430 Versammlungsbericht.
ausbildung u. a. die Registerpflicht der Firma als Voraussetzung.
Darüber hinaus ist es nach meinem Dafürhalten unerläßlich,
künftig vor allen Dingen keine größere Zahl von —u—s 3
einzelnen Betrieben zugelassen wird, als dort Prinzipale und Gehilfen
vorhanden sind. Wenn Sie sich diesen Vorschlag einmal ernst
durch den Kopf gehen lassen und ihn in der weiteren Debatte und in
den künftigen Untersuchungen und Arbeiten auch dieser Zentralstelle
für Volkswohlfahrt genügend berücksichtigen würden, dann bin ich
überzeugt, daß wir doch über kurz oder lang uns auch im Lehrlingswesen
im Handel auf der Bahn nach vorwärts bewegen werden.
Frau Wäscher, Cassel, Vertreterin des Verbandes kaufmännischer
Vereine für weibliche Angestellte:
Meine Damen und Herren! Als Vertreterin des Verbandes
kaufmännischer Vereine für weibliche Angestellte, Sitz Frankfurt a. M.,
bin ich heute beauftragt, die Aufmerksamkeit der Zentralstelle für
Volkswohlfahrt auch auf die Berufsausbildung und das Lehrlingswesen
der Frauen zu lenken, um dafür Interesse zu erwecken.
Die Ausbildung der Frauen im kaufmännischen Beruf, die Frauenarbeit
im Handel, wie wir sie heute als berufsmäßig kennen, nicht
nur von Familienangehörigen ausgeübt, wie das früher der Fall
war, sieht ja natürlich noch auf keine Tradition zurück. Wir haben
über 300 000 Frauen, die im Handel tätig sind, und es werden immer
mehr gebraucht. Wir können darüber denken, wie wir wollen, ob
wir es für wünschenswert halten, daß die Frauen im kaufmännischen
Berufe tätig sind, oder ob wir sie lieber in anderen Berufen sehen —
jedenfalls ist es Pflicht, wenn wir für die Volkswohlfahrt sorgen
wollen, daß wir uns auch mit den tatsächlichen Verhältnissen in
Einklang bringen, und daß wir nicht fragen, was könnte sein,
sondern daß wir fragen, wie können wir die Verhältnisse möglichst
so gestalten, daß sie zum Glück für den Einzelnen und für die
Gesamtheit unseres Volkes ausfallen. Darum liegt es mir sehr am
Herzen, gerade diese hochansehnliche Versammlung für die Frauen
im Handel und für die Berufsbildung und ihr Lehrlingswesen zu
interessieren.
Die Frauenberufsorganisationen, die Verbände der kaufmännischen
Vereine für weibliche Angestellte, haben schon seit langen Jahren
gearbeitet, um die Ausbildung der Frauen auf ein höheres Niveau
zu bringen. Mit der Ausbildung gehen Hand in Hand die Gehaltsverhältnisse
und damit die Lebensbedingungen. Das Volk als solches
hat ein großes Interesse daran, daß seine Frauen gesund bleiben,
und das können sie nur, wenn sie in glücklichen Verhältnissen arbeiten,
wenn sie eine Lebenshaltung haben, die ihrer Gesundheit zuträglich
ist. Als Grundlage zu einer solchen Berufstätigkeit der Frauen, die
ihnen eine angesehene Stellung auf Grund erlangter Tüchtigkeit
sichert, sehen wir die Lehrzeit und die Berufsausbildung an. Es ist
schon viel, viel erreicht worden, aber es bleibt noch viel mehr zu
erreichen übrig. Wir müssen es mit Bedauern konstatieren, daß wir
an maßgebender Stelle nicht so in unseren Bestrebungen gefördert