich  mit  Füßen  zu  treten.  Das  deutsche
Volk  hat  in  den  g0  Jahren  seiner  Kolonialgeschichte,  nach  anfänglichem
  Widerstreben,  mit  erstaunlicher  Schnelligkeit  die  Notwendigkeit
  kolonialer  Betätigung  erkannt.  Von  der  Durchführung
  unserer  Kolonialpolitik  dürfen  wir  uns  nicht  abschrecken
lassen;  wir  werden  den  schweren  Schlag,  der  uns  betroffen,  mit
dem  unerschütterlichen  Entschluß  beantworten,  weiter  fortzufahren
  auf  der  von  uns  als  richtig  und  notwendig  erkannten  Bahn.

Was  aber  die  Militarisierung  der  Farbigen  anbelangt,  so  wird
die  darin  liegende  Gefahr  auch  von  unseren  Feinden  anerkannt.
Aber  mit  der  ihnen  eigentümlichen  Behendigkeit  verdrehen  sie
den  Tatbestand,  beschuldigen  uns  der  Vorbereitung  des  Ko-56